17.10.2021

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07.10.00 Treffen der ostpreußischen Sportflieger in der Rhön

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 07. Oktober 2000


Damals als alles begann ...
Treffen der ostpreußischen Sportflieger in der Rhön

Wasserkuppe – Die Teilnehmer des Treffens der Traditionsgemeinschaft Ostpreußischer Sportflieger (TGO) waren für ein Wochenende auf die Wasserkuppe gekommen und genossen wieder einmal sowohl die Segelflug-Atmosphäre als auch die Rhönlandschaft.

Der scheidende Leiter der TGO, Albin Wermuth, gab seinen Jahresbericht ab. Die Kassenprüfer Werner Neumann und Friedel John bestätigten eine ordentliche Kassenführung, worauf Werner Neumann die Entlastung beantragte und Albin und Hilde Wermuth Dank für die geleistete Arbeit aussprach. Nach einer Diskussion über die Nachfolge stellte sich Harry Zillgith für dieses Amt zur Verfügung. Er wurde einstimmig gewählt und stellte sich in einem persönlichen Gespräch bei den einzelnen Mitgliedern vor.

Heiner Sterz, der Neffe des bekannten memelländischen Flugpioniers, hatte sein Erinnerungsalbum über seine Motorsegler-Fliegerei in der Nachkriegszeit mitgebracht. Friedel John zeigte seine fliegerischen Schätze und erzählte vom Jugendfliegen in Nesselbeck, Korschenruh, Seerappen, Rossitten und später im Allgäu. Harald Breitenfeld berichtete nicht nur vom Heimatfliegen, sondern auch von den sechs Lehrgängen mit seinen Braunschweiger Clubkameraden in Südfrankreich in den bekannten Segelflugzentren Fayence, Sisterone, Vinone und Gap Tallard. Auch Albin Wermuth hatte auf der Nehrung auf den ostpreußischen Schulen viel erlebt. Er war als Fluglehrer überall herumgekommen und kannte "Gott und den Segelflug" in Ostpreußen. Günter Siegmund aus Königsberg erzählte von seiner Jugend, als er mit 13 Jahren beim "Sturmvogel" unter Udet die ersten Sprünge mit dem "Zögling" machte. Er hatte in Nesselbeck, Sensburg und Palmnicken geschult. Ab Herbst 1940 wurde er Soldat, flog den Lastensegler DFS 230 sowie die Go 242 und begann sogar eine Ausbildung mit der Me 328 (Gleitbombe), die aber nicht eingesetzt wurde. Nach den Wirren des Krieges landete er in Hamburg und studierte Maschinenbau, ging aber nach Magdeburg in die Heimat seiner Frau. Heute leitet er den "Hans Grade Fliegerclub" und besucht aus Liebe zur Heimat und Fliegerei alle Treffen der Ostpreußenflieger.

Man schwelgte bis tief in die Nacht in Erinnerungen und setzte die Gespräche am nächsten Morgen fort. Am Sonntag trennte man sich wieder und fuhr nach Hause mit den Gedanken an die Rhön, die Wasserkuppe und an den Beginn des Segelflugs – damals in der Heimat. F. J.