28.10.2021

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21.10.00 Saat des Hasses in Nahost

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 21. Oktober 2000


Saat des Hasses in Nahost
Palästinensische Schulbücher als antiisraelische Waffen

Der Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten konnte nur denjenigen überraschen, der die Verhandlung in Camp David und die Pendeldiplomatie als spannendes Medienereignis und Wahlkampfargument verstand. Hier geht es nicht um Wahlen, hier herrscht Kampf um die Hoheit im Heiligen Land. Und mehr noch: Hier wird auch um die Deutungshoheit der Geschichte gekämpft. Denn der Boden in Jerusalem und am Westufer des Jordan ist für viele Israelis biblisches Land, sie kennen es als Judäa und Samaria. Für die Muslims wiederum ist gerade der Tempelbezirk in Jerusalem durch die im Koran angezeigte Gegenwart des Propheten heiliges Land. Vom Felsen, über den später ein Dom errichtet wurde, soll Mohammed in einer Nacht in den Himmel zu Gott aufgestiegen und dann auch wieder herabgekommen sein.

Diese religiösen Gefühle sind zu respektieren. Der Besuch des Likud-Chefs Sharon auf dem Tempelberg war eine unnötige Provokation. Die Medien nennen sie zu recht als die Ursache der neuen Ausschreitungen. Aber es ist nur eine Provokation und vielleicht auch nur eine Antwort auf Provokationen von palästinensischer Seite, über die die Presse weniger oder gar nicht berichtet.

Zum Beispiel, daß seit Anfang September massenhaft neue Schulbücher für fast alle Klassenstufen verteilt werden, in denen offen zum Kampf gegen die Juden aufgerufen wird. Fünfzehn Bände sind es insgesamt, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde, also der Regierung Arafat, ausgegeben wird. Darin werden die Israelis als "Kolonialisten" bezeichnet, die 1948 Palästina erobert hätten. Auf den Karten des Vorderen Orients, die in diesen Büchern präsentiert werden, kommt Israel konsequenterweise nicht vor. Das gesamte Gebiet zwischen Libanon und Ägypten wird als "Palästina" ausgegeben.

Ein Buch ist gewidmet "all jenen, die für die Vertreibung des Feindes aus unserem Land kämpfen". Die Schulbücher strotzen nur so von antisemitischen Parolen, im ersten Band erscheint gleich auf der Umschlagseite ein Querband mit den Worten: "Es gibt keine Alternative: Israel muß zerstört werden." In der Einführung in Band II ist zu lesen: "Vielleicht hat Allah die Juden in unser Land geführt, damit sie hier ihr Ende erleben, so wie in ihren Kriegen mit Rom." Die Israelis werden als "Fremde" bezeichnet, deren "Existenz in Palästina" vor 2000 Jahren beendet wurde, während die Araber schon in vorgeschichtlicher Zeit und ohne Unterbrechung dieses Land besiedelt hätten. An anderer Stelle ist die Rede von einem Weltkampf zwischen den Zionisten auf der einen und Muslims und Christen auf der anderen Seite.

Hier wird systematisch Haß gesät. Aber über diese Basisarbeit ist in der hiesigen Presse nichts zu lesen. Sie ist es, die alle Friedensverhandlungen ins Leere laufen läßt. Wo nicht zum Frieden erzogen wird, kann der Krieg schwerlich verhindert werden. Das geht auch uns an. Nicht nur, weil durch anhaltende Unruhen und in der Folge Angstkäufe auf dem Ölmarkt die Benzinpreise weiter steigen lassen könnten. Berlin und die Europäer haben Einfluß auf die Palästinenser. Hier könnten sie ihn konkret nutzen. Schulbücher dürfen keine Waffen sein. Jürgen Liminski