20.10.2021

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28.10.00 Lewe Landslied

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 28. Oktober 2000


Lewe Landslied,

auch kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft, und so kann man etwas abgeändert sagen: Auch kleine Erfolge erhalten unsere Familie. Da hatte unser Landsmann Gregor Prothmann nach seinem Geburtsort Lauterhagen gefragt. Ehe er eine Antwort bekam, reiste er mit seiner Frau für ein paar Tage in die Heimat und besuchte auch das 12 Kilometer von Heilsberg entfernte Lauterhagen. Er fand zwar die Kapelle – aber mehr auch nicht. Wo seine Eltern gewohnt hatten und andere Fragen konnten nicht geklärt werden.

Die Überraschung kam erst bei der Rückkehr. Wieder in seinem Wohnort Düsedau angekommen, fand er einen Brief vor. Absender: Johannes Kraemer aus Bergheim. Er übersandte Herrn Prothmann nicht nur Unterlagen und Aufzeichnungen über Lauterhagen, nein, Herr Kraemer hatte sich auch mit einem anderen Landsmann, Herrn Krieger, in Verbindung gesetzt, der Luftaufnahmen von Lauterhagen übermittelte. "Nun weiß ich, wo mein Geburtshaus steht!" schreibt Herr Prothmann glücklich und ist entschlossen, im nächsten Jahr wieder nach Lauterhagen zu fahren. Er möchte auf diesem Wege unserer Ostpreußischen Familie – und vor allem Herrn Kraemer – danken.

Landslied, Ihr werdet es nicht glauben, aber Mathilde Möck bekommt noch immer das Gedicht über das "getreue Herz" zugesandt, und sogar aus Litauen kam eine Kopie von einer Leserin, die noch das alte Liederbuch ihrer Mutter besitzt. Und sie legte auch ein weiteres – nicht gesuchtes – Lied hinzu: "Ein treuer Freund ist ein großer Schatz." Frau Möck mußte uns das mitteilen: "Sogar bis Litauen ist die Ostpreußische Familie gelangt, ich finde es einfach toll!" Wir auch.

Und noch ein kleines Dankeschön: Traute Englert, die als Tilsiterin Bücher von Johanna Wolff sucht, hat das bekannteste Werk der Dichterin, das "Hanneken", von einer Leserin erhalten und ist selig. Über Reaktionen auf die Frage nach Tilsiter Spezialgetränken teilte sie mir – noch nichts – mit. Aber ich bekam diese zu spüren. Christel Taudien schreibt, daß ihr aus der Elchniederung stammender Vater nach dem Krieg einen Pfefferkorn mixte, den "Ribbeljack", dessen Wirkung so ähnlich wie der des Ratzputz war: Nach dem Trinken nur ausatmen, sonst brennt’s höllisch! Und Horst Mertineit – nicht nur als Stadtvertreter der Stadtgemeinschaft Tilsit e. V. kompetent, sondern weil ihn auch sein Alter von 82 Jahren dazu befähigt –, schrieb eine kleine heitere Abhandlung über unsere ostpreußischen "geistigen" Getränke, die ich an anderer Stelle bringen werde. Und er weist auf ein ganz spezielles Gesöff hin, das nicht sehr bekannt ist, aber nach dem Krieg sogar im internationalen Mixbuch stand: "Tilsiter Mertineit" (Majolika à la Burrburr). Ich vermute, daß dieser Mix ein Familienrezept ist!

Gefreut hat sich Elfriede Anker, geb. Büttner, als sie im Ostpreußenblatt ein Foto der Schauspielerin Charlott Daudert fand. Denn sie wurden gemeinsam von Pfarrer Wegner in der Königsberger Lutherkirche eingesegnet. "Sie saß im Unterricht eine Reihe vor uns Mädchen von der Moltke-Schule vom Unterhaberberg", schreibt sie und erinnert sich: "Charlott war immer lustig und zu jedem Scherz aufgelegt." Frau Anker konnte bisher trotz emsigen Suchens nur zwei Königsbergerinnen aus jener Zeit wiederfinden. Vielleicht erinnern sich jetzt ehemalige Schulkameradinnen und Mitkonfirmanden an Elfriede Büttner? Es würde mich freuen. (Elfriede Anker, Wichernstr. 38 in 21335 Lüneburg.)

Eure

Ruth Geede