20.10.2021

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28.10.00 Symbol der Verständigung

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 28. Oktober 2000


Symbol der Verständigung
Ehrenmalfeier in Osterode zum 48. Mal durchgeführt

Mit dem Glockengeläut des Königsberger Domes begann die 48. Ehrenmalfeier in der Kaserne in Osterode am Harz Alfred Wermke, Vorsitzender der Guppe Göttingen, dankte in seiner Begrüßungsrede dafür, daß der jeweilige Kommandeur der Kaserne den Veranstaltern das Hausrecht einräumte, um am ursprünglichen Denkmal die Feierstunde abhalten zu können. Wermke betonte ferner in eindringlichen Worten, daß die Gruppe, obwohl sie immer wieder aufgefordert wurde, die Ehrenmalfeier wieder in Göttingen zu veranstalten, nicht bereit ist, der Stadt ein spektakuläres Ereignis zu liefern und den Chaoten der linken Szene Raum zu geben, ihre Zerstörungswut auszuleben.

Der Redebeitrag von Werner Freiberg, CDU-Fraktionsvorsitzender des Göttinger Stadtrats, war bewegend. Er ging noch einmal auf die Entstehung und Begründung dieser seit 48 Jahren zur Tradition gewordenen Ehrenmalfeier ein und hob in seinem umfangreichen Festvortrag die Versöhnungsbereitschaft der Ostpreußen und aller Flüchtlinge, die aus dem Osten kamen, besonders hervor. Aus Verbundenheit zu Ostpreußen hatte er die Schirmherrschaft für diese Feierstunde übernommen. Eindrucksvoll beschrieb er, daß der Bischof von Verdun einst in einer Urne Erde von den Kriegsgräbern aus Verdun am Ehrenmal versenkte. Es war ein Symbol für die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Frankreich. Anfang der 90er Jahre ereigneten sich barbarische Vorkommnisse: Die Blumenteppiche wurden verbrannt, das Denkmal – der Soldat – zerstört, die Urne herausgenommen. Sie wurde nie wieder gefunden. Auch in den letzten Jahren wurden, obwohl die Ehrenmalfeier nicht mehr stattfand, die Regimentstafeln unleserlich gemacht, abgeschlagen, das Kreuz beschmiert. Die Gedenkstätte ist ein Schandflecken für Göttingen.

Abschließend wurde von Pastor Brinks das Gebet gesprochen. Ein Musikcorps begleitete die eindrucksvolle Feierstunde. Bewegendster Moment war die Kranzniederlegung mit dem Lied "Ich hatt’ einen Kameraden". Mehr als 80 Personen nahmen an der Ehrenmalfeier teil. Im Anschluß fuhr man zu einem gemeinsamen Mittagessen und Kaffeetrinken in den Harz. Edith Ursula Schneider