17.10.2021

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04.11.00 Hitlers Lärchen entdeckt

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 04. November 2000


Uckermark:
Hitlers Lärchen entdeckt
SZ-Magazin schockiert: Riesenhakenkreuz im Wald

Der Wald galt Romantikern stets als Hort der deutschen Seele – urwüchsig, tief, unergründlich. Dieser Tage gehört es in gewissen Kreisen zum guten Ton, das Deutsche schlechthin für verächtlich, für finster zu halten und als NS-verdächtig zu werten.

Nur, daß der deutsche Wald selbst ein verkappter Nazi ist, dafür fehlte bislang der Beweis. Den erbrachte nun das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Beim herbstlichen Tiefflug über die Weiten der Uckermark machten die Magazinschreiber eine schreckliche Entdeckung: Aus dem dunklen Tann der Kutzerower Heide sticht ein riesiges, gelbliches Hakenkreuz heraus, sechzig mal sechzig Meter groß.

Zur Zeit des Hitlerregimes hatte man zwischen die Fichten Lärchen gesetzt. Nur im Frühjahr und im Herbst heben diese sich dann durch hellgrüne oder gelbe Färbung vom dunkleren Fichtenbestand ab – es erscheint jenes Hakenkreuz.

Natürlich gehen die SZ-Macher der Sache auf den Grund und stoßen hinab in den Urgrund deutscher Schuld. Über sieben reich bebilderte Seiten fördern sie die Geschichte ihres grausigen Fundes zutage. Die, welche das Symbol pflanzten, sind natürlich lange tot. "Nur das Hakenkreuz hat überlebt, alle verschiedenen Zeiten", so das Magazin in düsterer Wallung: "Es ist immer höher gewachsen und heute höher als ehedem, denn der Wald vergißt und versteckt nicht, was die Menschen gesät haben. Ob sie wollen oder nicht, er zeigt es her, eine halbe Ewigkeit."

Und die Anwohner? Die haben reagiert wie alle Deutschen und ihre furchtbare Verstrickung einfach verdrängt: "Die Einheimischen, die genau davon wußten, haben geschwiegen."

Das SZ-Magazin nimmt die skurrile Angelegenheit wie zu erwarten zum Anlaß, den gesamten deutschen Waldmythos seines bräunlichen Kerns zu überführen: "Nimm einmal den deutschen Wald als Begriff und als Bild, was spürst du? Einerseits moosigen Untergrund. Ein sanftes Wogen und Rauschen. Über allen Gipfeln ist Ruh. Andererseits so etwas Düsteres, Finsteres, Dämonisches. Caspar David Friedrichs Abtei im Eichwald. Das verirrte Rotkäppchen. Ich, Bertolt Brecht, bin aus den schwarzen Wäldern. Aus dem Schlund. Der ist zu groß und zu mächtig für dich. Und jetzt beunruhigt er dich mit diesem Hakenkreuz; wer, wenn nicht er?"

Da haben wir’s: Der deutsche Wald – ein ewig brauner Gesell’. Wie die Deutschen, die "genau davon wußten" und "geschwiegen" haben, die die "Hakenkreuzschonung" deckten und der Entnazifizierung entzogen "und", so das SZ-Magazin zielsicher, "mit Absicht vergessen" haben.

Billige Ausreden werden die Kutzerower Waldnazis nicht retten. Etwa die, daß das Kreuz nur aus einer Höhe von rund 300 Metern zu erkennen ist und man dort oben eher selten spazierenfliegt. Hans Heckel