17.10.2021

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04.11.00 Die Ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 04. November 2000


Die Ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
(Ruth Geede)

Lewe Landslied,

das war nun bereits unser drittes "Familien-Seminar" im Ostheim in Bad Pyrmont, das auch als Veranstalter zeichnet, und ich darf sagen: Es war ein voller Erfolg. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die dies mit viel Beifall und Zustimmung bekundeten, aber auch für die Referenten, die ein aufmerksames und mitgehendes Auditorium fanden. Das trug wohl mit zu der lockeren und fröhlichen Atmosphäre bei, die das viertägige Seminar bestimmte.

Sie sich bei den ernsten Themen einer gespannten Aufmerksamkeit und Anteilnahme, wohl am eindringlichsten zu spüren bei dem Referat von Hans-Jurgen Preuß über das nun 150 Jahre alte Königsberger Diakonissen-Mutterhaus "Krankenhaus der Barmherzigkeit", das durch die Auslegung des fundierten, mit großem Engagement zusammengetragenen Materials über das Einst und Jetzt – vor allem über das Leben und Schicksal der Diakonissinnen – ungemein fesselte. Ein ähnlich einfühlsames Mitgehen bei den Ausführungen von Christa Pfeiler-Iwohn über das Schicksal der ostpreußischen Waisen aus den russischen Kinderhäusern, aktualisiert durch ihre neuesten Erfahrungen und Erfolge auf dem Gebiet der Suche nach Identität der noch heute unter dem Erlebten Leidenden. Und natürlich konnte auch ich die großartigen Erfolge unserer Ostpreußischen Familie einbringen, sozusagen als Bestandsaufnahme unserer Familienarbeit in der jüngsten Zeit.

Den historischen Teil des Seminars deckte Hans Graf zu Dohna mit einem Vortrag über die Krönung Friedrich I. im Königsberger Schloß am 18. Januar 1701 ab – im nächsten Jahr finden ja die Jubiläumsfeierlichkeiten statt, auf die schon eingegangen werden konnte. Was diesen Vortrag so besonders interessant machte, war die Behandlung der Ereignisse im Vorfeld der Krönung. Vor allem erläuterte der Referent die Stellung Preußens im Europa des Barock und ging dabei auf Begebenheiten ein, die den Teilnehmern gänzlich unbekannt waren. Ein Vortrag, der Geschichte lebendig werden ließ und begeistert aufgenommen wurde.

Natürlich kam unsere Heimat nicht zu kurz – wie sie war, wie sie heute ist, wie sie bewahrt blieb. Ein ganzer Nachmittag war unserm Adebar gewidmet, und das Thema füllte die Stunden voll aus. Wissenschaftlich betrachtet von dem Zoologen Dr. Christoph Hinkelmann, der nicht nur über die Vogelwarte Rossitten und den "Vogelprofessor" Dr. Johannes Thienemann sprach, sondern auch herrliche Aufnahmen von Störchen in unserer nun dreigeteilten Heimat zeigte, wo Meister Adebar ja noch heute, wenn auch dezimiert, sein Domizil hat. Frau Dr. Käthe Markus plauderte über den Oadeboar in Lied, Sage und Brauchtum und weckte damit liebevoll bei den Älteren die Erinnerung an ihre Kindheit. Und ich schloß mit Märchen und Sagen diesen "Storchennachmittag" ab. Eingedenk der Bewahrung unserer Heimatliteratur wurden Leben und Schaffen der ostpreußischen Schriftsteller Walter Scheffler und Paul Brock ausführlich behandelt.

Am lebendigsten aber wurde die Heimat an dem Bunten Abend, an dem jeder etwas vortragen konnte: Lieder, Gedichte, Erlebnisse, Histörchen in Hoch und Platt. Und da zeigte es sich, daß wir wirklich eine "Ostpreußische Familie" sind, die fröhlich auch ohne große Vorbereitung ein ganze Programm gestalten kann! Und wie! Natürlich sammelte ich wieder viele Wünsche ein, aber die müssen noch etwas warten wie auch alle anderen Zuschriften, die meinen Krepsch füllen. Kleiner Trost: für die großen Suchfragen gibt es wieder eine "Familie-Extra"!

Eure

Ruth Geede