17.10.2021

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04.11.00 Nähe des Unendlichen

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 04. November 2000


Nähe des Unendlichen
Werke von Caspar David Friedrich im Museum und in Publikationen

Als eine sensationelle Neuerwerbung wurde in der Kunstszene ein Neuzugang in der Hamburger Kunsthalle bewertet, die mit Unterstützung der Campeschen Historischen Kulturstiftung ihre Sammlung mit Werken von Caspar David Friedrich erweitern konnte. "Tannenwald mit Wasserfall" ist das nunmehr 13. Gemälde des 1774 in Greifswald geborenen Romantikers Friedrich in der Hamburger Sammlung. Es entstand 1828 als Pendant zu dem sich gleichfalls in der Kunsthalle befindlichen Werk "Frühschnee". Friedrich wollte mit diesen kleinformatigen Naturausschnitten das Thema Leben und Tod aufgreifen – aufkeimendes Leben im "Tannenwald", herannahender Tod im "Frühschnee".

Gustav Pauli, Nachfolger Alfred Lichtwarks als Direktor der Kunsthalle, schrieb 1934 über den Maler und sein Werk: "Es hat keinen gegeben, der so eindringlich uns die Landschaft als das Sinnbild eines beseelten Universums gedeutet hat. Bei ihm gibt es nichts, was ablenkt oder zerstreut ... Immer spüren wir die geheimnisvolle Nähe des Unendlichen. Über dieser Natur weht der Odem Gottes – zugleich aber nehmen wir teil an der persönlichen Ergriffenheit des Künstlers." – In die Bilderwelt des Caspar David Friedrich entführt den Betrachter ein kleiner, aber feiner Postkartenkalender aus dem Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude (12,80 DM) mit Reproduktionen von Gemälden, die sich heute in vielen bedeutenden europäischen Museen befinden.

Im gleichen Verlag erschien auch ein Reise- und Wanderführer der besonderen Art. Nils Aschenbeck, Regine Dehnel und Wolf-Dietmar Stock wandeln Auf den Spuren von Caspar David Friedrich (144 Seiten, Klappbroschur, 19,90 DM). Es geht quer durch Mecklenburg-Vorpommern zu den Motiven, die Friedrich in seinen berühmten Gemälden vom Kreidefelsen, dem Hafen von Greifswald oder der Ruine Eldena mit dem Pinsel festhielt. Auf 25 Stationen sind die Entstehungsorte festgehalten, viele Motive fotografisch nachgestellt. Dieses vorzügliche Buch (11 x 18 cm) hätte ein größeres Format durchaus verdient; dann aber hätte es wohl kaum noch ins Reisegepäck gepaßt. SiS