25.10.2021

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11.11.00 "Gemeinsam sind wir stark ..."

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 11. November 2000


"Gemeinsam sind wir stark ..."
Die Ostpreußische Landesvertretung tagte im Berliner Johannesstift

"Ostpreußen ist Gegenwart und hat Zukunft, wenn wir ihm Zukunft geben", betonte der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen in seiner programmatisch zu verstehenden Rede aus Anlaß der Sitzung der Ostpreußischen Landesvertretung, die am 4. und 5. November im Johannesstift im Berliner Außenbezirk Spandau tagte. 

Die Ostpreußische Landesvertretung, das höchste Beschlußorgan der Landsmannschaft Ostpreußen, tagt mindestens einmal jährlich, um Bilanz zu ziehen und mögliche Aufgaben für die Zukunft festzulegen. Dabei war auch das zurückliegende Jahr von einer Vielzahl von ungelösten Fragen im Verhältnis von Deutschen und Polen gezeichnet, obschon die "gesamte politische Klasse der Bundesrepublik dagegen der Auffassung ist", wie der Sprecher exemplarisch ausführte, als gebe es zwischen beiden Völkern keinerlei Probleme mehr. Dies gilt selbstverständlich auch für den Vertreiberstaat Rußland, der weiterhin an den jeweiligen Demarkationslinien ein völlig willkürlich operierendes Grenzregime duldet.

 Immerhin, so W. v. Gottberg, hat in "Polen ein Diskussionsprozeß über die Vertreibung eingesetzt, wie wir dies vor wenigen Jahren noch nicht für möglich gehalten hätten". Kommt nunmehr, so fragt der Sprecher, "in Gang, was 1981 Joseph Lipsky von seinen eigenen Landsleuten gefordert hat, nämlich sich der eigenen Vergangenheit zu stellen"? Satzungsgemäß erfolgte nach der Entlastung des Bundesvorstandes, des Prüfungsauschusses und des Beschlusses über den Haushaltsplan "LO 2001" die Aussprache über den Bericht des Sprechers, wobei insbesondere die gesondert geführte Diskussion über die organisatorische Trennung der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen von der LO in den Blickpunkt geriet. Die im Januar vollzogene Trennung wurde mit übergroßer Mehrheit durch die Mitglieder der Ostpreußischen Landesvertetung bestätigt, wobei Jugendlichen, die inzwischen wieder fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, die Rückkehr in die Reihen der BJO ermöglicht werden kann. Die weiterhin vorherrschende Untätigkeit der politischen Klasse der Bundesrepublik in Sachen Eigentum Vertriebener veranlaßte die OLV zu einer Initiative über die Einrichtung einer "Preußischen Treuhandgesellschaft GmbH & Co a. A.". Über die genauere Organisationsstruktur, Aufgaben und Ziele wird demnächst gesondert im Ostpreußenblatt berichtet werden. Ein bedeutsamer kulturpolitischer Akzent wurde von der OLV durch die Verleihung des Ostpreußischen Kulturpreises für Publizistik an den russischen Fotographen Anatolij Bachtin gesetzt. Der Künstler, dessen Laudatio durch den stellvertretender Sprecher der LO, Wolfgang Thüne, vorgenommen wurde, fotographierte im russisch verwalteten Teil Ostpreußens alle durch Krieg oder durch Besatzungsmacht zerstörten Kirchen und hielt somit einen kultur- und kirchengeschichtlich bedeutsamen Teil ostpreußischer Geschichte für alle Zukunft fest. Für sein langjähriges erfolgreiches und beharrliches Wirken für die Belange der Landsmannschaft Ostpreußen als Vorstandsmitglied und seit 1991 als Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen erhielt Wilhelm v. Gottberg in Berlin die Ottomar-Schreiber-Medaille, die zweithöchste Ehrung der LO, verliehen. Die Auszeichnung nahm Bernt Hinz, stellvertretender Sprecher der LO, vor. D. M. (Ausführliche Berichte über das Treffen folgen)