28.10.2021

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18.11.00 Einsicht und Sinneswandel

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 18. November 2000


Einsicht und Sinneswandel
Gedanken zum Bußtag – Von Edeltraud Rostek

Obwohl kein gesetzlicher Feiertag mehr, will uns der Bußtag, drei Tage vor dem Toten- oder Ewigkeitssonntag, dazu helfen, von irrtümlichem Reden und Handeln zurückzukehren und unsere Gedanken mit Neuem zu füllen.

Vielfältige Orientierungen gibt uns die Bibel dazu. In seiner Rede an den König David deckt der Prophet Natan beispielsweise auf, daß wir das Vergehen anderer Menschen zwar wahrzunehmen, uns selbst aber nicht auf seine Schuld hin prüfen möchten:

Im Zorn entbrannte David über den reichen Mann, der seinem Gast das einzige Schaf eines armen Volksgenossen zubereitete, weil er kein Tier seiner großen Herde opfern wollte. Er aber mußte die Worte des Propheten hören: "Du bist der Mann! Du hast dir Batseba, die einzige Frau deines Untertanen, genommen und ihn im Krieg erschlagen lassen."

Ein Doppelporträt von Mark Chagall verbindet die Gesichter Davids und Batsebas. Das Davidgesicht schaut uns entgegen, im Profil sehen wir Batseba. Ein Engel der Versuchung im roten Gewand schwebt über ihren Köpfen, im blauen Mantel aber erscheint der Prophet. Er führt David zu den Geboten Gottes zurück.

David nahm das Urteil Gottes, den Tod seines Kindes, an, der ihn schmerzte wie der Verlust des einzigen Schafes den Armen. Ein anderer Sohn aber wurde ihm geboren, der ein König des Friedens werden sollte.

Buße, Einsicht und Sinneswandel führen uns in die Gottesgemeinschaft zurück, die wir schuldhaft störten. Letztlich, sagt die Bibel, ist es die Güte Gottes selbst, die uns zur Buße leitet.