28.10.2021

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18.11.00 Königlicher Auftakt der Versteigerung

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 18. November 2000


Königlicher Auftakt der Versteigerung
300 000 DM für King Arthur beim Internationalen Trakehner Hengstmarkt

Neumünster – Ein wahrhaft königlicher Siegerhengst führte das Körlot in der ausverkauften Holstenhalle zu Neumünster während der Trakehner Körtage an: King Arthur (v. Buddenbrock u. d. Konsula v. Consul) schien sich seines hohen Ranges bewußt zu sein und nahm Fachpublikum wie Körkommission von der Pflastermusterung am Donnerstag bis zum Schlußring am Sonnabend gleichermaßen für sich ein. Mit seinem stets strahlenden Auftreten, dem überlegenen Interieur und seiner Aura erinnert der vom Gestüt Hörem (Kathrin und Hubertus Poll, Gilten) ausgestellte King Arthur an den Hauptvererber Consul. Sein Züchter Jürgen von Giercke aus Langwedel bei Verden stellte mit dem dynamisch antretenden Bewegungshengst bereits seinen zweiten Siegerhengst nach Kupferberg-Gold.

Von über 200 Hengsten, die auf der Musterung im Sommer begutachtet worden waren, kamen 65 Youngster nach Neumünster. 16 Hengste, davon sieben Prämienhengste, wurden von der fünfköpfigen Körkommission unter dem Vorsitz von Hans-Joachim Scharffetter (Schwanewede) auf dem Endring gekört, zwölf von ihnen kamen unter den Hammer. Unter den gekörten Junghengsten ist auch der Buddenbrook-Sohn Connery, der auf dem Harderhof am Moorfleeter Deich aufgewachsen ist. Seit etwa 20 Jahren züchtet die aus Mohrungen stammende Gisela Harder, Vorsitzende der LO-Frauengruppe Hamburg-Bergedorf, gemeinsam mit ihrem Mann Manfred Trakehner Pferde. Zuchtleiter Lars Gehrmann zeigte sich mit der Qualität des Körjahrgangs sehr zufrieden, insbesondere mit der verbesserten Bewegungsdynamik und dem Springen der Junghengste.

Die zukünftigen Zuchthengste erzielten im Durchschnitt glatte 100 000 DM auf der abschließenden Auktion, die mit der Versteigerung des Siegerhengstes King Arthur einen königlichen Auftakt hatte: Für den Höchstpreis von 300 000 DM verkaufte Auktionator Uwe Heckmann den dunkelbraunen Nobelhengst an das aufstrebende Gestüt Tasdorf bei Neumünster, das mit King Arthur bereits den vierten Trakehner Hengst einstellt. Der Reservesieger Hofrat (v. Gribaldi u. d. Habsburg II v. Guter Planet) wurde gleichzeitig auch zweitteuerster Hengst (170 000 DM). Der großlinige und korrekte Schwarzbraune wird in Zukunft als erster Trakehner-Hengst auf der Station Meyerhof im hannoverschen Zuchtgebiet decken und seinen hervorragenden Anlagen gemäß eine sportliche Ausbildung erhalten. Die Meyerhof-Inhaberin Friederike Peters ersteigerte für 100 000 DM zudem die zweitteuerste Stute, die Staatsprämien- und Prämienstute Heavenly v. Artistic Rock-Fahnenträger II aus der Zucht und dem Besitz der Hippo Stables in den Niederlanden. Mit der höchsten Springnote der gekörten Hengste von 10,0 wurde einer der wohl letzten Söhne des legendären Springhengstes Abdullah, der Fuchshengst Idahoe aus einer Zauberklang-Mutter, bedacht. Sein Züchter und Besitzer Norbert Evers aus Groß Timmendorf wird den mit großer Bascule und Vermögen am Sprung ausgestatteten Fuchshengst voraussichtlich zu einem internationalen Springreiter in Ausbildung geben.

Die Preisgestaltung der sonntäglichen Auktion stellte Vorstand und Züchter gleichermaßen zufrieden: Mit einem Gesamtumsatz von rund 2,6 Millionen DM, Durchschnittspreisen von 100 000 DM für die gekörten, rund 17 500 DM für die nicht gekörten Hengste und 12 900 DM für die Fohlen konnte das Preisniveau der vergangenen Jahre insgesamt leicht gesteigert werden. Herausragend und auch von Zuchtexperten anderer Zuchtgebiete hoch gelobt war die Qualität der Stutenkollektion, die mit 38 500 DM einen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 10 000 DM gesteigerten Durchschnittspreis erzielte. Reges Interesse an der hochwertigen Qualität der zukünftigen Mutterstuten war insbesondere aus dem Ausland zu verzeichnen, wohin sieben der 16 Stuten zugeschlagen wurden, davon allein sechs nach Großbritannien. Die teuerste Stute Tamara v. Schwadroneur u. d. Tanninja v. Pardon Go wechselte für 140 000 DM aus dem dänischen Züchterstall von Peter Christensen (Nakskov) ins Gestüt Wiesenhof in Krefeld.

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In Würdigung der großzügigen Förderung und Unterstützung der Trakehner Pferdezucht wurden Carlotta und Guntram Peisern Norderstedt, mit dem "Dietrich-von-Lenski-Gedächtnispreis" ausgezeichnet. Der Vorsitzende der Trakehner Stiftung, Hubertus Hilgendorff, überreichte den Preis anläßlich des Trakehner Hengstmarktes gemeinsam mit Christoph von Lenski, dem Sohn des im vergangenen Jahr verstorbenen langjährigen Ehrenvorsitzenden des Trakehner Fördervereins, Dietrich von Lenski. TC