20.10.2021

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25.11.00 Die Ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 25. November 2000


Die Ostpreußische Familie
Lewe Landslied,

so langsam fängt es an, adventlich zu werden, und damit beginnt auch für echte Ostpreußen die Zeit des Pfefferkuchenbackens. Bei uns zu Hause wurde am 1. Advent der Pfefferkuchenteig angerührt und zugedeckt an einen geheimen Ort gestellt, wo er sicher vor heimlichen Schmengerern war. Bis dann das große Backen begann: Herzen, Monde und Sterne, Pfeffernüsse und Katharinchen.

Nach Katharinchen wird immer wieder gefragt, denn diese achteckigen Lebkuchen gab es ja nur bei uns. Und gibt es noch, denn Hanna Wenk hält wieder ein paar Förmchen bereit, damit Landsleute echte Katharinchen backen können. Wie gesagt: Förmchen, denn sie sind etwas kleiner als die ursprünglich sehr großen sechseckigen Ausstecher, aber sonst ganz getreu nachgearbeitet. Wer solch ein Förmchen möchte, wende sich bitte an Frau Wenk, die auch das echte Katharinchenrezept mitliefert. Ein kleiner Kostenbeitrag ist erwünscht, denn der Erlös geht – wie in den vergangenen Jahren – an die "Bruderhilfe Ostpreußen". (Hanna Wenk, Klosterstraße 18 in 26506 Norden.)

Einen Weihnachtswunsch hat auch Inge Wenzek, der unsere Ostpreußische Familie übrigens mit einem ganz alten "Doennigschen Kochbuch" eine riesengroße Freude bereitet hat. Frau Wenzek sucht ein Ostpreußenkleid in 48er Größe, denn sie ist eine stattliche Ostpreußin und 1,75 Meter groß. Vielleicht gelingt uns ja nun wieder eine Überraschung. Aber bitte zuerst eine Mitteilung geben, nicht gleich das Kleid zusenden. (Inge Wenzek, Haldenweg 69 in 79241 Ihringen.)

Ein sehr altes Buch wird gesucht, selbst ich – schon in jungen Jahren eine "Märchentante" – kenne es nicht. Es handelt sich um "Märchen aus Ostpreußen" von Karl Friedrich Baltus, erschienen in Kattowitz 1907. Frau Sabine Crone, die es sucht, hat es selbst über die "Europäische Märchengesellschaft" nicht bekommen, von Antiquariaten ganz zu schweigen. Wer besitzt es oder kann einen Hinweis geben, wo man das Buch finden könnte? (Sabine Crone, Schützenstraße 20 in 31688 Neustädt.)

Zwar nicht zu Weihnachten, aber zur Hochzeit ihrer Enkeltochter sucht Irmtraut Kurz ein Gedicht. Sie erhielt es zu ihrer eigenen Hochzeit, aber leider weiß sie nur noch einige Zeilen: "Sei keine mürrische Alte, wenn’s ringsherum lacht und blüht. Zeigt sich ums Aug’ die Falte, leg’ Reize ins Gemüt. Er kämpfte bis zur Hochzeit um Deine Lieb’ und Gunst. Die Lieb’ ihm zu erhalten sei Deine Ehekunst!" Wer kennt den gesamten Wortlaut dieser weisen Mahnung? (Irmtraut Kurz, Damerowsweg 21 in 22081 Hamburg.)

Und nun eine Geschichte, die so recht in die Vorweihnachtszeit paßt. Christel Ulrich, verw. Wenghofer, geb. Sanio, fand 1945 auf der Flucht im Straßengraben eine Bibel, die eine kleine Familienchronik enthält. Sie betrifft die Familie Olschewski aus Lyck, Kaiserwilhelmstraße 43. Vater Fritz, * 4. 12. 1903, und Mutter Emma, geb. Traeciak, * 11. 12. 1904, hatten fünf Kinder. Zwei Töchter, Elfriede und Hildegard, verstarben schon kurz nach der Geburt. Leben blieben Dietlind, * 17. 7. 1927, Fritz Heinz, Ü 5. 8. 1930, Horst Fritz, * 6. 1. 1932. Frau Ulrich würde sich freuen, wenn sich jemand von den noch Lebenden melden würde, damit die Bibel wieder in die Familie zurückkehren kann. Die heute 83jährige stammt selber aus Lyck, Abbau Sanio-Penk. (Christel Ulrich, Am Forsthaus 15 in 31162 Bad Salzdetfurth.)

Eure Ruth Geede