19.10.2021

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02.12.00 Aktuelle Themen behandelt

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 02. Dezember 2000


Aktuelle Themen behandelt
Lebhafte Diskussionen auf Politischem Frauenseminar im Ostheim

Bad Pyrmont – Das Thema des Politischen Frauenseminars in Bad Pyrmont lautete: "Rußland und das Königsberger Gebiet am Beginn des 3. Jahrtausends – Perspektiven, Chancen, Risiken". Dazu hatten Uta Lüttich, Bundesvorsitzende des ostpreußischen Frauenkreises, und Peter Wenzel von der Bundesgeschäftsstelle der LO kompetente Referenten eingeladen, die zu aktuellen und brisanten Themen sprachen.

Besonders erschütternd war der Vortrag der Präsidentin des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen, Sibylle Dreher, Berlin, zum Thema "Die Vertreibung und Verschleppung der deutschen Bevölkerung im nördlichen Ostpreußen und in Westpreußen". Sie berichtete davon, daß jetzt die prall gefüllten russischen Archive einen kleinen Spalt geöffnet wurden und daß es erschreckend sei, wieviel Material über begangene Greueltaten ihrer eigenen Leute darin enthalten sei. In ihrem Vortrag ging Sibylle Dreher auf die zahllosen Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen, die zum Teil noch halbe Kinder waren, ein. Sie ließ immer wieder betroffene Frauen zu Wort kommen, was die Zuhörer tief erschütterte. Untermauert wurden ihre Ausführungen von einem Videofilm über drei Frauen, die sowohl zahllose Vergewaltigungen als auch die Verschleppung nach Sibirien überlebten.

Sehr informativ war der Vortrag von Hermina Wagner, Stuttgart, zum Thema "Die Deutschen aus Rußland und ihre Probleme der Integration in der Bundesrepublik". Mutet es in unserer Zeit doch fast wie ein Wunder an, wie diese Menschen es geschafft haben, zum Teil über Jahrhunderte Deutschtum zu bewahren. Diese Deutschen aus Rußland haben sich Tugenden bewahrt, die auch für unsere Gesellschaft heilsam wären. Uta Lüttich stellte die weiteren Referenten mit ihren Themen vor: Dr. Hans-Werner Rautenberg vom Herder-Institut Marburg sprach zum Thema "Von Lenin bis Putin – Rußland auf dem Weg nach Westen?"; Agraringenieur Günther Schütz aus Fuldatal referierte zum Thema "Die gegenwärtige Lage der Landschaft im nördlichen Ostpreußen und sinnvolle künftige Unterstützungsmaßnahmen"; Uwe Greve, Journalist und Politiker aus Kiel, behandelte "Die Zukunft des Königsberger Gebietes im europäischen Einigungsprozeß"; Manfred Schulz vom Verein "Ostseebrücke" aus Drestedt widmete sich dem "Bericht über die Vermittlung deutscher Sprache und Kultur an die Rußlanddeutschen im Königsberger Gebiet"; Joachim Rudat aus Moorrege, Kreisvertreter der Kreisgemeinschaft Wehlau, referierte über "Die heimatpolitische Arbeit der Kreisgemeinschaften der LO im nördlichen Ostpreußen am Beispiel Wehlau". Zum Abschluß sprach der Völkerrechtslehrer Prof. Dr. Gilbert Gornig, Marburg, zu dem Thema "Neuanfang nach der Apokalypse – Das nördliche Ostpreußen zwischen 1945 und 1990 unter besonderer Berücksichtigung der völkerrechtlichen Entwicklung".Sie alle informierten und referierten sehr kompetent, lösten lebhafte Diskussionen aus und erhielten viel Beifall. Uta Lüttich bedankte sich bei den Referenten, bei den Teilnehmern und beim Heimleiter-Ehepaar Winkler. Sie alle hatten dazu beigetragen, daß dieses Seminar stattfinden konnte. Ilse Rudat