25.10.2021

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16.12.00 Neunte Tournee der Dittchenbühne rund um die Ostsee

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 16. Dezember 2000


Die Zuschauer verzaubert
Neunte Tournee der Dittchenbühne rund um die Ostsee

Elmshorn – Zum neunten Mal fuhr das Ensemble der Dittchenbühne um die Ostsee. Mit dem bekannten Zuckmayer-Stück "Der Hauptmann von Köpenick" eroberten die Elmshorner Schauspieler schnell die Herzen der Zuschauer. Natürlich war die Fahrt für die Mitwirkenden sehr anstrengend. Morgens um 4 Uhr fuhr man los und spielte schon um 19 Uhr in Danzig. Das Theater in Danzig-Langfuhr war total überfüllt. Auch der deutsche Generalkonsul war anwesend und bedankte sich beim anschließenden Empfang bei Raimar Neufeldt, Vorsitzender der Dittchenbühne, für die hervorragende Leistung des Ensembles.

Da der kürzere Weg über Königsberg wegen der schwer zu kalkulierenden Grenzwartezeiten zu gewagt erschien, fuhr man über Suwalki in Richtung Memel. Auch im dortigen Dramatischen Theater, in dem sich die Elmshorner fast wie zu Hause fühlen, gab es viele Besucher. Im Anschluß an die Aufführung feierte man mit den litauischen Freunden. Seit elf Jahren gibt es bereits einen Vertrag über die Zusammenarbeit zwischen den beiden Theatern in Memel und Elmshorn. So wird auch im nächsten Jahr ein litauischer Theaterfachmann in Elsmhorn bei einer litauischen Komödie Regie führen. Die Premiere wird mit dem Besuch des Dramatischen Theaters in Elmshorn zusammenfallen.

Natürlich gab es auch einen Besuch in Nidden und Schwarzort auf der Kurischen Nehrung. Auch das Thomas-Mann-Haus stand auf dem Besuchsprogramm, und auf der Hohen Düne hörte man die Ballade "Die Frauen von Nidden". In Libau (Lettland) spielten die Elmshorner vor sehr jungem Publikum. In vielen Schulen gibt es erweiterten Deutschunterricht, so daß es den Besuchern nicht schwer fiel, die Texte zu verstehen, die auf dieser Tournee größtenteils hochdeutsch gesprochen wurden. Über Reval ging die Fahrt weiter nach Narva, dem großen Problemgebiet Estlands mit über 95 Prozent russischer Bevölkerung und der höchsten Arbeitslosigkeit. Auch hier war das Haus gut besucht, die deutsche Botschaft war durch den Kulturattaché vertreten.

Am nächsten Tag benötigte man fünf Stunden an der Grenze, da die russischen Zöllner mit den internationalen Frachtpapieren für die Theaterrequisiten nicht einverstanden waren. Fünf Minuten vor Aufführungsbeginn war die Gruppe endlich im Theater in St. Petersburg. Durch die fast 600 Besuchter bahnten die Elmshorner sich den Weg zur Bühne. Mit einer viertelstündigen Verspätung begann die Aufführung. Auch der neue deutsche Generalkonsul von St. Petersburg und der Kulturattaché waren anwesend. Unter großem Applaus endete die fünfte Aufführung der Dittchenbühne in St. Petersburg. Noch nachts fuhr das Ensemble nach Viborg (Karelien). Am darauf folgenden Tag spielte die Gruppe schon in der finnischen Partnerstadt Raisio, von dort führte der Weg über Stockholm und Kopenhagen zurück nach Elmshorn. Rund 2000 Besucher sahen auf der Tournee den "Hauptmann von Köpenick", der überall großen Anklang fand. Auch in Elmshorn sind die Veranstaltungen stets ausverkauft. DB