28.10.2021

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23.12.00 Weihnachten – auch sprachlich ein Auslaufmodell?

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 23. Dezember 2000


Neudeutsche "Christmas-Emotions"
Weihnachten – auch sprachlich ein Auslaufmodell?
von Hans-Jürgen Mahlitz

Ob man im Internet surft, durch innerstädtische Einkaufsstraßen streift oder in Werbekatalogen blättert: Weihnachten 2000 heißt nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas. Das klingt modern und multikulturell, ist "political correct" und im Antifa-Sinne unbelastet.

Da unsere Leser mit den jüngsten Schöpfungen neudeutscher Sprachgestalter vielleicht noch nicht so ganz vertraut sind, hier die wichtigsten Statements, die man einfach braucht, um das angesagte Event optimieren zu können:

Wer die Christmas-Mailing-Aktion just in Time packen will, sollte das Weihnachts-Roll-Out rechtzeitig starten, am besten parallel zum Kick-Off (für ganz Altmodische: Früher hieß das "1. Advent"). Um eine wirklich powervolle Performance zu erzielen, sollte man weder Kosten noch Mühen scheuen und einen professional Christmas-Illumination-Officer einschalten.

Generell gilt: Ohne Einsatz von Service-Providern (die Älteren unter uns kennen sie noch unter Namen wie "Engel" oder "Weihnachtsmann") ist jede Private-Distribution zum Scheitern verurteilt; da hilft dann allenfalls noch benchmark-orientiertes Controlling.

Über eine X-mas-Hotline kommt das jüngste Gedicht:

When the last Kalender-sheets

flattern through the winter-streets

and Dezember-wind is blowing,

then it ist not allzuweit:

she does come

– the Weihnachtszeit.

Ein wahrhaft progressiver Consulting-Ansatz – aber trotz allem für "die unbelehrbaren Ewiggestrigen": Frohe Weihnachten!