17.10.2021

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23.12.00 Die Ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 23. Dezember 2000


Die Ostpreußische Familie

Lewe Landslied,

nun ist Weihnachten, und sicherlich freuen sich heute einige Landsleute über kleine Dinge, nach denen sie lange gesucht und die über unsere Ostpreußische Familie gefunden wurden. Vielleicht ein Buch oder nur ein Gedicht, ein Lied, Katharinchenformen, alte Fotos aus der Heimat und andere liebevolle Erinnerungen. Aber was noch mehr wiegt, ist doch der menschliche Aspekt: Daß Landsleute zueinander gefunden haben, alte Bekannte wie neue Freunde, und daß sich heute manch ein Alleinlebender durch einen lieben Brief, einen herzlichen Kartengruß, einen fröhlichen Telefonanruf nicht mehr so einsam fühlt.

Von einigen Reaktionen auf Fragen und Wünsche, die in den letzten Monaten gestellt wurden, will ich berichten. Da veröffentlichten wir Anfang November die Informationen eines Lesers, der auf einer Masurenreise die Reste des alten evangelischen Friedhofes von Kronau entdeckt hatte. Er notierte Namen und Daten von den noch erkennbaren Grabstätten, darunter auch die von Friedrich und Carl Czygan, die dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beigesetzt worden waren. In der Hoffnung, daß sich vielleicht Nachkommen für diese Angaben interessieren. Und da kam ein Brief von Prof. Dr. Dr. h.c. Franz-C. Czygan aus Würzburg: "Als ich Das Ostpreußenblatt las, war ich plötzlich hellwach. Natürlich sind die Kronauer Gräber die Ruhestätten meiner direkten Vorfahren. Seit Ende des 17. Jahrhunderts ist die Familie Czygan dort ansässig. Es waren Kölmer Bauern, deren Hof noch besteht und der heute vorbildlich von Herrn Herrmann bewirtschaftet wird. Als ich 1985 dort war, suchte ich allerdings vergeblich nach dem evangelischen Friedhof. Umso mehr freue ich mich, daß wenigstens noch Reste der Grabstätten bestehen." So können, wenn Besucher mit wachen Augen durch unsere Heimat gehen, wohl noch viele Spuren entdeckt werden, die nicht verwehten!

Auch das Ehepaar Waidelich notierte einen Namen, der auf der Gedenktafel auf dem Soldatenfriedhof in Insterburg steht, weil er mit dem ihren identisch ist: Hans Waidelich * 1904 † 1945. Sie fanden nach großen Bemühungen eine Schwester des Gefallenen in Kirchheim/Teck, die sehr überrascht war, weil sie ganz andere Angaben über den Todesort ihres Bruders erhalten hatte. Daraufhin fragten wir in unserer Familie nach ehemaligen Kameraden, die in dem Kriegsgefangenenlager in Insterburg waren. Jetzt schrieb uns Frau Waidelich, daß es nicht viele Zuschriften gab, aber die aussichtsreichste kam von einer Frau: Agnes Dobolski aus Worms, die auch in der Zeit von März 1945 bis November 1948 in dem Lager war.

Begeisterung bei der Kreisgemeinschaft Heilsberg: sie suchte dringend ein Foto der verstorbenen Mundartdichterin Emma Dankowski. Es kam nicht ein, es kamen vier Fotos, zugesandt von deren Nichte. – Zu der E-Mail aus den USA von Hiltrud Webber, die Hansi Hammer suchte: Monika Hippler, Kusine des leider Verstorbenen, benachrichtigte dessen 88jährige Mutter, die gleich an Frau Webber schrieb und schon Antwort bekommen hat. – Und Sabine Crone bekam tatsächlich eine Kopie des fast hundert Jahre alten ostpreußischen Märchenbuches von Karl Friedrich Baltus – und ich auch! Ein ganz herzliches Dankeschön, lieber Landsmann Johannes Kraemer.

Das sind nur einige Häppchen von unserm bunten Familienteller. Sie machen Appetit auf mehr? Dann bis bald! Peperkoke schmäcke am beste noah Wihnachte.

Eure

Ruth Geede