26.01.2022

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27.01.01 Kommentare

© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 27. Januar 2001


Kommentare

Thierses Dolchstoß 

Bundestagspräsident Thierse meinte wahrscheinlich, einen Entlastungsangriff zu fahren zugunsten des umstrittenen Außenministers. Heraus kam ein Dolchstoß. In 20 Jahren könne ein prügelnder Skinhead – nach erfolgreicher Läuterung – auch ruhig Bundesminister werden, sinnierte SPD-Mann Thierse in breiter Öffentlichkeit.

Blankes Entsetzen schlug ihm von allen Seiten entgegen – freilich aus unterschiedlichen Motiven. CDU-General Laurenz Meyer gab schmallippig zu Protokoll, er wolle in 20 Jahren Skinhead-Schläger genauso wenig in der Regierung sehen wie prügelnde Linke. So hatte sich Thierses Resozialisierungs-Phantasie just gegen Joschka Fischer als einstigen "prügelnden Linken" selbst gewandt.

Andere nahmen Thierse indes unter Feuer, weil er eine simple ethische Wahrheit sichtbar machte, die besonders dieser Tage frech geleugnet wird. Nämlich, daß linksextrem eingestufte Gewalt keinen Deut besser ist als rechtsextremistisch zugeordnete. Genau dies aber wollen Fischers Verteidiger glauben machen, indem sie die Exzesse der Vergangenheit verklären als "legitimen Protest" und selbst heute noch linksradikaler Gewalt "bei aller Kritik" moralisch höhere Motive unterjubeln.

Doch Gewalt ist eben Gewalt. Ob von linksaußen oder rechtsaußen ist unerheblich. Da wird es schon passieren können, daß sich die Täter von heute dereinst mit Hinweis auf eine "Lex Fischer" für höchste Staatsämter empfehlen. H.H.


Durchbruch für Transrapid

Bis zum letzten Moment wagte man nicht, an das Gelingen zu glauben. Aber nun haben die Chinesen tatsächlich den Vertrag zum Bau einer Transrapidstrecke "made in Germany" unterschrieben und Deutschland vor einer technologiepolitischen Blamage ersten Ranges bewahrt.

Die zukunftsträchtige Magnetschwebetechnik – berührungs- und reibungsfrei ohne Rad und Schiene – ist in Deutschland erfunden und bis zur Anwendungsreife entwickelt worden. Sie hätte schon vor Jahren zu einem milliardenschweren weltweiten Exportschlager werden können – wenn die Deutschen sich nur dazu hätten aufraffen können (oder wollen), im eigenen Lande den Zug der Zukunft nicht nur auf der Versuchsstrecke im Emsland, sondern auch "im wirklichen Leben", sprich auf einer ersten Präferenzstrecke fahren zu lassen, zum Beispiel zwischen Hamburg und Berlin. Eine Allianz aus Technologiefeinden und sogenannten Umweltschützern verhinderte dies. Ausländische Interessenten, etwa in USA, winkten ab: Wenn die Deutschen ihrer Erfindung selbst nicht trauen …

Derweilen holten die Japaner in der technologischen Entwicklung auf; lange würde es nicht mehr dauern, bis ein Magnetzug "made in Japan" unseren Transrapid überholt hätte. Hoffen wir, daß der gerade noch im letzten Moment zustande gekommene Vertrag mit Peking den Durchbruch beginnt – vielleicht können wir ja eines Tages im Transrapid mit Tempo 500 auch quer durch Deutschland schweben. Hans-Jürgen Mahlitz