26.01.2022

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24.03.01 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 24. März 2001


Die ostpreußische Familie
Lesern helfen Lesern
(Ruth Geede)

Lewe Landslied,

viele Leserinnen und Leser sind inzwischen Mittler für Wünsche von Menschen geworden, die unser Ostpreußenblatt bisher nicht gekannt haben oder nicht kennen konntne. Aber die Fragen betreffen unsere Heimat wie der Wunsch, den uns Christel Mathieu aus Bonn für Jolanta Hawrylec aus dem ostpreußischen Landsberg, heute Gorowo, übermittelt. Die junge Frau ist dort Deutschlehrerin am polnischen Gymnasium. Kürzlich absolvierte sie ein Deutschstudium am Goethe-Institut in Bonn-Bad Godesberg und wohnte während dieser Zeit bei Frau Mathieu, deren Heimatstadt Landsberg ist.

Jolantas Großmutter und ihre Eltern wurden 1946 aus der Ukrai- ne ausgewiesen und kamen nach Schwöllmen (Swedkowo) bei Göttchendorf, Kreis Preußisch Holland. Sie wohnten in den Resten des ehemaligen Gutshauses. Nun möchte Jolanta Hawrylec gerne wissen, wem das Gut früher gehörte und ob noch ehemalige Bewohner leben, zu denen sie gerne Kontakt hätte. Nun: Schwöllmen gehörte zur Herrschaft Schlodien und war im Besitz des Burggrafen und Grafen zu Dohna-Schlodien. In den 30er Jahren verwaltete Güterdirektor Heinrich Kammer Schwöllmen. Die junge Frau wäre sehr glücklich, wenn sich ehemalige Schwöllmer melden würden, und ganz besonders froh wäre sie über alte Aufnahmen vom Gutshaus. Zuschriften bitte an Christel Mathieu, Droste-Hülshoff-Straße 30 in 53129 Bonn.

Oft sage ich, daß ich glücklich darüber bin, daß ich "die Gnade der frühen Geburt" habe, weil ich die Heimat vermitteln kann, wie ich sie wissend erlebt habe. So kann ich auch Orte und Gebiete zumeist richtig einordnen wie im Fall von Carmen Reichardt, die gerne in die Heimat ihrer Großeltern fahren möchte und diese im südlichen Ostpreußen vermutet. Aber die Ortsnamen Sichelberg, Weißenfeld, Mikuike, Schröttersburg und Damnau finden sich in keinem ostpreußischen Ortsverzeichnis, denn sie liegen südlich der alten Reichsgrenze in jenem Gebiet, das von 1939 bis 1944 als Regierungsbezirk Zichenau zum Generalgouvernement gehörte. Dieses Gebiet hat eine wechselvolle Geschichte, und wenn Frau Reichardt schreibt, daß sie auf einer Karte aus dem 18. Jahrhundert den Ort Damnau "im tiefsten Masuren" gefunden hat, so muß man dies so korrigieren: Ursprünglich gehörte das Land zwischen dem großen Weichselbogen und dem südlichen Masuren zum Königreich Masowien, kam zur Zeit der Teilung Polens 1795 als Neuostpreußen zu Preußen, seit 1815 – nach dem Wiener Kongreß – gehörte es zu Polen, wie auch wieder nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Kurz und gut: Dieser kurze Geschichtsabriß mußte sein, um den Wunsch von Frau Reichardt richtig einordnen zu können. Sie fragt, ob es noch Menschen gibt, die ihre Großeltern Eduard Nass, geboren 1902 in Mikuike, und Olga Nass, geb. Wolf, geboren 1912 in Weißenfeld, oder ihre Kinder Martha, Hugo, Wanda, Heinrich und Alina Nass gekannt haben. Sie hätte auch gerne Auskunft über die genannten Orte, die heute wieder polnische Namen haben wie Plock (Schröttersburg) und Sierpc (Sichelberg). Wer war kürzlich da und kann Auskunft über dieses Gebiet geben? (Carmen Reichardt, Alte Landstraße 9 in 21039 Escheburg.)

Das Nachschrapselchen: Wer besitzt das Buch von Franz Née "Doa lacht min Därp" (1937, Holzner-Verlag, Tilsit) im Original oder als Kopie? Es wird dringend gesucht von Edith Müller, die schon zwei Nee-Bücher besitzt, aber nach dem genannten bisher vergeblich suchte. (Edith Müller, Hauptstraße 38 in 67823 Unkenbach.)

Eure

Ruth Geede