26.01.2022

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18.08.01 Oberbürgermeister Ude (SPD) würdigt Stalins „willigen Helfer“ von Einsiedel (PDS)

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 18. August 2001


»Liebesgrüße« aus München
Oberbürgermeister Ude (SPD) würdigt Stalins „willigen Helfer“ von Einsiedel (PDS)

Überschwenglich war das Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters von München, Christian Ude, gehalten. Dem 80jährigen Geburtstagskind drückte er seinen „Respekt für Ihre Gradlinigkeit und Konsequenz in Ihrem gesellschaftspolitischen Handeln“ aus. Und damit es keinen Irrtum gibt, was er damit meinte, schrieb er: „Das gilt für Ihre Zeit als junger Mensch genau so wie für die vergangenen Jahre beispielsweise in Ihrer Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter.“ Der so Gefeierte war der ehemalige Vizepräsident des „Nationalkomitees Freies Deutschland“ und spätere Bundestagsabgeordnete der PDS, Heinrich Graf von Einsiedel.

Als junger Luftwaffenleutnant war er 1942 in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten und hatte sich Stalin zur Verfügung gestellt zum Kampf gegen Deutschland. Da er bekannt gab, er sei ein Urenkel Bismarcks, war er für die Sowjets von erheblichem propagandistischem Interesse. Sie benutzten das „Nationalkomitee Freies Deutschland“, dessen von emigrierten Kommunisten formulierten Gründungsaufruf er mitunterschreiben durfte, sowie die zweite Vereinigung von Kollaborateuren, den „Bund deutscher Offiziere“, dazu, weitere Gefangene zum Übertritt auf die sowjetische Seite zu bewegen, um sie dann in den Lagern zu Kommunisten umzuschulen. Schließlich kämpften Mitglieder des „Nationalkomitees“ sogar aktiv gegen deutsche Truppen, so etwa bei der Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee.

Immer wieder berichteten deutsche Kriegsgefangene, daß sich Mitglieder des „Nationalkomitees“ als Spitzel in den Lagern betätigten und ihre deutschen Kameraden bei der sowjetischen Leitung denunzierten. Die Mitglieder des „Nationalkomitees“ wurden wesentlich besser behandelt als die Masse der Gefangenen, sowohl was die Verpflegung und Bekleidung als auch die Unterbringung anging. Der Luftwaffenleutnant Einsiedel, nun aktiver Kämpfer für den Bolschewismus, war bei Kriegsende im Stabe der sowjetischen belorussischen Front eingesetzt.

1947 wurde er in die sowjetische Besatzungszone entlassen, trat dort der SED bei und durfte als Redakteur bei einer Zeitung der sowjetischen Militärregierung mitwirken. Bald wechselte er jedoch ins offenbar angenehmere Leben im Westen über und wurde 1957 sogar Mitglied der SPD, aus der er aber 1992 wieder austrat, um sich seiner alten Partei, der PDS/SED, wieder zur Verfügung zu stellen, die ihn in den Bundestag entsandte. Stets galt sein besonderer Einsatz dem Kampf gegen die deutsche Wehrmacht. Von seinem Auftritt während des Krieges beim Stabe der sowjetischen belorussischen Front über eine Unterstützung der Reemtsmaschen Propaganda-Ausstellung gegen die Wehrmacht bis zu jüngsten Auftritten im Fernsehen - stets war es sein besonderes Anliegen, die deutsche Wehrmacht zu diffamieren.

In einer Bundestagsdebatte am 24. April 1997 behauptete er beispielsweise, die Wehrmacht habe den Zweiten Weltkrieg „selbst schon vorbereitet, lange ehe Hitler an die Macht kam.“ Das Protokoll verzeichnete nach seinem Redebeitrag „Beifall bei der PDS sowie bei Abgeordneten der SPD und des Bündnis 90/Die Grünen.“

Als Anfang dieses Jahres die ARD eine dreiteilige Sendung über Flucht und Vertreibung ausstrahlte, war Einsiedel als Zeitzeuge zu einem Rundgespräch geladen und erzählte dort, bei der Verteidigung Ostdeutschlands habe deutsche Flak Flüchtlingstrecks zusammengeschossen, um freies Schußfeld gegen sowjetische Panzer zu haben. Als hinterher ein aufmerksamer Zuschauer ihn um einen Nachweis dieses Ereignisses bat, antwortete er, das habe er von jemandem gehört, dem es sein Vater erzählt habe. Er weigerte sich, den Namen dieses angeblichen Augenzeugen zu nennen, so daß man davon ausgehen kann, daß der „Zeitzeuge“ Einsiedel, der selbst nie die Front gesehen hat, einmal mehr leere Propagandathesen verbreitet hatte.

Was um alles in der Welt veranlaßt den sozialdemokratischen Oberbürgermeister Ude dazu, diese zumindest umstrittene Person so anzuhimmeln? Man darf vermuten, daß der Grund im gemeinsamen Auftreten für Reemtsmas Antiwehrmachtausstellung im Jahre 1997 in München liegt. Bei deren Eröffnung hatte Oberbürgermeister Ude erklärt: „Kein einziges Dokument kann widerlegt und kein einziges Foto dementiert werden.“ Graf Einsiedel nahm am großen Begleitprogramm teil, um, wie Ude in seinem Glückwunsch u.a. behauptete, an „die moralische Verantwortung ... auch der heutigen Bundeswehrsoldaten“ zu erinnern. So wächst zusammen, was zusammengehört. H.-J. v. Leesen