22.01.2022

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15.09.01 Verdächtiger Sonderweg

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 15. September 2001


Michels Stammtisch:
Verdächtiger Sonderweg

„Roland Koch hat recht, wenn er die nationalen Interessen und das Selbstverständnis der Deutschen auch im Wahlkampf zum Thema machen will“, hieß es am Stammtisch im Deutschen Haus. Wer den mündigen Bürger ernst nehme, dürfe kein Thema ausklammern, es sei denn, er wolle die Bürger täuschen oder über den Tisch ziehen, und das sei weder ehrlich noch demokratisch.

Richtig sei es, wenn Koch dazu auffordere, in einem Europa ohne Grenzen die nationalen Interessen Deutschlands zu formulieren. Die demokratischen Nationalstaaten seien das Europäische an Europa, dessen Einheit in der Vielfalt bestehe, meinte der Stammtisch, der damit wieder einmal viel vernünftiger und demokratischer formulierte als viele Medienmacher. Richtig auch, wenn Koch Respekt vor der deutschen Fahne einfordere und erwarte, daß die Schüler das Deutschlandlied können. In allen anderen europäischen Staaten sei das im Blick auf deren eigene Symbole selbstverständlich. „Die Deutschen dürfen keinen Sonderweg der eigenen Mißachtung gehen“, hieß es am Stammtisch, „sonst machen sie sich nicht nur lächerlich, sondern auch verdächtig.“

Daß den Grünen Kochs Meinung nicht paßt, hatte der Stammtisch erwartet. Als typisch linker Politagitator unterstellte ihr Fraktionschef Tarek Al-Wazir, Hessens Minister- präsident wolle „Fahnenappelle“ an den Schulen einführen, und mutmaßte, Koch „sei verrückt geworden“.

„Einigkeit und Recht und Freiheit“ sowie Schwarz-Rot-Gold gehören nicht in die Rumpelkammer, sondern mitten in den Alltag der Demokratie, hieß es dazu am Stammtisch in seltener Einmütigkeit.