19.08.2022

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15.09.01 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 15. September 2001


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied,

einen ausführlichen und eindrucksvollen Bericht von seiner kürzlichen Reise nach Königsberg übersandte mir Helmut Georg Ebert - dafür herzlichen Dank. Herr Ebert, * 1930 in Lötzen, kam als Sechsjähriger nach Königsberg, weil sein Vater in das Reichsbahn-Ausbesserungswerk Ponarth-Ost versetzt wurde. Jetzt, nach 56 Jahren, kehrte er in die Heimat zurück und konnte zu seiner Überraschung im Hotel Daima von seinem Zimmerfenster aus auf sein Elternhaus in der Fasanenstraße sehen. Und er ging noch einmal auf seinem alten Schulweg von der Fasanenstraße zur Pestalozzischule. Das Gebäude wird noch benutzt, und Herr Ebert konnte sogar seine frühere Klasse betreten - es war alles so wie damals bis auf das Mobiliar. Mit seiner Schwester erlebte er eine Stunde des Gedenkens in der Ponarther Kirche, in der er am 25. Januar 1945 die Notkonfirmation erhalten sollte, aber da wurde Po-narth bereits von der Roten Armee beschossen.

Da nun viele Erinnerungen auf dieser Reise geweckt wurden, fragt Herr Ebert nach ehemaligen Mitkonfirmanden und Mitschülern, die mit ihm damals in der 8. Klasse mit dem beliebten Lehrer Marold waren. Auf der Flucht sind ihm Alfred Nieswand und Herbert Zachau begegnet - aber weder von ihnen noch von anderen Schulkameraden hat er je etwas gehört. Vielleicht jetzt? (Helmut Georg Ebert, Hilgershöhe 37 in 42277 Wuppertal.)

Die wohl bisher eigenartigste Frage, die an unsere Ostpreußische Familie gestellt wurde, legt mir Ingrid Gerlach vor. Ich komme da nicht weiter und weiß auch keinen Rat, aber vielleicht kommt der ja aus unserm Leserkreis. Es handelt sich um das Sterbedatum ihrer Großmutter Marie Gerlach, geb. Protreck, * 9. 10. 1865 in Windheim, Kreis Heiligenbeil, die im März 1945 auf der Flucht verschied. Auf See, genau auf dem 53 Grad 59 Min. nördl. Breite und 14 Grad 18 Min. östlicher Länge. So genau diese Angaben sind, so ungenau ist das Datum. Denn wie der Kapitän des Fluchtschiffes „M. S. ALKAID“ Ingrid Gerlach mitteilte, verstarb ihre Großmutter am 16. März 1945 - die Sterbeurkunde ist aber vom 15. März 1945 datiert. Die Enkelin hat sich bisher vergeblich bemüht, das richtige Datum zu ermitteln, aber selbst der Verband Deutscher Reeder mußte passen. Es ist lediglich belegt, daß das zur Fluchtzeit von der Fa. Leth & Co bereederte holländische Motorschiff ALKAID nach dem Krieg für die niederländische Reederei van Nievelt fuhr und 1964 an der spanischen Küste strandete. Wie und durch wen kann das richtige Datum ermittelt werden? Vielleicht erinnern sich auch noch ehemalige Flüchtlinge an den Tod der damals 80jährigen Marie Gerlach, weil sie nach deutschem Seemannsbrauch auf See beigesetzt wurde. Die Sterbeurkunde ist von Kapitän Gaute und Funker K. Radeczki unterzeichnet. (Ingrid Gerlach, Im Römerkastell 20 in 56077 Koblenz.)

Wieder einmal wird das alte Hirt’sche Lesebuch gesucht, und zwar das für das 5.-8. Schuljahr. Für unseren Landsmann Heinz Günther blieb es seit seiner Osteroder Schulzeit unvergessen. Er wäre schon glücklich, wenn es ihm jemand ausleihen würde. Außerdem sucht er das Gesangbuch „Mein Sanggesell“. (Heinz Günther, Badener Ring 26 in 72768 Reutlingen.)

„Wer kann mir etwas über den Lebenslauf von Dr. Erika Tidick mitteilen?“ fragt unser Leser Fritz Fülling. Ein von ihm erarbeiteter Beitrag fußt auf der Dissertation von Erika Tidick, Königsberg, 1925. (Fritz Fülling, Weststraße 72 in 47139 Duisburg.)

Eure

Ruth Geede