17.07.2024

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06.10.01 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 06. Oktober 2001


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied,

vorweg ein großes Dankeschön an alle Ärzte und Inhaber anderer Praxen, die unsere Zeitung auslegen, das hat schon zu einigen Erfolgen geführt. So las auch Rudolf Müller aus Tawern bei einem Arztbesuch Das Ostpreußenblatt und entdeckte darin unsere Ostpreußische Familie. Beim Lesen kam ihm der Gedanke, nach verschleppten Ostpreußen zu suchen, die mit ihm in russischen Lagern waren. Einen damaligen Kameraden, Hans Hintz aus Königsberg, hat er bereits über das DRK gefunden. Herr Müller hatte sich seinen Namen so gut gemerkt, weil der damals 15jährige von den Russen immer „Gans Gins“ gerufen wurde. Auch Rudolf Müller war noch keine 18 Jahre alt, als er 1945 in Elbing in russische Gefangenschaft geriet. Nach einem mißlungenen Fluchtversuch in Zivilkleidern gab er an, nicht Soldat gewesen zu sein. So wurde er mit anderen Zivilpersonen in das Lager Rosa im Ural gebracht. Von dort aus kamen etwa 500 Menschen, vorwiegend ostpreußische Frauen und Kinder, in ein anderes Lager, in dem auch Hans Hintz war. Wieder zurück nach Rosa, dann zur Arbeit in den Kohlengruben von Kopesk (Lagernummer 1081). Sein Brigadier war eine Frau Zimmermann.

Irgendwie haben die Russen es dann doch herausbekommen, daß er Soldat war, und Rudolf Müller kam im Juli 1946 in ein nahes Kriegsgefangenenlager, aus dem er im Juni 1948 entlassen wurde. Nun sucht er nach ehemaligen Mitgefangenen, die ja vorwiegend aus Ostpreußen stammten. Von manchen weiß er nur noch den Vornamen, so von einem „Kurt“, mit dem er in den Gruben als Holzschlepper gearbeitet hat. Da es noch immer sein Herzenswunsch ist, Verbindung zu ehemaligen Lagerkameraden zu bekommen, hofft er nun auf diesen, für ihn bis dahin unbekannten Suchweg. (Rudolf Müller, Bachstraße 18 in 54456 Tawern bei Trier.)

Die nächste Frage ist gezielter, denn sie richtet sich an Landsleute aus Seegertswalde, Kreis Mohrungen. Gesucht werden drei Frauen aus diesem Ort: Anna Klautke und Tochter Irmgard, * ca. 1923, sowie Lydia Buchholz, geb. Wendland. Bei der Familie Klautke lag im Mai 1941 der 20jährige Soldat Ludwig Möller im Quartier, und es wurde wahrscheinlich eine herzliche Freundschaft, denn Frau Klautke nannten den jungen Soldaten „Bübchen“. Während der Einquartierung lernte er auch Lydia Wendland kennen, die bei Pflegeeltern aufwuchs und auf einem Gut arbeitete. Der junge Soldat hatte nicht mehr lange zu leben: Er fiel mit drei seiner Kameraden am 21. Juli 1941 am Borowno-See. Frau Klautke sandte im September ein Beileidsschreiben an die Mutter des Gefallenen, in dem sie auch ihre Erinnerungen an „Bübchen“ zu Papier brachte. Zwischen Lydia Wendland und der Schwester des Gefallenen, Minna Möller, entstand ein Briefwechsel. Ende Oktober 1941 berichtete Lydia von ihrer Kriegstrauung mit dem Gefreiten Fritz Buchholz aus Königsberg, Sternwartstraße 5. - Nun möchte die Schwester gerne wissen, ob jemand über diese drei Frauen aus Seegertswalde Auskunft geben kann, mit denen ihr Bruder so kurz vor seinem Tode noch Kontakt gehabt hatte. (Minna Weiher, Kasseler Straße 5 in 34613 Schwalmstadt-Ziegenhain.)

Noch eine kurze Suchmeldung: Marlies Stern - die hofft, daß nach ihren positiven Erfahrungen auch diesmal unsere liebe Familie wieder Unmögliches möglich macht! - sucht für ihren Kusin Otfried Schulz dessen Schulkameraden Heinz Schirrmacher. Der Gesuchte ist Jahrgang 1928/29, seine Mutter hieß Margarete, ein jüngerer Bruder Jochen. Die Familie wohnte auf dem Sackheim in Königsberg. (Otfried Schulz, Holunderweg 33 in 60433 Frankfurt am Main).

Eure

Ruth Geede