26.01.2022

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13.10.01 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 13. Oktober 2001


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied,

man merkt: Jetzt werden die Tage kürzer, die Abende länger, und damit kommt die Zeit zum Lesen. Eine ganze Menge Buchwünsche haben sich angehäuft, und wenn auch immer wieder auf das Internet hingewiesen wird, will ich sie doch bringen. Denn nicht immer wird man dort fündig, und vor allem freuen sich die Empfänger, wenn die zugesandten Bücher von Landsleuten kommen und sich so als Zugabe noch ein netter Briefwechsel ergibt.

Das trifft wohl weniger auf Doris Schleisner zu, denn sie ist Holsteinerin, sucht aber zwei Bücher, die mit Ostpreußen zu tun haben: „Machet die Tore weit“ von Hartmut Schustereit und „Der unheimliche Mann Gottes“ von Hans Hellmut Kirst. Ich hoffe, daß wir über unsere Familie fündig werden. (Doris Schleisner, Plöner Straße 31 in 23701 Eutin.)

Elmar Schmid ist schon lange auf der Suche nach dem Buch „Land der vielen Himmel/Memelländischer Bilderbogen“ von Ulla Lachauer, das 1992 im Siedler Verlag erschien. Das ist ja noch gar nicht so lange her, und so könnte sich das Buch schon einfinden. Herr Schmid hat ein Exemplar im Haus des deutschen Ostens in München aufgestöbert, aber er möchte das Buch, das die Fotosammlung Walter Engelhardt enthält, gerne besitzen. (Elmar Schmid, Hedwig-Dransfeld-Allee 21 in 80637 München.)

Der nächste Wunsch wird - wenn überhaupt - nur schwer zu erfüllen sein, aber lassen wir uns überraschen. Es geht um die „Roon-Blätter“, die Vierteljahreshefte des Roon-Bundes, zu dem zwischen den beiden Weltkriegen die ehemaligen Angehörigen des bis 1919 in Gumbinnen in Garnison liegenden Infanterie-Regimentes Graf Roon Nr. 33 gehörten. Die „Roon-Blätter“ erschienen seit 1925 und wurden in Göttingen gedruckt, Wohnsitz des Schriftleiters Generalleutnant Glahn. Nun erhielt das Kreisarchiv Gumbinnen aus einem Nachlaß zwei Exemplare aus den Jahren 1930 und 1931 und möchte gerne die Hefte komplettieren. Wer besitzt noch „Roon-Blätter“ - vielleicht findet sich ja doch irgendwo in Nachlaß-Sammlungen von Familien ehemaliger Roon-Füsiliere dieses oder jenes Exemplar. Archivar Dietrich Goldbeck würde sich sehr freuen. (Kreisarchiv Gumbinnen im Stadtarchiv Bielefeld, Rohrteichstraße 19 in 33602 Bielefeld.)

Und nun Gedichte. Ein sehr altes sucht Gisela Hantel; es auf der Innenseite einer Schranktür in ihrem Elternhaus in Müngen, Kreis Heiligenbeil. Dieser Schrank wurde seit 1860 in der Familie weitervererbt. Es beginnt: „Frau Mutter Erde ist schwer zu wecken: Drei Monde liegt sie im Federbett und hüllt sich ein in schneeige Decken, als wenn sie nichts zu sagen hätt’ …“ (Drei Monate sind allerdings für den ostpreußischen Winter reichlich untertrieben!) Aber dann gelingt es dem Fräulein Sonne, die Müde doch zu wecken, und der Frühling wartet im besten Zimmer auf die mit Veilchen und Perlen aus Tau geschmückte Erde. (Gisela Hantel, Friedensallee 10 in 25693 St. Michaelisdonn.)

Für einen erblindeten Königsberger Klassenkameraden von der Sackheimer Mittelschule sucht Kurt Fuhrmann ein Gedicht, das diesen an seine in Königsberg umgekommene Mutter erinnert: „Der Bäcker bringt ein Brot ins Haus, das Brot, das ist so groß. Die Mutter, die sieht fröhlich aus und schneidet frisch drauf los. Die Kinder stehen ringsumher, und jedes heischt sein Teil …“ Der Blinde würde es sich so gerne von seiner Frau vorlesen lassen. (Kurt Fuhrmann, Bussardhorst 18 in 31515 Wunstorf.)

Eure

Ruth Geede