26.01.2022

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13.10.01 Leserbriefe

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 13. Oktober 2001


Leserbriefe

Ungemein selbstbewußt und stolz

Betr.: „Preußische Allgemeine Zeitung“

Als ich Das Ostpreußenblatt aus dem Briefkasten holte und entfaltete, sah ich es sofort: Etwas war anders als vorher. Unübersehbar stand unter dem Titel der Zeitung der Zusatz „Preußische Allgemeine Zeitung“. Das wirkt ungemein selbstbewußt und stolz, so, als wollte die Zeitung sagen: Ich bekenne mich zu Preußen! Voller Genugtuung und stiller Freude sah ich es. Was doch wenige Worte ausmachen können. Das hat die Landsmannschaft Ostpreußen gut gemacht.

Wir alle sollten uns zu Preußen bekennen, es ist unsere Heimat und als solche unverrückbar in unsere Herzen gepflanzt. Im Geiste höre ich bereits den Chor der „Politisch Korrekten“ und Deutschlandhasser, wie sie in Protestgeschrei ausbrechen und mit den Fingern auf das Wort „Preußisch“ zeigen. Besonders hier in Mitteldeutschland wurde der Staat Preußen verteufelt und als „Hort der Reaktion und des Militarismus“ abqualifiziert. Als ob in Preußen jedermann mit dem Stahlhelm auf dem Kopf herumgelaufen wäre. Dabei weiß man doch längst, daß zum Beispiel England, Frankreich und andere Staaten seinerzeit weitaus mehr Kriege geführt haben als das „ach so aggressive Preußen“. Preußen hat eben nicht nur Kriege geführt, sondern war auch lange Zeit in Europa der fortschrittlichste und modernste Staat. Ich denke da nur an die frühzeitige Abschaffung der Leibeigenschaft, Einführung der Schulpflicht für alle, Einführung moderner Anbaumethoden in der Landwirtschaft, eine recht umfassende Sozialgesetzgebung, Förderung von Kunst, Kultur, Handel und Industrie sowie eine weitgehende Toleranz Ausländern und anderen Religionen gegenüber. Menschen aus vielen Ländern werden ins Land geholt, auch gerade in Ostpreußen, wo sie im Laufe der Zeit zu dem einzigartigen Menschenschlag der Ostpreußen verschmelzen: Arbeitsam, sparsam, pflichtbewußt, treu und zuverlässig sowie von einem unerschütterlichen Optimismus erfüllt.

Ich sehe noch heute meine Großmutter vor mir, vor 50 Jahren, wenige Jahre nach der Flucht und Vertreibung, wie sie vor mir stand und mit leuchtenden Augen die Preußenhymne sang. Zu jener Zeit war es gefährlich, sich zu Preußen zu bekennen, sprach man zu laut und zu oft davon, bekam man schnell „Besuch“ von den Herren der „Horch- und Guckkompanie“. In der Schule bemühte man sich, uns Kindern die Liebe zur Sowjetunion und dem großen Generalismus Stalin einzutrichtern, dessen Fotos uns von fast jedem Schulheft an-blickten. Preußen gab es nicht und Vertriebene auch nicht. Als meine Schwester heiratete, wurde von dem Standesamtangestellten das „Buch der Familie“ ausgestellt, in der Rubrik „geboren in“ stand: „Auertal, Sowjet-union“. Das war mir neu, daß Auertal in der Sowjetunion lag. Aber auch heute noch ist in der ehemaligen DDR das Bild, welches man sich von Preußen macht, überwiegend negativ.

Im Frühjahr dieses Jahres wollte ich in einem Leserbrief an die hiesige Regionalzeitung anläßlich der Königskrönung von 1701 in Königsberg eine Lanze für die Preußen brechen. Der Brief erschien nicht, er ist sicher mit kühnem Schwung in den Papierkorb befördert worden. Statt dessen wurden Briefe abgedruckt mit den üblichen Plattheiten, der Staat Preußen wurde als „Leichnam“ bezeichnet, mit dem niemand etwas anzufangen wisse. Nun, das sollte doch zu ändern sein. Wieso eigentlich soll es den 1947 von den Siegermächten aufgelösten Staat Preußen in den Köpfen der Menschen nicht mehr geben. Verdammt in alle Ewigkeit? Ich kann es nicht akzeptieren, wenn einem Land für ewige Zeiten Schuld und eine ewige Büßerrolle attestiert wird. Die Briten sehen so etwas ganz anders. Sie sagen: Recht oder Unrecht - mein Vaterland. Sie bekennen sich zu ihrem Vaterland, in guten und in schlechten Zeiten und trotz mancher dunkler Flecken in ihrer Geschichte. Wir Deutschen dürfen das nicht, wir sollen für immer in Sack und Asche herumlaufen und für alle Welt den Zahlmeister machen. Ich jedenfalls schäme mich nicht, ein Preuße zu sein. Wir sollten ruhig wieder Flagge zeigen und uns nicht beirren lassen. Darum hoffe ich auch, daß der Zusatz „Preußische Allgemeine Zeitung“ im Ostpreußenblatt von Dauer sein möge.

Bernhard Ax, Halle-Neustadt

 

Zeitung für Deutschland

Betr.: „Preußische Allgemeine Zeitung“

Als ich mit der Post Das Ostpreußenblatt bekam, war ich erschrocken über den neuen Untertitel „Preußische Allgemeine Zeitung“. Ich meine, daß dieser Untertitel der Zeitung nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern vielmehr schadet. Ich rate bei aller historischen Wertschätzung der Rolle Preußens von dieser Verwendung ab. Als Abonnent des Ostpreußenblattes, dem sehr viel an der Erhaltung der Auflage und der Erweiterung der Leserschaft liegt, begründe ich meine Kritik wie folgt: Unter „Preußen“ versteht man landläufig nicht die Bezeichnung eines gegenwärtigen Gebiets, sondern etwas Historisches. Der Interessentenkreis wäre damit von vornherein stark eingeengt und zudem abnehmend. Wenn ein potentieller Leser dem Titel dennoch eine Gebietsangabe unterstellt, wird er an Berlin, Potsdam und eine unbestimmte weitere Umgebung denken. Schon die Verbindung mit Ostpreußen, aber auch mit dem weiteren Untertitel würde er nicht verstehen. Auch unter wohlgesonnenen Kritikern würde ein Eindruck von Realitätsferne aufkommen. Wohlgemerkt: Entscheidend ist hier, was das Publikum unter einem Begriff versteht, nicht, was es darunter verstehen soll.

Das Ostpreußenblatt hat sich bereits weithin den Ruf einer Zeitung für Deutschland geschaffen. Sein auf den ersten Blick provinzieller Name stand dem nicht im Wege. Dieses Kapital sollte nicht ohne Not aufs Spiel gesetzt werden. Die Käufer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ argwöhnen ja auch nicht, es handele sich um ein Lokalblatt.

Das Ostpreußenblatt hat sich in den letzten Jahren in seiner Funktion als Informationsquelle über die Vorgänge in der Region Ost- und Westpreußen sowie in den dortigen Staaten (vom Baltikum über die russische Exklave bis Polen) sehr verbessert. Hieran sollte beharrlich weitergearbeitet werden. Jeder, der sich mit der Region befaßt, ob geschäftlich, kirchlich, kulturell oder touristisch, sollte einfach nach dem Ostpreußenblatt greifen.

Martin Lehmann, Königswinter

 

 

Was will Schill?

Betr.: Folge 39 - „Machtwechsel in Hamburg“

Der Wähler hat das „Schillsche Schauspiel“ und die Medienaufwartung der Springerpresse nicht durchschaut. Der Amtsrichter Schill ist kein Konservativer und erst recht kein Nationaler. Er duldet keine BFB- Mitglieder (Bund freier Bürger), ist für Multi-Kulti, Einwanderungsland und die Oder-Neiße Grenze. Sämtliche nationale Parteien wurden ruiniert. Schill sichert der CDU eine neue Mehrheit und wird von dieser eingebunden und in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt. 

Ralf Müller, Berlin

 

 

Charakter und Disziplin darf nicht fehlen

Betr.: Folge 38 - „Die Stunde der wehrhaften Demokratie“

Die Welt ist entsetzt, Amerika geschockt. Halten sich doch die USA für die stärkste Weltmacht, als größte Geldmacht unverwundbar und in ihrer unbeschränkten Freiheit für das beste Land der Welt. Ihre Freiheit treibt aber auch die verbrecherischsten Blüten. In Horrorfilmen hat ihre Filmindustrie längst diese Szenen ungestraft verbreitet. Andere Verbrecherfilme haben in anderen Teilen der Welt längst realistische Nachahmer gefunden. Sogar Kinder spielen solche Gewaltakte freudig nach. Wen wundern da diese grauenhaften Auswüchse noch?

Die alten, „ewig Gestrigen“, die von ihren Eltern noch moralische Maßstäbe kennen, werden verlacht. Sie wurden zu Tugenden angehalten, die nicht nur für Deutsche des Dritten Reiches gültig gewesen sein dürfen; sie gehören einfach zu einem Zusammenleben in Stadt, Land, Gemeinde und Familie. Selbst bei größter Freiheit darf Charakter und Disziplin nicht fehlen. Welches Fußballspiel, Orchesterstück, Theateraufführung kann zur Freude der Zuschauer gereichen, wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt wird?

Erinnert man an die vielen zivilen Toten in den Weltkriegen wie beispielsweise in Dresden, Hiro-shima und Nagasaki, sagen die „Heutigen“, daß damals Krieg gewesen sei, und rechtfertigen damit den Tod so vieler unschuldiger Menschen.

Hätte man die Kamikaze-Flieger befragt, so hätten sie vermutlich behauptet, daß für sie Krieg sei. Krieg den Amerikanern, die glauben, die Welt zu beherrschen.

Traurig ist allerdings, daß immer unschuldige Menschen für die Taten ihrer Regierung büßen müssen. Dies wird sich bei der Unzulänglichkeit des menschlichen Charakters, besonders derer, die arrogant auf ihren Regierungssesseln sitzen, nie ändern.

Unser tiefes Mitgefühl haben die Menschen, die in Amerika gerade von diesem schrecklichen Geschehen betroffen sind. Der Mensch, der sich als Krone der Schöpfung bezeichnet, der als einzige Kreatur einen Geist besitzt, ist vielleicht von der Schöpfung dazu ausersehen, einmal sich selbst zu vernichten. Die Erde kam einmal ohne die Menschen ganz gut aus.

Reinhilt Schultze, Hoheneggelsen

 

 

Sorquitten war freundlich und sicher

Betr.: Folge 37 - „Sicherheit und Kriminalität in Masuren“

Wir hatten die seit Jahren schönsten Familienferien, diesmal in Masuren! In Heinrichshöfen bei Sorquitten waren wir wunderschön, freundlich und sicher untergebracht. Die fünfköpfige Familie bequem in einem Nurdachhaus, gleich daneben die Großmutter im ruhigen Appartement. Das Auto parkte bewacht. Vor uns eine weite, von Bäumen umstandene leicht abfallende Wiese, die direkt zum See führte. Dort eine Badestelle mit Bootssteg und Paddelbooten. Die ganze Familie war bei herrlichem Wetter den halben Tag im Wasser - in einem stillen See, ohne Motorboote, ohne Segelboote und Mücken. Am Vormittag wurden Besichtigungsfahrten gemacht und verschiedene Orte wie Sensburg, Rastenburg, Rößel besucht. Wir haben überall geparkt, das Auto einfach stehenlassen und Heimatmuseum, Burg, Kirchen, Gestüt sowie die alte Schule besichtigt. Ich bin den Gastgebern und meinen Kindern unendlich dankbar, daß ich diese wunderschöne Zeit erleben durfte! Der jüngste Enkel Enno (11) faßte zusammen: „Da werde ich mit meinen Kindern auch mal hinfahren, damit sie sehen, wo die Urgroßmutter lebte.

Ursula Spaeter, Überlingen

 

 

Weltkulturerbe

Betr.: Folge 35 - „Ein Disneyland in Doorn?“

Ihr Beitrag über das Haus Doorn, den letzten Wohnsitz von Wilhelm II., war ausgeglichen und hervorragend. Ich habe ihn an das Haus Doorn geschickt. Es ist richtig, daß die Niederlande das Huis Doorn nicht mehr subventionieren wollen. Bei meinem letzten Besuch in Doorn habe ich daher spontan eine Spende von umgerechnet 600 Mark gemacht, damit dieses preußische Kultur-erbe erhalten werden kann. Es ist europäisch-preußisches Weltkulturerbe! Es wird viel über Preußen geredet, aber wer tut wirklich etwas dafür? Wo sind junge Enthusiasten, die hier aktiv werden, wo sind Sponsoren, die etwas wirklich Erhaltenswertes - gegen den Zeitgeist, aber aus historischer Verantwortung heraus - bewahren wollen?

Dr. H.W. Wittmeier, Rösrath