16.04.2024

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20.10.01 Blick nach Osten

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 20. Oktober 2001


Blick nach Osten

Flug frei ab Königsberg

Wilna - Nach zähen Verhandlungen hat die litauische Regierung ihren Entschluß zurückgenommen, ab diesem Herbst keine Flugzeuge aus dem Königsberger Gebiet über das eigene Territorium fliegen zu lassen. Damit wäre die Exklave in bezug auf den Luftverkehr von der übrigen Russischen Föderation abgeschnitten gewesen. Litauen hatte seine Pläne mit überfälligen Zahlungen für die Luftraumbenutzung begründet. Außerdem bemängelte man das Fehlen einer als TICAS bezeichneten teuren Apparatur, die Zusammenstöße in der Luft verhindern soll und von der europäischen Organisation für zivile Luftfahrt vorgeschrieben ist. Hinsichtlich beider Forderungen einigte man sich auf eine Fristverlängerung.

 

Vertriebene brüskiert

Preßburg - Der Europa-Sekretär im slowakischen Außenministerium, Jan Figel, wies unlängst jegliche Rückgabe- und Entschädigungsforderungen vertriebener Karpatendeutscher kategorisch zurück. In einer Antwort auf einen Brief der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Österreich bezeichnete er die im Artikel XII des Protokolls der Potsdamer Konferenz formulierten Beschlüsse zur „Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei“ als alleinige rechtliche Grundlage der Vertreibungen. In den Dekreten des tschechoslowakischen Präsidenten Benesch sei es zudem „nicht um eine Kollektivbestrafung aller Minderheitenangehörigen, sondern um die Bestrafung der Kollaborateure und Verräter“ gegangen. Als Reaktion auf diese Ausführungen wies der Vorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft in der Bundesrepublik, Oskar Mar-czy, auf die frühzeitigen Einflußnahmen Beneschs bei Sowjets und Westallierten mit dem Wunsch der Vertreibung aller Deutschen aus dem östlichen und südöstlichen Mitteleuropa hin. Darüber hinaus erklärte er zur angeblichen Zielrichtung der Dekrete: „Soll dies etwa heißen, in der CSR gab es 3,5 Millionen Verräter, darunter 140.000 karpatendeutsche Männer, Frauen und Kinder?“. Sollte die slowakische Regierung wirklich dieser Ansicht sein, „dann sei es ein herber Rückschlag für das bisher gute Verhältnis zwischen den Völkern“, schloß Marczy seine Kritik.