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27.10.01 »Fundament der Freiheit« / Ein anregendes Büchlein des SZW

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 27. Oktober 2001


»Fundament der Freiheit«
Ein anregendes Büchlein des SZW
von Stefan Winckler

Kein Zweifel, Weikersheim ist zum institutionalisierten Zentrum konservativen Denkens geworden, und wenn es eine Art Copyright für die vielberufene Forderung nach einer Wende gibt, liegt sie dort. Die Diagnose wie die Therapie, die das Studienzentrum Weikersheim anbietet, ist oft von bemerkenswerter Nachdenklichkeit bestimmt.“

Dieses Urteil der sich ansonsten in der moralinsauren Warnung vor sämtlichen Konservativen gefallenden „Zeit“ trifft auch nach zehn Jahren noch zu, wahrscheinlich ist es aktueller denn je. Denn das Studienzentrum Weikersheim (SZW) ist mit den Wehrpolitischen Tagungen, Hochschulwochen, Kaminabenden und Jahreskongressen nicht nur auf vielfältige Art präsent. Von der Qualität der dort gehaltenen Vorträge kann sich der Leser des Dokumentationsbandes XXXII überzeugen: „Fundamente der Freiheit - Meinungsfreiheit und Eigentum als Ecksteine“ lautet der Titel, die einzelnen Beiträge wurden im Rittersaal des Weikersheimer Renaissanceschlosses im vergangenen Mai vorgetragen.

Dr. Konrad Adam, eine der „Edelfedern“ der „Welt“ und Sachbuchautor, kann in einer alleine von „der Wirtschaft“ be-stimmten Ordnung keinen Vorteil entdecken. Vielmehr erinnert er an die Verantwortung eines effizienten, schlanken Staatswesens für die Gemeinschaft. Sein Kollege Dr. Klaus Peter Krause, Leiter der Wirtschaftsberichterstattung der „FAZ“, kommt auf das Unrecht zu sprechen, das die Bundesregierung Kohl den Enteigneten in der SBZ angetan hat. Seine deutlichen Worte werden noch von der Stellungnahme des Hamburger Kaufmannes Heiko Peters an Schärfe übertroffen. Vytautas Landsbergis, eine der Persönlichkeiten der internationalen freiheitlichen Revolutionsbewegung von 1989/91, ist als ehemaliger litauischer Staats- und Parlamentspräsident mit einer aktuellen Bewertung der russisch-baltischen Beziehungen sowie der Nato- und EU-Osterweiterung von hoher Kompetenz. Hans von Keler, der ehemalige württembergische Landesbischof, geht ebenfalls von den russischen Erfahrungen aus. Gorbatschows Fazit: „Wir haben das Privateigentum abgeschafft und damit die Verantwortung vernichtet“ paßt zu den Lehren der Kirche, wonach Gott uns das Leben als Aufgabe anvertraut, sei es nun Arbeitskraft oder Kapital. Es handelt sich dabei um Raum zur Verantwortung und damit auch Raum zur Freiheit. „Wer diesen Raum einschränkt, beschädigt den Menschen.“ Diese Folgen des Kommunismus werden Rußland noch lange belasten. Ministerpräsident a. D. Prof. Hans Filbinger, der Gründer und Ehrenpräsident, widerspricht der Anmaßung, die Achtundsechziger seien eine Freiheitsbewegung gewesen, und der neue Präsident des SZW, Prof. Klaus Hornung, warnt vor einem Marsch in einen antifaschistischen, neototalitären Ideologiestaat. Vielmehr gebe es zum freiheitlichen Rechtsstaat keine Alternative.

Insgesamt handelt es sich um ein anregendes Büchlein über 100 Seiten, das zum Preis von zehn Mark (plus Versandkosten) bei der Geschäftsstelle des Studienzentrums Weikersheim, Deutschland morgen, Pariser Platz 6 a, in Berlin bezogen werden kann.

Studienzentrum Weikersheim (Hrsg.): Fundament der Freiheit. Meinungsfreiheit und Eigentum als Ecksteine (Weikersheim-Dokumentation Bd. 32). Berlin, Weikersheim 2001. 105 Seiten. Zu beziehen über: Studienzentrum Weikersheim, Pariser Platz 6a, 10117 Berlin. Kontakt: www.studienzentrum-weikersheim.de , Tel. 030/22 48 92 00, Fax 030/22 48 92 02.