22.01.2022

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Suchen und finden
27.10.01 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 27. Oktober 2001


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied,

auch kleine Fragen können große Wünsche beinhalten. In wenigen Zeilen steht oft die jahrzehntelang gehegte Hoffnung, einen Menschen wiederzufinden, der einem sehr vertraut gewesen war und von dem man nie wieder etwas gehört hat. Oder auch nur die Gewißheit über sein Schicksal zu erhalten - das ist manchmal schon sehr viel. So bringen wir auch heute eine Handvoll dieser kleinen Suchwünsche mit der Hoffnung auf Erfüllung oder Klärung.

Der Wunsch von Hellmuth Wrede führt in den Frühsommer 1945 zurück. Damals lag er mit einem ostpreußischen Kameraden zusammen im Lazarett, das sich im Schweriner Schloß befand. Zusammen flüchteten sie Anfang Juni, verloren sich aber dann durch einen Zufall. Nun möchte Herr Wrede wissen, ob und wo sein Kamerad lebt. Er heißt Hans Cziebur und stammte aus Mohrungen, wo sein Vater Tierarzt war. Sein Ziel war Sonneberg in Thüringen, weil er hoffte, dort seine Mutter zu finden. Herr Wrede wollte ihn dort aufsuchen, aber dann erfolgte der Russeneinmarsch, und es kam nicht mehr zu einem Wiedersehen. Die Schreibweise des Nachnamens Cziebur könnte auch anders sein. Nun hofft Herr Wrede, daß er über uns etwas von seinem Kameraden erfahren kann. Vielleicht meldet er sich sogar selber? (Hellmuth Wrede, Gundekarstraße 22 in 91187 Röttenbach/Mühlstetten.)

Nachdem Wolfgang Klink schon mehrere vergebliche Versuche unternommen hat, etwas über das Schicksal seiner Tante Erna Wobbe zu erfahren, hofft er nun auf unsere Ostpreußische Familie. Erna Wobbe, * 14. März 1923 in Hoppendorf, Kreis Preußisch Eylau, war die Tochter von Anton und Rosalie Wobbe. Sie arbeitete im Nachbarort Guttenfeld auf dem Bauernhof von Erich Reddig. Als ihre Eltern vor dem Russeneinmarsch flüchteten, blieb sie auf dem Hof, denn ein Pole hatte ihr versichert, daß sie von den Russen nichts zu befürchten hätte. Das erwies sich leider als tragischer Irrtum. Erna Wobbe muß von den Russen verschleppt worden sein, aber wann und wohin - niemand konnte den Fall bisher klären, selbst die Anfragen beim Suchreferat in Moskau hatten keinen Erfolg. Frage: Wer hat Erna Wobbe damals gesehen oder wurde mit ihr zusammen verschleppt? Vielleicht lebt noch jemand aus Guttenfeld und kann etwas über das damalige Geschehen aussagen? Herr Klink hat noch einen kleinen Wunsch, der aber leichter zu erfüllen sein wird: Wer besitzt das Buch „Hoppendorf - ein ostpreußisches Dorfbuch“ von Dr. Hans Fuchs. (Wolfgang Klink, Hessestraße 8 in 78652 Deisslingen.)

Die nächste Frage weist nach Mehlsack. Dort war der 1895 auf Gut Steinbach, Kreis Angerburg, geborene Walter Scheller als Bahnspediteur tätig, wie schon sein Vater August. Nun sucht Ursula Kunert nach Nachkommen dieses jüngsten Bruders ihrer Großmutter Agnes. Walter Scheller lag nach Kriegsschluß in einem großen Lager in Danzig zusammen mit einem Mann namens Ehlert. Wer weiß etwas über den Verbleib von Walter Scheller, wo hat er gelebt, war er verheiratet, leben Kinder oder Enkel? (Ursula Kunert, Gut Holzen 4 in 84051 Essenbach.)

Hier gibt es viele Fragezeichen, denn „irgendwo in Ostpreußen“ wurde Walter Gerlach am 12. Dezember 1929 geboren. Es ist nur noch bekannt, daß er in Neubrandenburg Bäcker lernte und bis Frühjahr 1948 dort in der Malzstraße 36 wohnte. Die letzte Nachricht kam 1948 aus Neumünster. Jetzt wird er gesucht von Willy Reilsberg (oder Zeilsberg), Kremper Weg 36 in 23730 Neustadt/Holstein.

 

Eure

Ruth Geede