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27.10.01 Prof. Heinz M. Kottowskii-Dümenil über eine politisch motivierte Kampagne (Teil I)

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 27. Oktober 2001


Klimahysterie:
Opfer an den Zeitgeist
Prof. Heinz M. Kottowskii-Dümenil über eine politisch motivierte Kampagne (Teil I)

Neben dem Zusammenhang von „Weizenpreisen und Sonnenflecken“ entdeckte der Musiker und Astronom Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) auch die Infrarotstrahlung im unsichtbaren Bereich. Diese Strahlung konnte Wärme in den kosmischen Raum übertragen. Schon fünf Jahre nach seinem Tod sprachen Leute vom Treibhauseffekt. Demzufolge sollten Gase und Dämpfe der Atmosphäre einige austretende Strahlen abfangen und die Atmosphäre erwärmen. Mit seinen Bemerkungen über die Sonnenflecken und ihren Einfluß auf das Wetter und mit der Entdeckung der Infrarotstrahlung regte Herschel zwei Klimatheorien an. Sie schlossen einander nicht aus, aber 200 Jahre später wollen einflußreiche Experten so tun, als sei das der Fall.

Umweltschützer haben Kohlendioxyd zum Schadstoff erklärt, an dem unsere Welt zu ersticken droht. Der Bonner Klimagipfel im Juli 2001 hat erreicht, daß der Kohlendioxydausstoß signifikant gesenkt werden soll. Um bis zu zwei Prozent bis 2010! Über soviel Unvernunft und Leichtfertigkeit im Umgang mit der Physik in der Natur kann man nur verzweifeln. Entweder ist das Kohlendioxyd der Klimakiller, dann müssen drastische Maßnahmen zu seiner Reduzierung eingeleitet werden, oder es ist nur eine politisch motivierte Kampagne. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß aus der Klimaapokalypse ein politisches Programm gemacht wird, nicht weil es den Betreibern der Debatte um das Klima geht, sondern um andere Ziele.

Die offiziellen Teilnehmer des Klimagipfels, für dessen Inhalt das von den Vereinten Nationen eingesetzte „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), ein regierungsübergreifendes Schiedsgericht, verantwortlich war, haben wenig getan, um verständlich zu machen, worum es eigentlich geht. Die Horrorszenen der Klimakatastrophe basieren auf Ergebnissen spekulativer Annahmen und zweifelhafter Hochrechnungen gegenwärtiger Trends mit Hilfe von Com- putermodellen.

Amerika hat sich aus diesem Spiel ausgeklinkt. Wie radikal der Sinneswandel der amerikanischen Regierung ist, zeigen einige Beispiele: Vizepräsident Al Gore, damals Vorsitzender des Senatsausschusses, nannte den extrem heißen Sommer 1988 als Beweis für den Treibhauseffekt „die Kristallnacht des Erwärmungsholocaust“.

1989 kündigte die amerikanische Regierung einem Kollegen von Professor Lindzen am MIT (Massachusetts Institute of Technology) den Forschungsauftrag, weil seine Auswertung der Meßdaten für das vergangene Jahrhundert keine eindeutige Erwärmung aufwiesen. In der Be- gründung hieß es, solche Ergebnisse seien für die Menschheit gefährlich.

Auf dem Höhepunkt der Klimahysterie veröffentlichten 1989 700 in das Kohlendioxydgeschäft eingebundene Wissenschaftler eine Petition, in der sie auf die Gefahren des Treibhauseffekts hinwiesen und eine Neubewertung der Kernenergie forderten. Die Presse veröffentlichte zwar den Hinweis auf die Treibhausgefahr, jedoch unterschlug sie den Zusatz, die „Kernenergie neu zu bewerten, die kein Kohlendioxyd freisetzt“.

Präsident Bush will trotz wiederholter europäischer Ermahnung das Kyoto-Protokoll zur Verringe- rung des Ausstoßes von Kohlendioxyd nicht unterzeichnen, weil er das „Reduktionsziel“ für unrealistisch hält und an die Beeinflussung des Klimas durch anthropogenes (vom Menschen verursachtes) Kohlendioxyd nicht so recht glaubt. Damit begibt er sich in Frontstellung zu Europa und verstößt gegen die politische Korrektheit.

George W. Bush ist in seiner Haltung nur konsequent. Er ist nicht so verantwortungslos, sich und den Rest der Welt ins Verderben zu stürzen. Die Physik der Natur spricht für ihn. Die Klimaforschung hat trotz allem für ihn eine Vorrangstellung. Er stellt mehr Geld bereit, um das Klima und das Wetter auf ihre physikalischen Mechanismen zu untersuchen. Bush hat die besseren wissenschaftlichen Berater. 1994 haben der Klimatologe Michaels und seine Kollegen aus Charlottesville, USA, nach Überprüfung der tatsächlichen Klimaentwick-lung und deren Berechnungen mit Hilfe unterschiedlicher Klimamodelle (IPCC-Methode) keine Übereinstimmung festgestellt. Sie erklärten, „daß z. B. das Klimamodell von Princeton und möglicherweise alle ähnlichen Modelle falsch sind, da sie mit realen Messungen nicht im entferntesten übereinstimmen“.

Die Vorgänge in unserer Atmosphäre sind sehr komplex. Das Kohlendioxyd ist nur eine Komponente im Gesamtprozeß. Zusammen mit Wasserdampf und anderen Spurengasen sorgt es für die für den Menschen notwendigen Lebensbedingungen. Ohne Treibhauseffekt würde der Planet mit minus 18 Grad Celsius sibirisch aussehen. Würde der Treibhauseffekt ungedämpft wirken, so herrschten auf der Erde rund 55 Grad Celsius.

Tatsächlich sind die Vorgänge aber sehr entwickelt. Der Planet hat in Form von Verdunstung und Wetterprozessen ein hervorragendes Kühl- und Heizsystem installiert, das unsere Temperatur im Bereich von 15 Grad Celsius stabilisiert. Man darf nicht vergessen, daß für den Wärmehaushalt der Erde, neben der Sonne, die durch den radioaktiven Zerfall in der Erde erzeugte Wärme die entscheidende Rolle spielt.

Katastrophale mittlere Temperaturerhöhungen von 5,8 Grad Celsius und ein Anstieg des Meeresspiegels um 80 Zentimeter als Folge des Kohlendioxyds werden vom IPCC für die nächsten 100 Jahre vorausgesagt. Die katastrophale Lage entstand nicht durch neue Beobachtungen, sondern allein durch neue Computerberechnungen. Namhafte Forscher widersprechen den extremen Hypothesen über die Klimaänderung infolge Änderung des Kohlendioxydanstiegs.

Der sogenannte Schadstoff Kohlendioxyd ist mit Wasser der Grundstoff des Lebens, von dem wir und die Pflanzen leben. Professor Melillo aus Woods Hole, Massachusetts, kam aus Untersuchungen an Landpflanzen zu dem Schluß, daß bei der Annahme einer Verdoppelung des Kohlendioxydgehalts (von 0,04 Vol.-% derzeit auf 0,08 Vol.-%) und den Ergebnissen der Berechnungen mit Hilfe von vier Klimamodellen des IPCC die Produktivität der Pflanzenarten im ungünstigsten Falle noch um 16 Prozent bis 20 Prozent gesteigert werden könnten. Der Mensch ist zur Zeit zu etwa drei Prozent an der globalen Kohlendioxydemission beteiligt. Den Rest besorgen Ozeane, Böden und Vegetation. Melillo ist aus dem IPCC-Projekt ausgestiegen.

Hier ist die Frage gestattet: Ist die Klimakatastrophe eine Realität oder nur eine Computerfiktion?

Um das Treibhausproblem auch nur im Ansatz beurteilen zu können, bieten sich heute drei Möglichkeiten an: Erstens die Auswertung langzeitiger Wetterbeob- achtungen aus alten Aufzeichnungen. Zweitens die Physik der Treibhausgase in der Atmosphäre und drittens die Physik der Sonne und der Weltraumstrahlung und deren Zusammenspiel mit dem Elektromagnetismus der Erde.

Auswertung langzeitiger Wetterbeobachtungen:

Im Mittelalter war Grönland ein blühendes Land und wurde von den Wikingern besiedelt. Der Seeweg auf der Nordroute nach Amerika war offen. Ohne mitteleuropäische Klimaverhältnisse im Norden hätte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, um 1000 nie den Seeweg nach Amerika nehmen können. Erst der Einbruch einer Kälteperiode bildete eine Eisbarriere und ließ die Wikinger dort verhungern. Damit war der Weg frei für Kolumbus, 500 Jahre später Amerika zu entdecken.

Seit dem Ende der kleinen Eiszeit (etwa 1300 bis 1850) ist die durchschnittliche Temperatur des Planeten ohne Einfluß anthropogonen Kohlendioxyds um etwa 0,6 Grad Celsius angestiegen. Diese Definition ist sehr abstrakt und wird von vielen Me- teorologen abgelehnt, da sie keine reale Bezugsgröße darstellt und örtliche wie zeitliche Ereignisse nicht erfassen kann. Die größte Erwärmung des vergangenen Jahrhunderts fand zwischen 1910 und 1944 statt, als menschengemachtes Kohlendi-oxyd noch keine große Rolle spielte.

Um 1800 beobachtete der berühmte Astronom Herschel, daß das Wetter auf der Sonne, das sich in den Sonnenflecken zeigt, auch das Wetter auf der Erde beeinflußt. Schlechte Ernten und der Rückgang der Vegetation treten dann auf, wenn diese fehlen.

IPCC-Forscher haben eine Abnahme der Eisdecke in der Arktis und einen Rückgang der Gletscher um zehn bis 15 Prozent prognostiziert. Auswertungen aus U-Boot-Daten seit Ende der 80er Jahre ergeben keine Abnahme der Eisdicke.

Satellitenmessungen zeigen, daß der jährliche Anstieg des Meeresspiegels maximal ein bis zwei Millimeter beträgt. Das wäre in 100 Jahren zehn bis 20 Zentimeter. Das Eis der Arktis zieht sich seit 1.000 Jahren zurück. Eine Beschleunigung dieser Ereignisse scheint es nicht zu geben. Dafür nimmt aber die Eisdicke an den Polkappen zu.

1966 begannen 40 Forscher aus acht Ländern mit einem Tiefenbohrprogramm (GRIP) auf Grönland, um aus den Eissedimenten das Klima vergangener Zeitperioden zu erforschen. 1990 erreichten sie eine Tiefe von 700 Metern. In Eisschichten, die vor 3.800 Jahren gebildet wurden. Zu dieser Zeit waren indogermanische Kampfverbände in Indien eingefallen, und Sonnenfachleute errichteten in Stonehenge das erste Sonnenobservatorium.

Im Jahre 1992 haben sie den Eissockel durchbohrt. Sie bargen Eisproben aus 3.029 Metern Tiefe, unter der Schnee von vor 200.000 Jahren begraben lag. Am wechselnden Gehalt des schweren Sauerstoffisotops hatte man rasch ablaufende Temperaturänderungen entdeckt. In den Eisschichten seit der letzten Eiszeit stieß man gut zwanzigmal auf Temperaturschwankungen von fünf bis sieben Grad Celsius innerhalb weniger Jahre. Die Bohrkerne wiesen Temperaturzyklen von 11,7 und 19,4 Jahren auf. Hier wird ein Zusammenhang mit der Umkreisung der Sonne von Jupiter in 11,9 Jahren und Saturn in 19,4 Jahren vermutet.

Einer kalten Epoche um 1380 folgte zehn Jahre später, um 1390, eine sehr warme. Über dem Eisschild Norwegens war damals die Durchschnittstemperatur um 5 Grad Celsius angestiegen, was nicht unbedingt auf die direkte Sonneneinstrahlung zurückzuführen ist. Bis zu 7.000 Jahre zurück haben Forscher in Irland und Amerika an den Jahresringen von alten Irlandeichen und amerikanischen Britlecone-Kiefern die Klima- und Wetterbedingungen bestimmen können, die die Ergebnisse aus den Eisbohrproben bestätigen.

Physik der Treibhausgase in der Atmosphäre:

Namhafte Meteorologen und Physiker haben immer wieder betont, daß es im Absorptionsspektrum des Kohlendioxyds ein Fenster gibt, das die Infrarotstrah- lung von der Erde ungebremst entweichen läßt. (In der deutschsprachigen Literatur findet man gute Bücher über die physikalischen Wechselwirkungen zwischen dem Strahlungsspektrum der Sonne und den sogenannten Treibhausgasen von den Meteorologen Thüne und Weber.) Dieses sogenannte Fenster im für das Kohlendioxyd typischen Absorptionsspektrum liegt zwischen sieben und 13 Mikrometern. In diesem Bereich liegt der größte Teil der Infrarotstrahlung der Erde. Dieses Fenster würde auch dann bestehen, wenn unsere Atmosphäre aus reinem Kohlendioxyd bestünde. Die auf der Erde vorkommenden Temperaturen decken ein Wellenlängenspektrum von fünf bis 60 Mikrometern ab. Je nach Bodenbeschaffenheit - bebaut, unbebaut, Wasserfläche, Wald - ergeben sich deshalb bei gleichen Einstrahlungsbedingungen unterschiedliche Oberflächen- temperaturen.

Eine Erwärmung der Erde aus durch die in der gasförmigen Atmosphäre absorbierten und vollständig an sie zurückgereichten Energie ist wegen des offenen Strahlungsfensters ausgeschlossen. Die Abkühlung der Erde könnte durch Treibhausgase nicht verhindert werden, wenn nicht andere Mechanismen das verhindern würden.