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10.11.01 Premier Lukaschenko soll Terroristen permanent mit Waffen versorgen

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 10. November 2001


Weißrußland:
»Komplize des Verbrechens«
Premier Lukaschenko soll Terroristen permanent mit Waffen versorgen

Weißrußland versorgt Terroristen und räuberische Regime permanent mit Waffen“ - mit diesem Titel zu einer Dokumentation, die auf Observierungen polnischer Nachrichtendienste basiert, wartet jetzt das führende polnische Nachrichtenmagazin „Wprost“ (Posen) auf. Ministerpräsident Alexander Lukaschenko wird dort als „Komplize des Verbrechens“ bezeichnet. Andere polnische Medien fordern delikat den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der seit langem eine erneute Annäherung an Rußland befördert, auf, Lukaschenko zur Räson zu bringen.

Premier Lukaschenko hat erst kürzlich wieder Verträge im Wert von 600 Millionen Dollar abgeschlossen, die Waffenlieferungen auch an Palästinenser und die „albanischen Extremisten“ innerhalb des nächsten halben Jahres vorsehen, behaupten die polnischen Dienste.

Zwar habe sich Lukaschenko 1994 verpflichtet, Waffen, die erkennbar in Krisengebieten eingesetzt werden sollen, zu vernichten, was ihn aber offenbar nicht daran hinderte, Know-how und Dokumentationen unter anderem an „terroristische Gruppen in Südamerika, auf dem Balkan, in Afrika und Nahost“ für sehr teures Geld zu verkaufen. „Verbindungsstaat“ bei derlei Transaktionen ist demnach der Irak, der auch massiv mit Waffen und diverser Wehrtechnologie beliefert wurde. Schaltzentrale sei die irakische Botschaft in Moskau, deren Sonderabteilung „Weißrußland“ in letzter Zeit in auffälliger Weise personell kräftig ausgebaut wurde. Lukaschenko tue alles, um das UN-Waffenembargo überall zu umschiffen. Einer der wichtigsten Umschlaghäfen für weißrussische Waffenlieferungen sei Abadan in Jordanien. Auch der Iran wird demnach ständig mit Waffentechnologie beliefert, die von weißrussischen Militärs installiert und im Auftrag der Perser von chinesischen Militäringenieuren abgenommen und auf Tauglichkeit hin geprüft wird.

Lukaschenko mache mit den Waffenlieferungen „goldene Geschäfte“, und gewaltige Summen fließen dabei in den privaten „Sonderfonds des Staatspräsidenten“. Andere polnische Medien machen in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, daß viele der gelieferten Waffen bereits ihren weiteren Weg zu den Taliban-Gruppierungen und Osama bin Laden nebst seinen Männern gefunden hätten.

Allgemein irritiert sind die polnischen Medien über den gegenwärtig vorherrschenden indifferenten westlichen Pazifismus, sofern man darunter eine gewisse Trägheit und mangelnde Anteilnahme an der Bekämpfung Terrorismus versteht. Dabei ist freilich zu beachten, daß gegenwärtig über 80 Prozent der polnischen Printmedien in kommunistischem Besitz sind.

In den Medien wird in diesem Zusammenhang daran erinnert, daß seinerzeit der große Pazifist Lord Russel die Briten aufforderte, Hitler nach einer etwaigen Invasion mit Blumen zu empfangen. Daß es schwedische Sozialdemokraten und Pazifisten waren, die 1939 Hitler gar zum Friedensnobelpreis vorschlugen, um ihn sich geneigt zu machen.

„Wprost“, selbst ein postkommunistisches Produkt, schreibt: „Früher haben die Pazifisten die UdSSR unterstützt, jetzt unterstützen sie die Terroristen und das diese schützende Taliban-Regime.“ In sämtlichen Medien werden die westlichen Pazifistendemos, voran in Deutschland, kritisiert und die Pazifisten selbst gelegentlich als die „Waisen shnews“ bezeichnet. Joachim G. Görlich