22.01.2022

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17.11.01 Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 17. November 2001


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied,

heute beschäftigen wir uns mit unserem schönen Ostseebad Rauschen. Zuerst kommen wir auf die Frage zurück, die wir kürzlich gestellt hatten: nach dem Denkmal am Hotel „Alter Doktor“, das angeblich den russischen Arzt Pawlow zeigt. Ein russischer Koillege aus Königsberg zweifelt aber daran und fragte, ob jemand wüßte, wen die sitzende Altmännerfigur in Wirklichkeit darstelle. Nun, eine Klärung hat sich nicht ergeben, aber es kam eine sehr interessante Zuschrift von dem Ortsvertreter für das Ostseebad Rauschen und Umgebung, Hans-Georg Klemm. Er beschäftigt sich mit dem Denkmal schon seit einiger Zeit, da sich der russische Redakteur auch an die Kreisgemeinschaft Fischhausen gewandt hat.

Zunächst einmal hat Herr Klemm herausgefunden, daß das Hotel „Alter Doktor“ früher das Schwesternerholungsheim „Tannenhof“ des Krankenhauses der Barmherzigkeit in Königsberg war. Da das Haus in der Hofmannstraße von einer dichten Tannenhecke umgeben war, blieb es den Blicken der Anwohner und Passanten verborgen. Herr Klemm behauptet mit hoher Sichehreit, daß das Denkmal nicht aus Rauschen stammt. Es gab dort keine monumentalen Statuen, die in Rauschen vorhandenen Skulpturen von Hermann Brachert sind ganz anders. Ähnlichkeit der abgebildeten Person mit bekannten Ostpreußen können nur vermutet werden, wie z. B. mit Ferdinand Gregorovius. Herr Klemm hält es eher für die Abbildung einer russischen Persönlichkeit, vielleicht ist es doch, wie von russischer Seite behauptet, der Arzt Pawlow. Also bleibt die Sache vorerst noch ungeklärt.

Herr Klemm vermittelt in einem weiteren Schreiben den Wunsch von seinem Landsmann Wolfhard Prang. Im Sommer 1944 wurden verschiedene Königsberger Kliniken ausgelagert, so auch nach Rauschen und Georgenswalde. Da viele Schwangere dorthin zur Entbindung gebracht wurden, erblickte auch Wolfhard am 16. August 1944 in der Pension „Samland“ in Georgenswalde das Licht der Welt. Nach der Geburt gingen Mutter und Kind wieder in die Rothensteiner Straße nach Königsberg zurück. Herr Prang würde nun gerne Kontakt zu anderen Landsleuten aufnehmen, die zu jener Zeit auch in Georgenswalde geboren wurden. (Wolfhard Prang, Kemptener Straße 166 A in 88121 Lindau.)

Bei der nächsten Frage handelt es sich nicht um einen „alten Doktor“, sondern um den in Rauschen wohnhaften Arzt Dr. Igor Marosov. Er trat an unseren Leser Peter Franke heran, als dieser im Sommer in Rauschen weilte, mit der Bitte, die Familie Puffke aus Rauschen zu suchen. Bei Renovierungsarbeiten an einem Wohnhaus, das der Arzt selber bewohnen will, fand er auf dem Deckel einer Holzkiste diesen Namen und glaubt, daß es sich um den ehemaligen Eigentümer des Hauses Sassauer Straße 16 in Rauschen Düne handelt. Der Holzbau mit einem gemauerten Erdgeschoß aus Feldsteinen wurde 1938 errichtet. Er steht in der Nähe der Kreuzung Sassauer Straße/Erich-Koch-Straße gegenüber der Volksschule. Die Namen der früheren Besitzer der Nachbarhäuser sind bekannt: Ellenbrock, Kandler, Schimanski und Jacob. Herr Dr. Marosov würde sich freuen, wenn sich der Eigentümer oder Verwandte mit ihm in Verbindung setzen würden oder andere Personen über diese Auskunft geben könnten. Der russische Arzt beherrscht die deutsche Sprache und Schrift perfekt. (Anschrift in Rußland: Dr. Igor Marosov, 238550 Svetlogorsk, Kaliningradskoj, Leningradskaja 6/8, in Deutschland: Peter Franke, Rudolf Seyfarth-Straße 28 in 04626 Schmölln)

Eure

Ruth Geede