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22.12.01 Heller Schein über dem Fluß

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Dezember 2001


Heller Schein über dem Fluß
von Hannelore Patzelt-Hennig

Schlichter Schmuck zierte den Weihnachtsbaum in der niedrigen Stube des alten Bauernhauses. Es war Heiligabend. Mutter und Tochter verrichteten die letzten noch notwendigen Arbeiten in der Küche. Der Vater saß mit dem Sohn schweigend auf der Ofenbank. Sie hatten die Tiere schon versorgt, waren mit ihrer Arbeit fertig. Wie immer hatten sie heute, zum Heiligen Abend mehr Futter in Tröge und Krippen gegeben, obwohl sie in diesem Jahr auch damit haushalten mußten. Die Ernte war schlecht ausgefallen. Alles war knapp. Die kleine Landwirtschaft, die sie hatten, konnte sie kaum ernähren. Wie ein Gottesgeschenk erwies sich in solchen Jahren, daß um die Weihnachtszeit in die Memel, den Strom, der zu ihrem Leben gehörte, immer die Quappen zum Laichen kamen. Schmackhafte, bis zu einem Meter lange Fische.

Schon mehrere Male war der Vater mit dem Sohn in den letzten Tagen auf den Fluß hinausgefahren, um das Netz auszuwerfen. Und sie hatten auch jedes- mal einen guten Fang gehabt. In der Räucherkammer hing schon eine ganze Anzahl dieser armlangen Fische auf Vorrat. Es dunkelte bereits. Die beiden Männer aber überlegten, während sie müßig auf der Ofenbank saßen, ob es den Heiligen Abend wohl stark entweihen würde, wenn sie noch einmal kurz auf Fang hinausführen. Doch behielt zunächst jeder diese Gedanken für sich. Schließlich aber sprach der Vater aus, was er dachte. „Komm, mein Sohn! Wir gehen zum Strom. E Stundche können wir noch fahren, das wird der liebe Gottche uns nich verübeln!“ sagte er mit ehrfurchtsvollem Ernst.

Schweigend gingen sie zum Fluß, der in jenem Jahr noch nicht zugefroren war. Am Ufer schaukelte ihr Kahn. Im Weidengesträuch befestigt.

Der Sohne löste die Kette, und sie stiegen ein. Über dem Fluß lag bereits tiefe Dunkelheit. Ruhig begann die Heilige Nacht. Nur das Plätschern der Ruder war zu vernehmen. Sie fuhren ein Stück hinaus. Dann sagte der Vater: „Hier werden wir mal versuchen!“

Er kannte die Strecke, die die Quappen in das Flußbett nahmen, aufgrund jahrelanger Erfahrung genau und wußte, wo es günstig war, das Netz auszuwerfen.

Der Sohn griff nach dem Netz und wollte es dem Vater reichen, da aber blendete ihn eine unerklärliche Helle. Er ließ die Hand sinken, und dann war wieder Nacht um sie beide. Der Vater sagte kein Wort. Er griff nach den Rudern und tauchte sie wieder in den Strom. In stillem Einvernehmen fuhren sie zurück. Keiner rührte mit einem Wort an dem Erlebten. Auch in den folgenden Jahren nicht. Erst im Alter sprach der Sohn zu seinen Enkelkindern von dieser plötzlichen Helle, die er sich lebenslang nicht hatte erklären können. 



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