19.01.2022

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05.01.02 Umweltschützer im Königsberger Gebiet

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 05. Januar 2002


Viel Lärm um nichts?
Umweltschützer im Königsberger Gebiet

Greenpeace Rußland“ und die Organisation „Umweltschutz“ haben im vergangenen Jahr haben im Königsberger Gebiet einige Aktionen gegen die Verschmutzung der Ostsee durch Industriebetriebe durchgeführt. Vor allem die Zellulosefabrik „Zepruss“, eine der ältesten Firmen im Gebiet, wurde als Umweltsünder angeprangert.

Über diese Aktionen berichtete Sergej Permjakow, der Vorsitzende der ökologischen Partei Rußlands „Zeder“, in einem Artikel in der „Kaliningradskaja Prawda“.

Im Frühjahr drangen Green- peace-Aktivisten in das Fabrikgelände von „Zepruss“ ein und hielten es besetzt. Mitarbeitern der Firma wurde der Zutritt verwehrt und Anwohnern der Weg versperrt. Als die Firmenleitung erfuhr, daß es sich bei den unbekannten Besetzern um Mitglieder einer offiziellen Organisation handelte, hat die Firmenleitung mit ihnen verhandelt.

Damit war der Konflikt noch nicht beseitigt. Vielmehr wurden Abgeordnete der Stadtverwaltung, der Duma und der Gebietsverwaltung, der Minister für natürliche Ressourcen, Artjuchow, sowie viele andere Königsberger mit einbezogen. Der Kreis der als Umweltsünder Gescholtenen wuchs ständig weiter. Sogar das Komitee für natürliche Ressourcen wurde beschuldigt, weil es die Erlaubnis zu geologischen Forschungen und zur Ölsuche im Sumpfgebiet gab.

Sergej Permjakow hält die Aktionen der Umweltschützer für wenig glaubwürdig, denn das Komitee für natürliche Ressourcen erfülle nur seine Aufgaben, die gar nicht im Widerspruch zum Umweltschutz stünden. Außerdem existiere bereits seit 1994 eine behördliche Verfügung, hier ein Wildgehege zu errichten. Über die besonderen staatlichen Gegebenheiten im Lande hätten sich die Umweltschutzorganisationen wohl vorher nicht informiert, meint Permjakow.

Seine Partei „Zeder“ beobachte genauso die Umweltsituation im Gebiet wie Greenpeace und „Umweltschutz“. Er wirft den Organisationen vor, über die Herkunft ihrer Wasserproben und die Methode der Messungen keine Auskunft gegeben zu haben. Das Institut „Sewerzew“ für Umweltprobleme und Evolution der Russischen Akademie der Wissenschaften habe Untersuchungen vorgelegt, nach denen die Dioxin-Konzentration in den Emissionen der Fabrik deutlich unterhalb der zulässigen Höchstgrenze liege. Bei der Behandlung ökologischer Probleme müßten, so der Parteivorsitzende, Umweltschützer und Unternehmen aggressionsfrei an einer Veränderung des technologischen Prozesses zum Besseren hin arbeiten. Manuela Rosenthal-Kappi