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16.03.02 Evangelische Allianz in Königsberg gebildet

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 16. März 2002


Christliche Premiere
Evangelische Allianz in Königsberg gebildet

Seit Anfang Februar gibt es im nördlichen Ostpreußen die erste Evangelische Allianz in der Russischen Föderation. Dies berichtet der deutsche Pastor Alfred Scherlies aus Vellmar bei Kassel, der als „Rentnerpastor“ seit zwei Jahren in den lutherischen Gemeinden Ostpreußens Predigtdienste übernimmt. Zur Evangelischen Allianz Königsberg, die noch nicht staatlich registriert ist, gehören Mitglieder der lutherischen Kirche, der registrierten Baptistengemeinde, dreier Pfingstgemeinden, der neuen „Gemeinde der Großen Gnade“, der charismatisch ausgerichteten „Gemeinde der Neuen Generation“ und des Missionsbundes „Licht im Osten“.

Vor einigen Jahren wäre eine solche Allianz unterschiedlicher theologischer Prägungen undenkbar gewesen, hieß es bei der Gründungsversammlung. Daran nahmen auch der Propst der Evangelisch-Lutherischen Kirche, Erhard Wolfram, sowie der Leiter des Baptistischen Bibelwerks in Moskau, Wladimir Ryaguzow, als Vertreter der russischen Allianz-Initiative und der Referent der Deutschen Evangelischen Allianz, Pastor Ulrich Materne aus Wittenberge, teil.

Laut Scherlies haben Spannungen mit der Russisch-Orthodoxen Kirche das Zusammenrücken der protestantischen Gemeinden beschleunigt. Die evangelischen Gemeinden würden zunehmend als Sekten bezeichnet und in den Medien beschimpft. Ein eigens gegründeter Jugendverband solle die Bevölkerung vor den Protestanten warnen.

Aber auch ohne äußeren Druck sei die Zeit für einen Abbau innerevangelischer Spannungen reif. Bereits 1999 und 2001 habe es konfessionsübergreifende Großevangelisationen in Königsberg gegeben, und auch bei „ProChrist“ 2000 hätten mehrere Gemeinden zusammengearbeitet. Jetzt hätten die Gemeinden einen Allianzausschuß und ein Koordinierungskomitee für die wöchentliche Ausstrahlung evangelistischer Fernsehsendungen gebil- det. Vierteljährlich soll zu Pastorentreffen und Allianzabenden eingeladen werden. Die Teilnahme an der jährlichen Allianz-Gebetswoche sei selbstverständlich.

Nach Angaben Ryaguzows gewinnt der Allianz-Gedanke immer mehr Freunde in der Russischen Föderation. In Moskau, St. Petersburg und mehreren anderen Orten hätten sich Christen zur Allianzgebetswoche getroffen. Außerdem gebe es intensive Gespräche, um demnächst eine nationale Evangelische Allianz zu gründen.