26.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
30.03.02 / Leserbriefe

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 30. März 2002


Leserbriefe

Kanzler Schröder

Betr.: Folge 10 - "Nette Geste"

Hans-Jürgen Mahlitz hat recht, wenn er feststellt, daß es besser gewesen wäre, wenn Bundeskanzler Schröder seine Pragreise nicht aus wahltaktischen Gründen abgesagt, sondern sie mit Forderungen nach "Abschaffung der menschenverachtenden Ge- setze" verknüpft hätte. Man fasse sich an den Kopf, da Prag diese Gesetze gar in den EU-Vertrag miteinzubringen gedenkt.

Wer, aus welchen Gründen auch immer, glaubt, als Vertriebener seine Stimme der SPD geben zu können, der bestätigt die Annexion seiner Heimat durch Polen. Der muß an den großen Ausspruch Willy Brandts, "Verzicht ist Verrat", erinnert werden, mit dem er seinerzeit in den großen Teich der Vertriebenen auf Fischfang ging. Als Bundeskanzler inthronisiert, erinnerte er sich nicht mehr an sein Geschwätz von gestern und fädelte mit seinem Adlatus Egon Bahr ("Wandel durch Annäherung") die neue Ostpolitik ein, unter die Bundeskanzler Kohl dann den Schlußpunkt setzte.

Wer als Vertriebener trotz allem der Schröder-Partei seine Stimme gibt, dem kann man nur noch entgegenhalten: "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber!", oder er verspricht sich davon persönliche Vorteile. 

Friedrich Kurreck, Offenbach

 

 

Preußen war Fortschritt

Betr.: Folge 8 - "Preußens Wiedergeburt"

Sie nehmen in Ihrem Artikel Stellung zu dem Vorschlag des Sozialministers, den Zusammenschluß der Länder Berlin und Brandenburg als "Preußen" zu bezeichnen.

Allerdings fällt der so gehässige wie entsprechend unsachliche Artikel "Preußen vergiftet uns" ausgerechnet eines Emeritus für Geschichte der Universität Bielefeld ("FAZ" vom 28. Februar 2002) völlig aus diesem Rahmen. Da erschienen natürlich die üblichen Sprüche wie "autoritärer Obrigkeitsstaat, Autoritätsgehorsam, Demokratieunfähigkeit, Vergottung des Staates und des Militärs, Militarismus".

In der Tat wurde Preußen zum Begriff für die schützende Funktion der Autorität nach den Worten des Königs selbst: "Ich bin der erste Diener meines Staates!" Für alle, die die Ehre hatten, dem König dabei zu helfen, erklang die Grundlage dieses Dienstes als Glockenspiel vom Turm der Garnisonkirche in Potsdam: "Üb immer Treu und Redlichkeit bis an Dein kühles Grab und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab!"

So wurde Preußen der fortschrittlichste Staat seiner Zeit; er führte als erster die allgemeine Schulpflicht für Jungen und Mädchen ein, das allgemeine freie und gleiche Wahlrecht und die Sozialversicherung für den einfachen Arbeiter und seine Witwe.

Der militärische Bereich war gekennzeichnet durch die Inschrift über dem Eingangstor der Hauptkadettenanstalt Berlin-Lichterfelde: "Der preußische Gehorsam ist der einer freiwilligen Entscheidung und nicht der einer dienstwilligen Unterwürfigkeit." Damit konnte Graf Moltke als General-stabschef die Auftragstaktik in der Befehlsgebung einführen, die der preußisch-deutschen Armee ihre Überlegenheit verschaffte. Der so viel geschmähte strenge Ehrbegriff im Offizierkorps sollte den Vorgesetzen daran hindern, die Ehre des Untergebenen zu verletzen.

Der Herr Emeritus hat insofern recht: Preußen ist in erster Linie Haltung und damit natürlich "Gift" für den zügellosen, korrupten, neomarxistisch-emanzipatorischen Demokratismus.

Eberhard von Löbbecke, Kronberg

 

 

USA kein Garant

Betr.: Folge 2 - "Deutschland - nur noch bedingt wehrfähig"

Weder ist Washington gefragt als Weltpolizist, noch als Feuerwehr und schon gar nicht brauchen wir die US-Amerikaner als Garant einer Ordnung. Was wir brauchen ist genau das Gegenteil, nämlich eine Weltordnung der freien Völker ohne die An-

maßung der USA.

Wenn Das Ostpreußenblatt deutschen Interessen dient, dann hat es hier Farbe zu bekennen. Denn schließlich darf man nicht vergessen, daß die Sowjets ohne US-amerikanische Unterstützung niemals Gelegenheit gehabt hätten, ihre Ausrottungspolitik in Ostpreußen und in anderen ostdeutschen Ländern erfolgreich durchzuführen. 

Rigolf Hennig, Verden

 

Die "Heldentaten" der Alliierten

Betr.: Folge 10 - "Das selektive Gedächtnis"

Eine derartige Offenheit wie in diesem Artikel ist nur in unserem Ostpreußenblatt möglich, doch es überkam mich beim Lesen Wut und Ohnmacht, daß der deutschen Bevölkerung generell die "Heldentaten" der sogenannten Sieger vorenthalten werden, vorenthalten werden müssen, damit das Bild vom humanen, nicht an grauenhaften Kriegsverbrechen beteiligten Amerikaner keinen Kratzer bekommt. Hierzulande wird nach wie vor den Nachkriegsgenerationen eingehämmert, unterstützt von üblen Nestbeschmutzern (Reemtsma und Konsorten), daß nur die Wehrmacht an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt war. Das ist inzwischen so tief verankert, daß Gegendarstellungen als an- tiamerikanisch gelten. Unsere Kriegsverbrecher wurden abgeurteilt. Die Generäle, die stets für ihre Verbrechen erschossen werden, hat man haßerfüllt gehängt. Einmalig in der Geschichte!

Jedenfalls sind unsere Kriegsverbrecher hingerichtet worden von einem Tribunal, das selbst blutbefleckte Westen trug, dessen Armeen gleichermaßen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hatten, was mittlerweile immer mehr von ausländischen Historikern ans Tageslicht ge- bracht wird.

Die einzelnen Verbrechen der Wehrmacht sind zu verurteilen, aber nicht das große Heer der mutig und tapfer kämpfenden deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges, wie von unseren ehemaligen Gegnern hervorgehoben, auch von meinen beiden holländischen Freunden, beides Historiker, die sich seit Jahren mit der deutschen Kriegsgeschichte intensiv befassen und internationale Kontakte pflegen. Durch diese beiden Historiker erfuhr ich bereits vor längerem von den "Heldentaten" der Amerikaner im Pazifik. Doch wenn zwei das gleiche tun, ist es bekanntlich noch lange nicht dasselbe! Der vom "Großen Bruder", dem wir "uneingeschränkte Solidarität" zu zollen haben, seinerzeit geführte Krieg im Pazifik war ja gerecht und human: Japaner galten als Untermenschen; Gefangene wurden reihenweise erschossen. Der Totenschädel eines gefallenen Japaners diente als Trophäe. Wollen das unsere sogenannten Historiker nicht wahrhaben?

Nein, sie können es nicht, denn sie haben jahrzehntelang den Deutschen sämtliche Untaten in die Schuhe geschoben. Erinnern die "Heldentaten" der Amerikaner im Pazifik nicht an vergangene Zeiten? Solche Draufgänger hätte Himmler mit Handkuß umworben, aber diese "Helden" wurden eben nicht zur Rechenschaft gezogen. Warum nicht?

Wann gelingt es uns Deutschen, endlich von der einseitigen "Vergangenheitsbewältigung" abzukommen? Wer legt den Nestbeschmutzern endgültig das Handwerk? Oder muß die Aufklärung ausschließlich ausländischen Historikern überlassen werden? 

Kurt Baltinowitz, Hamburg

 

 

Massenmorde an Deutschen

Betr.: Folge 10 - "Das selektive Gedächtnis"

Ihr Artikel ist ebenso bemerkenswert wie mutig, streift er doch ein Tabu-Thema, nämlich die unserem Volk angetanen Untaten und Verbrechen und den Umgang damit durch eine tonangebende Schicht in Deutschland. Es harrt doch noch allerhand der sachlichen Aufarbeitung, und man kann Herrn v. Leesen nur wünschen, damit fortzufahren, sich mutig dem geschichtsfälschenden Zeitgeist entgegenzustellen.

Um der Wahrheit willen darf auch nicht bei Bromberg, Nemmersdorf, dem Brünner Todesmarsch oder dem Massaker von Aussig haltgemacht werden, sondern auch das zielgerichtete Morden der deutschen Stadtbevölkerung bis zum Massenmord von Dresden und die vielen kleinen Kriegsverbrechen der Alliierten müssen Erwähnung finden.

Beispielsweise liegen in Ottenstedt auf dem Friedhof zwei Wehrmachtssoldaten begraben, sie waren sechzehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich im Ort am 12. April 1945 den vorrückenden Amerikanern ergaben. Die Amis haben die beiden zum Ortsrand mitgenommen, dann dort in die Köpfe geschossen und in den Straßengraben geworfen. Unzählige solcher Verbrechen sind ungesühnt geblieben. Von dem Plündern von Museen und dem Beutemachen einmal ganz abgesehen.

Wie sagte seinerzeit der US-Präsidentschaftskandidat Pat Bucha-nan: "Die Welt weiß alles, was die Deutschen getan haben; die Welt weiß nichts davon, was den Deutschen angetan wurde." Es ist an uns, auf Wahrheit und Gerechtigkeit auch gegenüber unserem Volk zu drängen! Wir sind es einfach den nächsten Generationen schuldig. 

Eberhard Schütze, Ottenstedt am Berge

 

 

Ostpreußenblatt hier zu unkritisch

Betr.: Folge 8 - "Preußens Wiedergeburt"

Seit Jahren bin ich treuer Bezieher des Ostpreußenblattes und möchte erst einmal auf diesem Wege Dank und Anerkennung für freidenkerischen, ehrlichen Journalismus aussprechen. Weiter so!

Allerdings bin ich erstaunt, daß Sie so unkritisch über die angedachte Namensgebung des entstehenden gemeinsamen Bundeslandes Berlin/Brandenburg in Preußen berichten.

Ich befürchte, daß genau der gleiche Effekt eintritt, wie bei der Umbenennung der ehemaligen DDR von Mitteldeutschland zu "Ostdeutschland". Damit wurden aus dem wirklichen Ostdeutschland im Sprachgebrauch die "ehemaligen deutschen Ostgebiete", was für mich ziemlich schwer nach Besatzung und Kolonisation klingt.

Wenn Brandenburg dann "Preußen" heißt, was sind dann die ehemaligen preußischen Ostgebiete? Also bitte nicht immer gleich jubeln, wenn ein Umerzogener einmal Preußen nicht in diffamierender Weise in den Mund nimmt. 

Kai Pöhlmann, Wedel

 

 

Seriöse Berichterstattung

Betr.: Ostpreußenblatt

Mit der offensichtlichen Beteuerung Ihres Blattes zum Preußentum und seinem Traditionserhalt finden Sie nicht nur den Beifall der gebürtigen Ostpreußen. Alle im Sinne dieser Tugenden erzogenen Bürger und deren Nachkommen sind Ihnen für das Bekenntnis zum deutschen Wesen und Streben sehr verbunden. Die so gepriesene neudeutsche Demokratie erschöpft sich inzwischen in parteipolitischer Zwietracht und parlamentarischer Einfältigkeit.

Es wäre dem Wiederbeleben der preußischen Tugenden dienlich, wenn die "Preußische Allgemeine Zeitung" zum Wochenblatt vieler alter und junger Leser-

kreise würde, da es meines Erachtens in unserer teils schamlosen Medienlandschaft mit Abstand zur den seriösesten Berichterstattern gehört. 

Wolfram Kertz, Lohmar

 

 

Olympia

Betr.: Folge 11 - "Die Stalin-Note"

Alfred Schickel ist ein ausgewiesener Zeitgeschichtler. Man liest seinen historischen Rück-blick gerne genau. Aber an einer Stelle irrt er. 1952 gab es bei der Olympiade in Helsinki noch keine gesamtdeutsche Mannschaft, die kam erst 1956. Nur eine bundesdeutsche Vertretung trat an. Die Anerkennung der DDR lag noch in weiter Ferne.

Helmut Schinkel, Berlin

 

 

Zitat ungenau

Betr.: Folge 10 - "Zwischen Rechten und Pflichten"

Herr Lienhardt Schmidt zitiert Goethe mit Schiller und dazu noch ungenau.

Faust, Fünfter Akt - Großer Vorhof des Palastes. Faust: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß! 

Sigrid Demblik-Hagen, Alfeld