19.08.2022

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13.04.02 / Ostpreußen in Wort und Bild

© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 13. April 2002


Ostpreußen in Wort und Bild
Informative und interessante Publikationen über die Heimat neu vorgestellt

Literatur über Ostpreußen ist unter anderem Dank des Einsatzes der Ostpreußen selbst keine Rarität. Viele Heimatkreisgruppen bringen über ihren Ursprungsort eigene Chroniken heraus, die sich einer großen Leserschaft erfreuen. Aber auch Nichtostpreußen und die heutigen Bewohner nehmen sich dieser Region an und bringen informative Publikationen auf den Büchermarkt.

Wir möchten an dieser Stelle nun eine Neuveröffentlichung aber auch vier schon etwas ältere Werke, die aufgrund ihres Informationsgehaltes und ihrer Qualität nicht einfach in Vergessenheit geraten dürfen, vorstellen.

Die Forschungsstelle Ostmitteleuropa der Universität Dortmund hat die erstmals im Jahr 2000 in Polen veröffentlichten Aufzeichnungen von Friedrich Salomo Oldenberg, einem Mitarbeiter der Inneren Mission Berlins, aus dem Jahre 1865 über seine Inspektionsreise durch Masuren nun auch in deutscher Sprache für den inte-ressierten Leser zugänglich gemacht. "Zur Kunde Masurens" (Universität Dortmund 2001, 239 Seiten, 1 Karte, broschiert, 24 Euro) besteht größtenteils aus den Berichten Oldenbergs. Ein umfassendes Vorwort von Grzegorz Jasinski informiert den Leser über die Geschichte Masurens und die Rahmenbedingungen für Oldenbergs Reise nach Masuren.

Oldenberg befaßte sich 1865 mit der wirtschaftlichen, religiösen und sozialen Situation. So schreibt er auch über die damaligen Sitten und Gebräuche, den Grundbesitz, Wucher und Steuern. Besonders aufschlußreich sind die am Ende aufgeführten Wünsche und Anträge, die sich aus seinen Beobachtungen ergeben. So forderte er 1865 unter anderem ein eigenes kirchliches Amt für Masuren, neue Schulen, Maßnahmen gegen Trunksucht und Aberglaube sowie günstige Kredite für die kleinen Leute.

"Zur Kunde Masurens" ist kein trockener Forschungsbericht sondern lebensnah und verhältnismäßig leicht zu lesen. Die Tatsache, daß es sich hierbei um ein zeitgeschichtliches Dokument handelt, gibt der Lektüre zudem einen besonderen Reiz.

Ein kleines Schmuckstück ist das Buch "Königsberg - Die ostpreußische Hauptstadt in Geschichte und Gegenwart" von Gerhard von Glinski und Peter Wörster. Im ersten Teil des Buches wird die rund 700jährige Geschichte der Stadt bis 1944 in großen Zügen bilderreich dargestellt und deren kulturgeschichtliche Bedeutung in der Zeit Immanuel Kants und der Befreiungskriege besonders hervorgehoben. Der zweite Teil berichtet über die Zeit von den westalliierten Bombenangriffen im August 1944, über die sowjetische Eroberung im April 1945 und ihre Folgen bis zur Phase im Zeichen von Perestroika und Glasnost. Im dritten Teil wird das Leben der Königsberger sowie die Pflege Königsberger Traditionen im Westen Deutschlands beschrieben. (Westkreuz-Verlag, Berlin 1992, Hardcover, 183 Seiten, sehr viele Hochglanz-Abbildungen, 18 Euro.)

Sehr liebevoll ist das Buch "Spuren am Kurischen Haff" von Barbara Mai zusammengestellt. "Unsere Vorfahren haben miteinander nicht nur Erfahrungen und Waren ausgetauscht und gelegentlich gegeneinander gekämpft, sondern auch voneinander gelernt", schrieb der Bürgermeister von Memel, Povilas Vasiliauskas, 1993 im Vorwort. Und genauso versöhnlich wie die Worte des Bürgermeisters wirken, offenbart sich die einmalige Landschaft um das Kurische Haff auf den vielen, leider etwas blassen Farbfotografien als friedlich. Zudem schafft Barbara Mai in ihrer "Landesgeschichte" und den Texten zu den Bildern eine angenehm nachdenkliche, melancholische Stimmung. (Westkreuz-Verlag, Berlin 1993, Hardcover, 87 Seiten, sehr viele Hochglanz-Abbildungen, 28 Euro.)

Die Vertriebenen gehören zu den Menschen, die am eigenen Leib erfahren haben, daß Europas Grenzen vor gerade mal einem halben Jahrhundert ganz anders verliefen und selbst vor zwölf Jahren war Deutschland ja noch ein ganz anderes, als es sich uns heute darstellt. Der "Kleine Atlas zur Deutschen Territorial Geschichte" von Bernhart Jähnig und Ludwig Biewer hat sich schon vor über zehn Jahren mit dem Verlauf der deutschen Grenzen von 814 bis in die Gegenwart beschäftigt. Auf sechzehn farbigen Karten werden dem Betrachter die territorialen Entwicklungen in Europa verdeutlicht und durch den übersichtlich gegliederten Text bekommt der Leser die nötigen geschichtlichen Hintergrundinformationen. Wer also wissen möchte, wann Hamburg mal zu Sachsen gehörte und bis wohin das Königreich Böhmen ging, für den ist dieser Atlas eine sehr gut gestaltete Informationsquelle. (Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Bonn 1991, 199 Seiten, 16 farbige Karten, 1 riesige Faltkarte von Deutschlands Grenzen im Jahre 1937 zum herausnehmen, 24,54 Euro.)

Für Freunde des Ostpreußischen Landesmuseums sei an dieser Stelle noch einmal abschließend auf den dazugehörigen Katalog "Ostpreußen - Landschaft - Geschichte - Kultur im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg", herausgegeben von Ronny Kabus, hingewiesen. Jedes Ausstellungsstück wird hier in einem kurzen Text beschrieben, und die schönsten Exponate des Museums sind mit qualitativ hochwertigen Fotos bebildert. (Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1997, Hardcover, 327 Seiten, sehr viele Hochglanz-Abbildungen, 19,95 Euro.)Rebecca Bellano