22.01.2022

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15.06.02 / Deutsche Literatur in der Republik Polen

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 15. Juni 2002


Verfilmungsprojekt
Deutsche Literatur in der Republik Polen

Der große Schatz an deutschen Publikationen in polnischen Bibliotheken wird zu großen Teilen maschinenlesbar katalogisiert und verfilmt. Vor allem alte Drucke aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert, deutsch- und polnischsprachige Zeitschriften aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sowie vor 1939 entstandene Judaica sollen in dieser Weise bearbeitet und anschließend in deutschen und polnischen Bibliothe-

ken als Filmkopien verfügbar sein.

Das Projekt wurde im Jahre 1992 von der Robert-Bosch-Stiftung entwickelt und wird seit 1995 überwiegend von der "Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit" finanziert. Bisher wurden für das Projekt von der Robert-Bosch-Stiftung 449.000 D-Mark und von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit rund 3,5 Millionen D-Mark bereitgestellt. Zunächst wurden die beteiligten Bibliotheken mit moderner Verfilmungs- und Datenverarbeitungstechnik ausgestattet. Am Projekt waren von Anfang an die Nationalbibliothek Warschau, die Universitätsbibliothek Breslau und die Pommersche Bibliothek Stettin beteiligt; später folgten die Universitätsbibliothek Posen und die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften in Danzig.

Das Kriterium für die Reihenfolge, in der die Druckbestände gesichert und katalogisiert werden, ist der Druckort. An erster Stelle standen die Orte in Schlesien, Pommern sowie Ost- und Westpreußen, deren erhaltene Drucke von 1500 bis 1800 ohne Ausnahme und unabhängig von der Sprache, in der die Texte verfaßt sind, verfilmt wurden. Es folgten polnische Druckorte wie Krakau, Warschau und Posen, aus denen ebenfalls zahlreiche deutschsprachige Drucke erhalten sind.

Durch die Verfilmung und Katalogisierung der alten Drucke und Zeitungen entsteht in der Nationalbibliothek Warschau ein aktueller Nachweis. Kopien der Filme und die entsprechenden Katalogaufnahmen sollen in den Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek übernommen werden und dort künftig der Wissenschaft zur Verfügung stehen. Insbesondere von der Verfilmung der vor 1914 erschienenen Zeitungen und Zeitschriften verspricht man sich spürbare Fortschritte bei der Erforschung der deutsch-polnischen Geschichte. Immerhin handelt es sich zum größten Teil um Raritäten, die in der Zeitschriftendatenbank für die Bundesrepublik Deutschland noch nicht nachgewiesen waren. Manuela Rosenthal-Kappi