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22.06.02 / Blick nach Osten

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juni 2002


Blick nach Osten

Wahlkampf-Propaganda

Prag - Vladimir Spidla, sozialdemokratischer Spitzenkandidat für die tschechischen Wahlen am 14./15. Juni, versuchte die Wähler mit der Warnung vor einem zu starken deutschen Einfluß für den umstrittenen EU-Beitritt des Landes zu ködern. In einer Rede am 10. Juni behauptete er, daß die Tschechische Republik faktisch "zu einem anderen deutschen Staat werden könnte", wenn man kein Mitglied der Europäischen Union würde.

 

Kirchen als Vermittler

Prag - Der böhmische Kardinal Miloslav Vlk regte an, daß die katholischen Kirchen Tschechiens und Deutschlands eine Vermittlerrolle im Prozeß der Verbesserung der angespannten Beziehungen spielen sollten. Gegenüber der BBC erinnerte er am 12. Juni daran, daß sich die deutsche katholische Kirche sowohl für die Untaten der NS-Zeit als auch für die Beteiligung der DDR am Einmarsch des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei im Jahre 1968 entschuldigt hätte. Im Gegenzug hätten die tschechischen Katholiken um Entschuldigung gebeten für die mit den Benesch-Dekreten an den Sudentendeutschen begangenen Vertreibungsverbrechen.

 

Teure Energiewende

Luxemburg - Litauen hat zugesagt, den zweiten Reaktor seines als zu unsicher geltenden Atomkraftwerks Ignalina im Jahr 2009 abzuschalten. Zu dieser Übereinkunft kamen der litauische Außenminister Antanas Valionis und EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen am 11. Juni in Luxemburg. Zuvor hatten Vertreter der Europäischen Union versprochen, die in die Milliarden gehenden Folgekosten einer Schließung des für die litauische Stromversorgung zentralen AKWs durch umfassende Finanzhilfen abzufedern.

 

Deutschlandkunde

Breslau - An der Breslauer Universität soll ein "Willy-Brandt-Zentrum" für die Erforschung der deutschen und europäischen Landeskunde entstehen. Es bietet ein Doktoranden- und Fortbildungsstudium, das sich in die Fachrichtungen Germanistik, Geschichte, Politik, Jura, Kulturwissenschaft und Betriebswirtschaft gliedert.

 

Ideengeber Finnland

Königsberg - Die Rektoren der Universitäten Königsberg, Ermland und Masuren sowie Turku in Finnland wollen in Braunsberg ein Europa-Kolleg für junge Polen und Russen aus Ostpreußen gründen. Dabei sei an eine Ausbildung in Fächern wie Wirtschaft, Jura und Sprachwissenschaft gedacht; die Zeugnisse sollen europaweit gelten. Dies verlautete im Mai aus Königsberg, wo die drei Rektoren im Rahmen einer Konferenz der Ostseeländer über Hochschulbildung zusammenkamen. Der finnische Vertreter berichtete dabei auch über laufende Projekte seines Landes in Estland und Lettland sowie in der russischen Stadt Pleskau, die mit dem Vorhaben in Braunsberg im südlichen Ostpreußen vergleichbar sind.

 

Konkurrenz für Berlin

Frankfurt/O. - Der Stadtrat von Frankfurt an der Oder hat beschlossen, daß sich die Grenzkommune als Standort für ein Internationales Dokumentations- und Forschungszentrum zur Vertreibung bewerben soll. Schließlich sei die Stadt 1945 Zwischenstation für unzählige Flüchtlinge gewesen, heißt es in der Begründung. Darüber hinaus könnten Wissenschaftler der Frankfurter Europa-Universität Viadrina das Vorhaben fachlich unterstützen. Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) wurde von den Volksvertretern gebeten, die Bewerbung bis September zu prüfen.