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22.06.02 / Fotoausstellung zur Deportation der Balten

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juni 2002


Opfer der Annexion
Fotoausstellung zur Deportation der Balten

Eine historische Fotoausstellung zeichnet 61 Jahre nach der Deportation von vermutlich 47.000 Menschen aus den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen nach Sibirien das Schicksal der Opfer nach. Die Wanderausstellung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative der Botschaften der drei Staaten in der Bundesrepublik, die Erinnerung an die Annexionspolitik der Sowjetunion zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wachzuhalten.

Bekanntlich unterzeichneten das deutsche Reich und die Sowjetunion im August 1939 einen auf zehn Jahre befristeten Nichtangriffspakt. Ein streng geheimes Zusatzprotokoll diente der Abgrenzung der beiderseitigen Interessen in Osteuropa. Praktisch fielen Finnland, Estland und Lettland in den sowjetischen Aktionsbereich.

Einen Monat später unterzeichneten der deutsche und der russische Außenminister, Ribbentrop und Molotow, einen neuen Grenz- und Freundschaftsvertrag, in dem auch das Schicksal Litauens geregelt wurde. Am 8. Oktober wurde Lettland, zwei Tage später Litauen durch sogenannte Beistandspakte in die Knie gezwungen, Finnland, das sich einem solchen Pakt widersetzte, im November 1939 militärisch angegriffen. Noch im Oktober begann die Umsiedlung der baltischen Deutschen aus Estland und Lettland ins Reichsgebiet. Allein aus Lettland wurden über 64.500 Deutsch-Balten ins Reich repatriiert.

Im August 1941 wurden Litauen, Lettland und Estland als Unionsrepubliken in die Sowjetunion eingegliedert. Unabhängigen Schätzungen zufolge wurden am 14. Juni 1941 aus Estland etwa 11.000, aus Lettland rund 16.000 und aus Litauen an die 21.000 Bewohner ohne Gerichtsverfahren verschleppt, gefoltert und getötet. Die Gesamtzahl der Opfer der ersten sowjetischen Besatzung zwischen Juni 1940 und Juni 1941 beläuft sich womöglich auf rund 170.000. Eine weitere Massenverschleppung durch Rußland folgte 1945, 1949 eine dritte.

Die Ausstellung wurde erstmals in Berlin gezeigt. Bis 30. Juni ist sie in der St. Petri-Kirche in Hamburg, danach in Mannheim zu sehen.