28.05.2024

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22.06.02 / Das historische Kalenderblatt: Vom 3. bis 10. Juli 1949 findet in Hannover das erste Bundestreffen der Ostpreußen statt

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juni 2002


Das historische Kalenderblatt: Vom 3. bis 10. Juli 1949 findet in Hannover das erste Bundestreffen der Ostpreußen statt
"Ein gemeinsames Schicksal"
von Florian Möbius

Fast auf den Tag genau vor 53 Jahren kamen die Ostpreußen zum ersten Mal zusammen. Sie trafen sich in Hannover, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen, daß Ostpreußen für immer ein Stück ihrer Persönlichkeit, ihres Wesens sein und bleiben wird. Aber auch, um die restliche Welt an das grausige Treiben der Roten Armee zu erinnern, und an die schrecklichen Taten, die mit der Vertreibung einhergingen, sowie zu zeigen, daß sie ihre Heimat weder vergessen haben noch aufzugeben gedenken.

So fanden sich diese Menschen in Hannover ein, vereint durch ihre Liebe zur Heimat Ostpreußen und durch die Erinnerung an die schrecklichen Erlebnisse während der Vertreibung. Mit dieser ersten großen Zusammenkunft legten sie einen soliden Grundstein für die Vertriebenenarbeit und für eine Tradition, welche sich in diesem Jahr in Leipzig zum 18. Mal wiederholt und die bei den Landsleuten immer wieder großen Anklang findet.

Auch wenn sich in den vergangenen 53 Jahren die Probleme des einzelnen verändert haben, so ist das gemeinsame Ziel immer noch dasselbe. Verändert haben sich die Lebensumstände der Vertrie-benen. Hatten im Jahre 1949 die Teilnehmer vor allem mit alltäglichen Problemen zu kämpfen, zum Beispiel mit dem Zuzug in die Westzonen oder mit der Zuteilung von Lebensmittelkarten, sind es heute besonders der Zeitgeist und das in Vergessenheit gedrängte Schicksal der Vertriebenen, womit sich die Lands- mannschaft der Ostpreußen und ihre Angehörigen auseinandersetzen müssen.

Für Dr. Ottomar Schreiber, den ersten Sprecher der LO, war ein besonderes Anliegen dies: "Wenn wir nicht glauben, daß ein gesamtdeutsches Gemeinschaftsbewußtsein besteht und daß nach den Jahren des Überganges und der Irrungen dieses gesamtdeutsche Gemeinschaftsbewußtsein auch in der Lösung unserer Frage wirksam werden wird, wenn, meine Landsleute, wir diesen Glauben nicht mehr hätten, dann wehe uns und wehe den anderen! Denn das würde nichts anderes heißen, als daß die letzten Bindungen gelöst werden! Und nicht nur ein Staat, sondern auch eine Gesellschaft beruht auf Bindungen."

Der augenfälligste Unterschied zwischen gestern und heute ist gleichzeitig auch der am meisten zu bedauernde: Wo sich einst die Politik hinter die Vertriebenen und deren Anliegen stellte, sucht man heute diesen Beistand im politischen Alltag fast vergebens.

1949 fand Niedersachsens damaliger Ministerpräsident Hinrich Kopf (SPD) deutliche Worte über Ostpreußen: "Dieses Land ist deutsches Land. Es ist in friedlichem, jahrhundertelangem Mühen von deutschen Menschen erarbeitet worden. Es war ein Markstein deutscher Kultur." Deshalb ist es gerade heute so wichtig, Flagge zu zeigen und den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft sowohl im In- und Ausland, aber auch den eigenen Landsleuten wie einst im Juli 1949 zurufen: "Wir sind noch da, und unser Anliegen ist gerecht!"

"Heimatliebe, die durch nichts zu erschüttern ist": Vor 53 Jahren kamen in Hannover erstmalig die Ostpreußen zu einem Bundestreffen zusammen. Unser Foto zeigt die Titelseite von "Wir Ostpreußen", einer Vorläufer-Publikation des Ostpreußenblattes. Schon damals stand die Berichterstattung über das Deutschlandtreffen an erster Stelle.