22.05.2024

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22.06.02 / Die Zeitung der Ostpreußen / Seit nunmehr über zweiundfünfzig Jahren: Neues aus der Heimat und aus aller Welt

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Juni 2002


Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung
Die Zeitung der Ostpreußen / Seit nunmehr über zweiundfünfzig Jahren: Neues aus der Heimat und aus aller Welt

Das Ostpreußenblatt ist die größte und einflußreichste aller Vertriebenenzeitungen. Es wird inzwischen in 132 Länder der Erde versandt und hat eine Auflage von rund 40.000 Exemplaren. Entgegen einer speziell bei seinen Kritikern verbreiteten Auffassung wird Das Ostpreußenblatt keineswegs subven-

tioniert. Es macht sogar Überschüsse, die der Arbeit der Landsmannschaft zugute kommen.

Seit über 50 Jahren schon wird Das Ostpreußenblatt im fernen ostfriesischen Leer bei demselben Hersteller gedruckt, dem traditionsreichen ostpreußischen Hause Rautenberg. Der einst in Mohrungen und Königsberg ange-

siedelte Familienbetrieb hat eine 175jährige Tradition.

Die Herausgeberin der Wochenzeitung, die Landsmannschaft Ostpreußen (LO), legt aber auch vom redaktionellen Grundtenor her Wert auf Tradition und Kontinuität. Interesse findet die Zeitung daher insbesondere bei drei Lesergruppen: den national-konservativen Lesern, den heimatverbundenen Vertriebenen sowie den wirtschaftlich an den ostmitteleuropäischen Staaten in-teressierten Investoren.

Das Ostpreußenblatt (OB), eine Publikation mit heute allgemeinpolitischem Anspruch, entstand 1950 aus der Notwendigkeit heraus, der Landsmannschaft ein Verbandsorgan an die Hand zu geben. Es sollte zugleich Organisationshilfe sein wie die Plattform, auf der die vertriebenen Ostpreußen einander wahrnehmen oder finden konnten. Die Behauptung der Stammesidentität war ebenso wichtig wie die Artikulation der sozialen und kulturellen Probleme der Heimatvertriebenen. Auf dem Weg über die Berichterstattung und Kommentierung aller wichtigen, Deutschland betreffenden Fragen, ist es schließlich zu dem geworden, was der Untertitel signalisiert: eine unabhängige Wochenzeitung für Deutschland.

Von der ersten Ausgabe an, die unter dem Datum vom 5. April 1950 auf den Markt kam, ist Das Ostpreußenblatt immer kompromißlos für das Recht auf Heimat eingetreten, ebenso aber auch für den Verzicht auf Rache und Gewalt, wie er in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen festgeschrieben ist. "Die Wahrung des Friedens und des Rechts", so formulierte es Wilhelm v. Gottberg, der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, in der Jubiläumsbeilage zum 50. Geburtstag des OB, "die Bedeutung der preußischen Tugenden, die freiheitlich demokratische Grundordnung unserer Verfassung und die Förderung des gesunden Nationalbewußtseins waren und sind die Leitlinien für den politischen Teil des Ostpreußenblattes." Eine Charakterisierung, die bei den Verantwortlichen des Wochenblattes wie bei der Führung der Landsmannschaft Ostpreußen nie angefochten wurde. v. Gottberg: "Die dem Ostpreußenblatt zuteil gewordene Anerkennung rechtfertigt die Aussage, daß diese Zeitung ein wichtiges Segment innerhalb der freien Presse der Bundesrepublik ist, auf das nicht verzichtet werden kann."

Der doppelte Auftrag des Ostpreußenblattes, gleichermaßen nach innen wie nach außen zu wirken, hat die Struktur der Zeitung von Anbeginn geprägt - auch wenn sich das Erscheinungsbild durch die Einführung eines fünfspaltigen Umbruchs, der den veränderten Lesegewohnheiten entsprechen soll, heute ein wenig geändert hat.

Der Dienst am Leser und der publizistische Auftrag des Ostpreußenblattes schlagen sich in der Arbeit eines jeden Ressorts nieder.

Neben Politik/Zeitgeschehen/Feuilleton sind das: Kultur/Unterhaltung/Frauen, Geschichte/Landeskunde sowie Landsmann- schaftliche Arbeit/Aus den Heimatkreisen/Aktuelles.

Die Rubriken Politik und Zeitgeschehen sind das wohl wichtigste Kapital der couragierten Wochenzeitung mit preußisch-

christlichem Hintergrund. Deutlich über 90 Prozent der Leser abonnieren das Ostpreußenblatt, um politischen Klartext lesen zu können. Deutschland, die Europäische Union und die hiesige Wertegesellschaft, festgehalten und kommentiert aus wertkonservativer Sicht. Dies ist eines der Standbeine, mit denen das OB Zukunftsfähigkeit zeigt. Das zweite Standbein bilden die Ressorts Östliches Mitteleuropa und Geschichte und Landeskunde. Keine zweite deutschsprachige Wochenzeitung konzentriert sich derart auf Ostpreußen und die östlichen Beitrittsstaaten als Investitions-, Wirtschafts- und Kulturraum.

Mit der Seite Ostpreußen heute wird ein Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart gespannt. Hier wird über das aktuelle Geschehen in der drei- geteilten preußischen Provinz berichtet. Korrespondenten vor Ort gewährleisten eine kontinuierliche Berichterstattung über die politische Situation, die wirtschaftliche Lage, die Kultur, soziale Probleme und das Alltagsleben im heutigen Ostpreußen. Die dortigen Ereignisse werden von den einst vertriebenen Bewohnern mit großem Interesse verfolgt. Der Blick ist dabei nicht rückwärtsgewandt, sondern von der Gegenwart in die Zukunft gerichtet, die nur mit deutscher Hilfe gemeistert werden kann.

Der Schwerpunkt liegt auf der Beobachtung der Geschehnisse im nördlichen Ostpreußen, da die Dinge dort beständig im Fluß sind. Ostpreußen ist ungeachtet seiner vom russischen Kernland isolierten Lage kein unbedeutendes Randgebiet im Kalkül der russischen Administration, sondern eine bedeutende Region, der aus politischen, wirtschaftlichen und militärischen Gründen viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Da das immer noch im planwirtschaftlichen Denken befangene und von Korruption gezeichnete Rußland bei der Lösung der schwerwiegenden Probleme überfordert ist, kommt es zu zahlreichen, meist lokalen deutsch-russischen Kooperationsprojekten, die häufig von seiten vertriebener Ostpreußen initiiert werden. Diese Erfolge zu würdigen, gehört zu den vornehmsten Pflichten dieses Ressorts. In den Kurzmeldungen wird stichwortartig über prägnante Ereignisse berichtet.

Das hierfür zuständige Ressort Geschichte und Landeskunde verschafft dem Leser so eine Informationsbasis, wie sie in dieser Form keine andere Zeitung in Deutschland zu bieten vermag.

Freilich, die Redaktion genießt hier einen Heimvorteil, doch kommt dies dem Leser und Informationsnutznießer nur zugute. Dies ist dem Leser, schenkt man den Umfragen Glauben, auch bekannt. Wer sich für die Osterweiterung der EU und den damit verbundenen neuen Wirtschafts-

raum interessiert, ist gut beraten, Das Ostpreußenblatt zu abonnieren.

Das dritte - wenn auch rückläufige - Standbein ist der originär landsmannschaftliche Teil, in dem sich die Heimat- und Kulturgemeinschaft Ostpreußen wiederfindet. Erklärtes Ziel der Redaktion ist Wiedergabe und Weitergabe ostpreußischer Inhalte über Generationen hinweg.

So ist das Ressort Kultur/Unterhaltung/Frauen wohl wie kein anderes dazu angetan, Brücken zu bauen. So z. B. eine Brücke zwischen den Generationen, zwischen denjenigen, die das Land Ostpreußen noch aus eigenem Erleben kennen, die Flucht und Vertreibung miterleiden mußten, und den Kindern und Enkeln aus der Bekenntnisgeneration. Ihnen sollen die Werte und sittlichen Kräfte vermittelt werden, die in Ostpreußen wuchsen, ihnen soll die Heimat der Eltern und Vorfahren mit all ihren bunten Facetten aufgezeigt werden.

Es war schließlich keine finstere Provinz, dieses Ostpreußen. Oder wie Agnes Miegel, die große Dichterin Ostpreußens, einmal schrieb: "Wir saßen doch nicht auf dem Kaff! ... Wir Ostpreußen haben Weltblut! Die Welt gehört zu uns. Gerade weil meine Dichtung über Ostpreußen hinausgeht, ist es typisch. Ostpreußen sah, fühlte weiter, sah über sich hinaus."

Darüber hinaus weist die Redaktion auf aktuelle Ausstellungen mit Arbeiten ostpreußischer Künstler, auf Konzerte oder CD-Veröffentlichungen mit Werken ostpreußischer Komponisten, auf Neuerscheinungen ostpreußischer Schriftsteller (wie etwa Arno Surminski) hin. Auch gilt es, Künstler vorzustellen, die in Ostpreußen geboren wurden und heute in der Bundesrepublik Deutschland am regen Kunstleben teilhaben. Neben den rein auf Ostpreußen bezogenen Themen gilt es aber auch solche aufzugreifen, die das kulturelle abendländische Erbe umfassen.

Die Seite Unterhaltung schließlich dient vor allem einer "Ruhepause"; da kann der Leser die "Seele baumeln lassen" und sich von den meist anspruchsvollen Politikseiten erholen. Autoren, vornehmlich aus Ostpreußen, aber auch aus den anderen Vertreibungsgebieten erhalten hier die Möglichkeit, in Lyrik und Prosa ihre Empfindungen und Erlebnisse zu schildern, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen.

Doch auch die Leser kommen auf dieser Seite zu Wort. Sie schildern Begebenheiten und Erlebnisse aus der Heimat, aber auch leidvolle Kapitel von Flucht, Vertreibung und Verschleppung. Diese durch das eigene Erleben besonders authentischen Beiträge sind ebenso gern gelesen wie Texte in ostpreußischem Platt. Da die Mundart mit der Erlebnisgeneration auszusterben droht, gilt es mehr denn je, das Plattdeutsch, das vor allem in den ländlichen Gebieten Ostpreußens gesprochen wurde, in schriftlicher Form zu erhalten - im Gegensatz zum "Missingsch", das auf Veranstaltungen die Gemüter besonders erheitert.

Selbst in seinen kühnsten Träumen wird der "Vater des Gedankens" nicht geahnt haben, wie sehr seine Idee einschlagen würde. Als der damalige Chefredakteur des Ostpreußenblattes, Hugo Wellems, mit seiner Mannschaft 1972 die Aktion "Du sollst nicht mehr allein sein!" ins Leben rief, dachte man zunächst an ältere, bedürftige Landsleute, die fern der Heimat ein menschenunwürdiges Dasein fristeten. Ihnen sollte geholfen werden, sie sollten über Das Ostpreußenblatt Menschen kennenlernen, die ihnen über ihre Einsamkeit hinweghelfen wollten.

So schrieb eine Ostpreußin aus Rauschen: "Wie fein wäre es, wenn mich 80jährige einmal eine junge Ostpreußin besuchte. Wegen meines Alters und der verschiedenen Leiden kann ich seit Jahren keine Veranstaltung mehr besuchen, die abends stattfindet." Eine Oma bot sich einer jungen Familie an, andere wieder boten eine kleine Wohnung mietfrei gegen gelegentliche Hilfe im Haushalt an - alles ohne kommerziellen Hintergrund, versteht sich.

Aus der Ostpreußischen Familie wurde bald eine beliebte Institution. Derart viele Fragen und Antworten mußten bewältigt werden, daß man zunächst Kennziffern einführte, die jedoch bald durch die Nennung von Namen und Anschriften abgelöst wurden. Schließlich sollte es in einer Familie ja persönlich zugehen.

Schwieriger wird's dann schon, werden Angehörige und Freunde gesucht. Vergeblich hat man über das DRK oder über Heimatauskunftsstellen versucht, Verbindungen zu knüpfen. Der Ostpreußischen Familie aber gelingt es oft, was andere längst aufgegeben haben.

Ein großer Teil der Leserschaft des Ostpreußenblattes ist durch das eigene Erleben von Flucht, Vertreibung, Hunger und Elend in besonderem Maße für Fragen der neueren deutschen Geschichte sensibilisiert, haben die Ostpreußen doch unmittelbar mit dem Verlust ihrer Heimat den Preis für den unseligen Zweiten Weltkrieg zahlen müssen. Die Seite Geschichte ist daher der Darstellung historischer Sujets gewidmet, die zumeist einen direkten Bezug zu Ostpreußen und Ostdeutschland haben. Der Themenkanon ist breit gefächert, er umfaßt alle historischen Epochen und Bereiche und klammert auch politisch umstrittene Aspekte nicht aus. Zu den Autoren gehören professionelle Historiker ebenso wie Vertreter historischer Teildisziplinen und gelegentlich auch geschichtlich interessierte Leser.

Bei der Berichterstattung wird der neueste Stand der historischen Forschung beachtet. Neben monographischen Darstellungen finden auch Serien Berücksichtigung, die zumeist ein Thema von besonderer Bedeutung behandeln oder ein breiteres Themenspektrum abdecken. Hervorzuheben sind auch gelegentliche quelleneditorische Dokumentationen.

Auf der Seite Landeskunde wird über Landschaft, Kultur und Wirtschaft Ostpreußens berichtet, wobei auch immer wieder historische Aspekte in die Darstellung einfließen. Aus der Feder anerkannter Fachleute und heimatkundiger Autoren erfahren die Leser Wissenswertes über Ostpreußen, dessen Kultur Teil des gesamten deutschen Kulturerbes und lebendiges Element unserer Gesellschaft ist. Hierbei kann aus dem umfangreichen landeskundlichen Bild- und Textarchiv geschöpft werden, das vom Ressort Geschichte/Landeskunde betreut wird.

Ein Herzstück des Ostpreußenblattes ist das Ressort Landsmannschaftliche Arbeit. Die weit über 500 in der LO organisierten Gruppen haben hier die Möglichkeit, ihre Termine anzukündigen und über ihre Veranstaltungen zu berichten. Sei es das monatliche Treffen, ein Fleckessen oder gar ein mehrtägiger Ausflug; hier finden sie ihren Niederschlag. Diese Berichte dienen nicht nur zur Information der örtlichen Mitglieder, sondern werden auch gern von anderen Landsleuten als Anregung übernommen für die Ausgestaltung der eigenen Aktivitäten, und schließlich hat so manch ein Leser über die Rubrik Landsmannschaftliche Arbeit den Weg zu einer Mitgliedschaft in der LO gefunden.

In der Rubrik Aus den Heimatkreisen kommen die Vorsitzenden der 40 ostpreußischen Stadt- und Kreisgemeinschaften zu Wort. Der Blick ist auf Gegenwart und Zukunft gerichtet. Aktiv helfen die Kreisgemeinschaften, vielleicht von ihren Pa- tenstädten und -kreisen unterstützt, beim Wiederaufbau und Erhalt deutscher Kulturdenkmäler. Hilfe erfahren auch die in Ostpreußen lebenden Menschen: Immer wieder wird von Hilfs-transporten berichtet, die sowohl der deutschen als auch der russischen bzw. polnischen Bevölkerung zugute kommen. Während in den vergangenen Jahren Lebensmittelspenden stark abgenommen haben, treten Sach- und Geldspenden immer mehr in den Vordergrund.

Auf der Seite Aktuelles sind die Ankündigungen von Terminen wie Ausstellungen, Seminare, Vorträge etc. bis hin zu den monatlichen meteorologischen Hinweisen ein wichtiger Bestandteil. Fest verankert ist dort seit Jahren die Rubrik Von Mensch zu Mensch, die einer größeren Leserschaft Landsleute vorstellt, deren heimatliches Engagement Vorbildcharakter hat. Die vielen unterschiedlichen Berichte über Ereignisse abseits der großen Politik und der lokalen Seite wie auch in den Rubriken Landsmannschaftliche Arbeit und Aus den Heimatkreisen zeugen immer wieder davon, daß Ostpreußen lebendig und greifbar ist.

Besonders in der nachwachsenden Generation wächst seit einigen Jahren sichtbar die Aufgeschlossenheit nicht allein für die Geschichte Preußens. Viele noch jüngst gepriesene gesellschaftliche "Zukunftsmodelle" sind offensichtlich gescheitert. Orientierungslosigkeit macht sich breit. - Da erscheinen auch die dauerhaften Werte und Maßstäbe, für die Preußen über die Epochen hinweg steht, in ganz neuem Licht. Kein Medium ist besser prädestiniert als Das Ostpreußenblatt, Echo zu sein für dieses neu entfachte Interesse. Daher trägt die Zeitung seit jüngstem den Untertitel "Preußische Allgemeine Zeitung".

Alle Beiträge des Ostpreußenblattes vom 1. Januar 2000 an und einige tausend aus den Jahren zuvor sind vollständig in unserem Internet-Archiv abgelegt und unter www.ostpreussenblatt.de abrufbar.

 

Die erste Ausgabe: Am 5. April 1950 erschien erstmals das Organ der Landsmannschaft Ostpreußen, mit einem dramatischen Bericht über den Leidensweg einer Flüchtlingsfrau, mit vielen praktischen Rat- schlägen, mit Hinweisen auf die gerade im Aufbau befindliche Organisation, aber auch schon mit Kommentaren zur allgemeinen politischen Lage.