19.01.2022

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06.07.02 / Literatur aus dem deutschen Osten

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 06. Juli 2002


Eine Welt bewahrt
Literatur aus dem deutschen Osten

Die Schlesier Georg Heym, Jochen Klepper, Max Herrmann-Neisse, Hugo Hartung und Horst Bienek, die Böhmen Josef Mühlberger, Franz Werfel und Franz Fühmann, die Ostpreußen Arno Holz, August Winnig, Ernst Wiechert, Siegfried Lenz und Johannes Bobrowski stehen im Mittelpunkt einer Publikationsreihe der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, die sich mit den literarischen Landschaften des deutschen Ostens beschäftigt: Schlesien. Literarische Spiegelungen im Werk der Dichter (201 Seiten, brosch., 28 A), Böhmen. Vielfalt und Einheit einer literarischen Provinz (179 Seiten, brosch. 28 A), Ostpreußen. Facetten einer literarischen Landschaft (191 Seiten, brosch., 24 A). Die Beiträge in den von Frank-Lothar Kroll herausgegebenen Bänden, die alle im Verlag Duncker & Humblot, Berlin, erschienen sind, basieren auf Referaten, die auf Fachtagungen der Kulturstiftung gehalten wurden. Stets konnten für die Tagungen namhafte Referenten gewonnen werden.

"Alle Abhandlungen", so Kroll im Vorwort zu dem Band "Schlesien", "tragen auf spezifische Weise zur Erinnerung bzw. Bewahrung einer vergangenen Lebenswelt bei. Sie dokumentieren darüber hinaus, daß Literatur stets auch von der Erfahrung und vom Erlebnis ihres regionalen Umraums geprägt ist. Und sie zeigen einmal mehr, welche charakteristischen Akzente die Literatur einer verlorenen Landschaft des deutschen Ostens in den Gesamtfundus der Weltliteratur einzubringen vermag."

Wenn auch Ostpreußen keine Phänomene wie den "schlesischen Barock" oder den "böhmischen Expressionismus" hervorgebracht hat, so sind doch gerade die Beiträge zur deutschen Literatur aus dieser Provinz beachtlich. In dem vorliegenden Band wird denn auch die Rolle Königsbergs als Ort der Literatur untersucht. Fallanalysen zu Leben und Werk von sieben ostpreußischen oder in Ostpreußen wirkenden Autoren des 20. Jahrhunderts zeigen die Vielfalt literarischen Schaffens auf, während ein weiterer Beitrag aus der Feder von Jan Chlosta aus dem heutigen Allenstein eine Brücke schlägt zwischen Ost und West und Bilanz zieht über den durchaus wechselhaften Umgang polnischer Schriftssteller und Wissenschaftler mit der deutschen Vergangenheit Ostpreußens. Man