22.05.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
21.09.02 / Walter Haack informiert: Langsame Angleichung der Ostrenten

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 21. September 2002


Walter Haack informiert: Langsame Angleichung der Ostrenten

Ostdeutsche Rentner müssen trotz der etwas höheren Anpassungsraten der vergangenen Jahre aller Voraussicht nach noch 15 Jahre warten, bis ihre Rente das Westniveau erreicht. Das erklärte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR), Prof. Dr. Franz Ruland, im Mitteldeutschen Rundfunk. Der Verband gehe davon aus, daß die Anpassung ab dem Jahre 2017 erreicht sein werde. Zu Beginn der 90er Jahre habe man mit einem schnelleren Anpassungsprozeß gerechnet. Allerdings habe man damals "sicherlich auch die wirtschaftlichen Probleme, die es in den neuen Bundesländern gegeben hat, deutlich unterschätzt", so Ruland.

Als Grund für die langsamere Anpassung der Ostrenten an das Westniveau nannte er die unterschiedlichen Lohn- und Gehaltsentwicklungen in beiden Teilen Deutschlands, an die die Rentenentwicklung gekoppelt sei. Der VDR-Geschäftsführer verteidigte das Verfahren mit den Worten: "Wenn wir dies nicht täten, gäbe es eine Verschiebung innerhalb der neuen Bundesländer und Akzeptanzprobleme zwischen den Erwerbstätigen und den Rentnern." Problematisch für künftige Rentnergenerationen werde nach Rulands Ansicht die im Osten deutlich anderen Erwerbsverläufe sein, die häufig von Arbeitslosigkeit oder niedrigen Löhnen gekennzeichnet seien. Arbeitslosigkeit sei zwar sozial abgesichert, Langzeitarbeitslosigkeit werde aber zu niedrigeren Renten führen.

Marschieren für die Rente - Wer Wehr- und Zivildienst leistet, tut das nicht ganz umsonst. Die Dienstzeit wird bei der Rente angerechnet.

Generationen von jungen Männern haben in den letzten 45 Jahren "gedient". Seit 1957 gibt es in der Bundesrepublik die Wehrpflicht. Drei Jahre später kam der Zivildienst dazu. Ursprünglich wurde der Bundeswehrnachwuchs für zwölf, später für 18 Monate eingezogen. Nachdem die Dienstzeit mehrfach verkürzt wurde, müssen die Rekruten seit Anfang 2002 nur noch neun Monate ein- rücken. Der Zivildienst dauert einen Monat länger. In der ehemaligen DDR mußte man bis 1990 18 Monate in der Nationalen Volksarmee (NVA) dienen.

Alle Rekruten und Zivildienstleistenden werden so gestellt, als hätten sie während der Dienstzeit als Arbeitnehmer Rentenbeiträge gezahlt. Sie müssen nichts dazu zahlen. Der Staat entrichtet die Rentenbeiträge nach festgelegten Entgeldhöhen allein.

Das Ergebnis: Es entstehen keine Lücken auf dem Rentenkonto, der Rentenanspruch im Alter steigt, und die Voraussetzungen, zum Beispiel Erwerbsminderungsrente, werden schneller erfüllt.

Tip: Überprüfen Sie, ob ihre Dienstzeit auf Ihrem Versicherungskonto gespeichert ist. Fordern Sie dazu eine Rentenauskunft bei Ihrem Rentenversicherungsträger an.