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21.09.02 / Integrationsarbeit und Pflege des Erbes

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 21. September 2002


Integrationsarbeit und Pflege des Erbes
Die 8. Rußlanddeutschen Kulturtage im Gerhart-Hauptmann-Haus

Integration ist eine Aufgabe von uns allen. Wir alle sind gefordert." Jochen Welt MdB, Aussiedlerbeauftragter der Bun-desregierung, betonte in seiner Ansprache anläßlich der Eröffnung der 8. Rußlanddeutschen Kulturtage im Gerhart-Hauptmann-Haus (GHH) die Notwendigkeit einer guten Integrationsarbeit. Die Pflege des kulturellen Erbes gebe den Rußlanddeutschen den Halt und das Selbstbewußtsein, um in der Gesellschaft bestehen zu können, so Welt. Im "Jahrzehnt der Integration" sehe die Bundesregierung eine Reihe von Neuheiten beziehungsweise Erweiterungen im Bereich Aussiedlerpolitik vor.

Der Sprachförderung werde auch zukünftig besondere Achtung geschenkt, denn deutsche Sprachkenntnisse seien Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration. Dr. Walter Engel, Direktor des Gastgeberhauses, kennt die Problematik der Integrationsarbeit aus unzähligen Maßnahmen und Projekten, die das Gerhart-Hauptmann-Haus zum Teil auch grenzüberschreitend durchführt. Viele rußlanddeutsche Aussiedler erhielten in der Düsseldorfer Einrichtung die Möglichkeit, ihre künstlerischen Talente und Fähigkeiten zu zeigen, ihre Kultur zu pflegen und nicht zuletzt deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben beziehungsweise zu erweitern, hob Dr. Engel hervor.

Konrad Grundmann, Staatsminister a. D., Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Gerhart-Hauptmann-Haus", verwies seiner- seits auf die Notwendigkeit von Veranstaltungen wie die Rußlanddeutschen Kulturtage, die dazu beitragen, die Kulturarbeit der Spätaussiedler - in diesem Fall der Rußlanddeutschen - in der Öffentlichkeit bekanntzumachen. Die Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Rußlanddeutschen Kulturtage wurde vom Kammerorchester "Notabene" (Leitung: Harri Dyck) und vom Chor der Rußlanddeutschen im Gerhart-Hauptmann-Haus, "Legende" (Leitung: Valeri Poljakov), musikalisch um- rahmt.

Das Publikum hatte darüber hinaus die Möglichkeit, zwei Ausstellungen zu besichtigen, die bis zum Abschluß der Rußlanddeutschen Kulturtage (5. Oktober) bestehen. Die Ausstellung "Russische Lackmalereien" zeigt traditionelle Arbeiten, die rußlanddeutsche Künstlerinnen im Atelier Anna Nachtigal geschaffen haben.

Die Dokumentarausstellung "Deutsche in Sankt Petersburg" informiert über Kultur und Geschichte bis 1917. Die auf Initiative des Deutschen Generalkonsulats in Sankt Petersburg erarbeitete und vom Deutsch-Russischen Kulturinstitut Dresden verwaltete Ausstellung hebt mehrere Aspekte der russischen Geschichte hervor, in denen Petersburger Deutsche eine bedeutende Rolle gespielt hatten. Die Ausstellungsstücke verweisen in Bild und Text auf wichtige Errungenschaften deutscher Gelehrter, Architekten, Unternehmer und Fabrikanten.

Zu den weiteren interessanten Veranstaltungen der diesjährigen Rußlanddeutschen Kulturtage gehören das 3. Rußlanddeutsche Chorfest am Rathausvorplatz in Düsseldorf und die Theateraufführung "Wä(e)nde" im Eichendorff-Saal des GHH. D. M.

Begleiteten die Eröffnungsveranstaltung der Kulturtage musikalisch: Das Kammerorchester "Notabene" brachte Musikstücke von Mozart, Vivaldi und Bach zu Gehör. Foto: DM