16.01.2022

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19.10.02 / Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 19. Oktober 2002


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied,

noch einmal muß ich auf "Paulinchen" zurückkommen, das als schönstes Mädchen aus Insterburg besungen wurde. Es mußte ein sehr altes Poem sein, denn ich bekam es in deutscher Schrift zugefaxt, und nun hat Ilse Pfeifer, die es suchte, das auch bestätigt. Sie erhielt von einer Leserin die Originalfassung des Gedichtes, entnommen dem Büchlein "Späte Früchte" von Robert Johannes aus dem Jahre 1920. Aber siehe da: Das echte Paulinchen stammte eigentlich gar nicht aus Insterburg und ein Schneider Lurch hat da auch nicht gelebt - nein, das Gedicht ist sächsischen Ursprungs, und der damals sehr beliebte Robert Johannes hat es einfach in das Ostpreußische übertragen. Was da so manchmal bei einer kleinen Frage herauskommt - die übrigens ein großes Echo hatte, über das Frau Pfeifer erstaunt war. Sie konnte das Gedicht auch sofort an eine Lyckerin weitergeben.

Allerdings dürfte der erste Wunsch in dieser Woche schwer zu erfüllen sein. Dipl.-Ing. Gernot Grübler schreibt für Kinder und Enkel seine Lebensgeschichte auf, und in der findet sich auch das Kapitel "Vertreibung", denn Herr Grübler hat als Elfjähriger seinen Geburtsort Weidenau (Pokraken), Kreis Tilsit-Ragnit, verlassen müssen. Mitte Oktober 1944 mit Mutter, Großmutter, drei jüngeren Geschwistern und einem Pflichtjahrmädchen auf einem Wagen mit geliehenem Gespann. Nun hat Herr Grübler folgende Fragen: Wer hat den Treck von Weidenau nach Heinrikau bei Braunsberg veranlaßt, organisiert und geleitet? - Wann genau verließ der Treck Weidenau? - Wurden die verlassenen Häuser gesichert? - Welche Route nahm der Treck, wo und wie erfolgten die Übernachtungen? - Wann kam der Treck in Heinrikau an? - Wurde ein Hinweis auf Rückkehr gegeben? - War es nur ein Treck aus Weidenau oder schlossen sich auch weitere Ortschaften an? Diese Fragen - wenn überhaupt - können wohl nur Zeitzeugen beantworten. Oder befinden sich irgendwelche Aufzeichnungen in Chroniken, Heimatbüchern oder anderen Dokumentationen? (Dipl.-Ing. Gernot Grübler, Liegnitzer Straße 12 in 31246 Lahstedt.)

Help! Please! bittet Frank Ziegert aus Kalifornien. Er gab im Juni im Ostpreußenblatt eine Anzeige zur Erinnerung an die Todestage seiner Eltern auf. In dieser wurde erwähnt, daß sein Vater Ullrich Ziegert (Ulli) in Stalingrad gefallen sei. Daraufhin meldete sich telefonisch bei der in Deutschland lebenden Schwester von Herrn Ziegert ein Kamerad seines Vaters, der behauptete, sie wären bei dem Tod bereits auf dem Rück-zug gewesen. Leider wissen die Geschwister weder Namen noch Telefonnummer des in oder bei Minden lebenden Anrufers und bitten ihn deshalb, sich doch noch einmal zu melden. Entweder bei Baerbel Osterloh, Wunstorf, Tel. 05031/8752 oder bei Frank Ziegert, Tel. 001-714-290-9957 (Adresse 19744 Beach Blvd. 272, Huntington Beach, Ca., USA).

Aus Venezuela meldet sich unsere Leserin Elke Huppertz. Sie sucht für ihre in Deutschland geborene Freundin ein Lied, das diese als Kind immer gesungen hat. Es scheint sich um eine russische Volksweise zu handeln: "Geh nicht, oh Gregor, gehe nicht zum Abendtanze, zauberische Mädchen folgen deinem Schritt ..." Wer kann helfen? Bitte unsere Redaktion anschreiben oder anrufen!

Eure

Ruth Geede