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02.11.02 / Viele Atheisten in Wien

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 02. November 2002


Viele Atheisten in Wien

Nach und nach werden Auswertungen zur österreichischen Volkszählung 2001 veröffentlicht, jüngst über die Religionszugehörigkeit der acht Millionen Einwohner. Demnach sind 73,6 Prozent römisch-katholisch - vor dreißig Jahren noch 87,4 Prozent. Bereits am zweiten Rang mit 12 Prozent finden sich Personen "ohne Bekenntnis" - Atheisten, Agnostiker und solche, die durch Kirchenaustritt die Kirchensteuer vermeiden. (Diese wird nicht vom Staat, sondern von den Kirchen direkt erhoben.) Mit 4,7 Prozent an dritter Stelle liegen Protestanten, dicht gefolgt von Muslimen mit 4,2 Prozent. Orthodoxe machen 2,2 Prozent aus und die Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) 0,1 Prozent. Der Rest sind "Sonstige".

Es bestehen starke regionale Unterschiede. "Im heiligen Land Tirol" sind 83,4 Prozent Katholiken, in Wien nur 49,2 Prozent. In Wien ist dafür die Zahl der Bekenntnislosen mit 25,6 Prozent am höchsten. Muslime liegen hier mit 7,8 Prozent schon klar vor den Protestanten.

Ein Sprecher der Erzdiözese Wien stellte fest, daß die Zahl der Kirchenaustritte rückläufig sei und daß sich die Katholiken trotz des sinkenden Prozentanteils in absoluten Zahlen halten konnten. Der Chef der IKG, Ariel Muzicant, beklagte die altersbedingte Schrumpfung seiner Gemeinde und forderte die Einwanderung von mehreren hundert jüdischen Familien jährlich. Muzicant, der bei Amtsantritt der ÖVP/FPÖ-Regierung gedroht hatte, die Juden zur Auswanderung aufzurufen, kritisiert nun das verschärfte Einwanderungsgesetz. (Die Quoten sind nicht nach Religion gestaffelt.)

Zu ergänzen wäre, daß der Anteil von Muslimen und Orthodoxen noch um einiges höher liegen dürfte, denn sich illegal aufhaltende Personen - mehrere hunderttausend, viele davon vom Balkan oder aus dem Nahen Osten - sind in der Statistik naturgemäß nicht erfaßt. R. G. K