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02.11.02 / Blick nach Osten

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 02. November 2002


Blick nach Osten

Atheismus in Estland

Reval - Der estnische Ministerpräsident Siim Kallas äußerte sich besorgt über den in seinem Land heute weitverbreiteten Atheismus. Infolge fehlender religiöser Unterweisung wisse die Bevölkerung noch nicht einmal, wovon sie sich abwende, beklagte er am 17. Oktober anläßlich der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen Staat und Kirche. Dabei handelt es sich um das erste derartige Abkommen in der estnischen Geschichte. Der Regierungschef kommentierte es mit der Versicherung, daß niemandem "Religionsunterricht, der christliche oder ein anderer Glaube aufgezwungen" werden solle. Andererseits müsse sein Volk "einen Weg zu diesen Werten finden", so Kallas.

 

Karriere statt Kinder

Budapest - Die Zahl der Ungarn ohne Kinderwunsch ist seit 1990 deutlich gestiegen. Wie jüngste Zahlen des Zentralamtes für Statistik zeigen, wollen heute zehn Prozent der Frauen unter 25 keinen eigenen Nachwuchs. Bei den gleichaltrigen Männern sind es sogar 15 bis 20 Prozent. Demgegenüber sprachen sich zu Beginn des letzten Jahrzehnts nur wenige Prozent aller Ungarn zwischen 18 und 74 gegen Kinder aus.

 

Ungarn: Sprachverlust

Budapest - Insbesondere die jüngeren Generationen der Ungarndeutschen sprechen heute nur noch in seltenen Fällen Ortsdialekte oder Hochdeutsch. Dies stellte Csaba Földes, Professor an der Universität Weißbrunn (Veszprém), am 5./6. Oktober auf einer Budapester Tagung unter dem Titel "Das Erbe der deutschen Sprache in Mitteleuropa" fest. Die meisten lernten als Muttersprache Ungarisch, oder es träten Mischungen auf, die dem neudeutschen "Denglisch" vergleichbar seien, so Földes. Außerdem wies er darauf hin, daß schwäbische Dialekte entgegen allgemeiner Überzeugung nur zwei Prozent der in Ungarn gesprochenen deutschen Mundarten ausmachen. Tatsächlich herrschten bayrische oder fränkische Dialekte vor.

 

Trinationale Brigade

Preßburg - Bis Jahresende soll eine trinationale tschechisch-polnisch-slowakische Brigade entstehen. Die multinationale Truppe mit Hauptquartier in der Slowakei und jährlich wechselndem Oberbefehl ist auf eine Stärke von rund 2500 Mann ausgelegt. Sie soll für Militärmissionen unter EU- oder NATO-Kommando bereitstehen.