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21.12.02 / Leichtsinn ohne Grenzen: Rote Zahlen / Viele polnische Haushalte sind verschuldet

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 21. Dezember 2002


Leichtsinn ohne Grenzen: Rote Zahlen
Viele polnische Haushalte sind verschuldet

Inzwischen vergeht kaum mehr ein Tag, an dem man nicht auf die höchst unerfreuliche Tatsache gestoßen wird, daß unser Staat pleite ist. Doch nicht nur das: Auch sehr viele Bundesbürger leben seit Jahren über ihre Verhältnisse. Sage und schreibe jeder vierte Privathaushalt hat mehr Schulden als Vermögen.

In zahlreichen anderen Ländern ist die Lage ähnlich oder sogar noch schlimmer. In den USA belaufen sich die privaten Verbindlichkeiten auf 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, und der Durchschnittshaushalt steht mit etwa 10 000 Dollar Kreditkarten-Schulden in der Kreide.

Auch einige der künftigen ostmitteleuropäischen EU-Mitglieder befinden sich auf direktem Wege, sich an diese westlichen "Standards" anzupassen. Die polnische Zeitschrift Wprost wußte unlängst zu berichten, daß sich der Gesamtwert der von den eigenen Bürgern aufgenommenen Kredite gegen Ende 2002 auf stattliche 60,5 Milliarden Zloty (etwa 15,12 Milliarden Euro) belief. Daß die Summe der privaten Verschuldung in Polen "nur" sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, kann kaum beruhigen.

Eine genauere Betrachtung der Statistiken legt vielmehr den Schluß nahe, daß sich das Land erst am Beginn einer verhängnisvollen Entwicklung befindet. Vergleicht man die Zahlen für 2002 mit denen vom Vorjahr, so offenbart sich ein Wachstum der Privatschulden um 15 Prozent. Und während noch 1998 10,5 Prozent aller Kredite nicht getilgt werden konnten, waren es im Juni dieses Jahres bereits 20 Prozent.

Häufig dienten die geliehenen Gelder zur Anschaffung neuer Autos als den wohl wichtigsten Statussymbolen der westlichen Moderne.

Wprost zitierte die Professorin Katarzyna Duczkowska-Malysz mit folgender Erklärung: "Das ist das Ergebnis eines kurzfristigen Denkens unter dem Motto: ‚Es wird schon irgendwie weitergehen', bei dem nicht einmal das Risiko des Arbeitsplatzverlustes einkalkuliert wird."

Auch aus Ungarn sind alarmierende Zahlen bekannt geworden. Im jüngsten Bericht der Staatlichen Aufsicht für Finanzorganisationen ist zu lesen, daß erstmals seit fünf Jahren die Kreditschulden der Bevölkerung höher sind als die Einlagen. Während im Jahr 2001 die Ersparnisse bei 6075 Milliarden Forint stagnierten, wuchs die Summe der Kredite an Privatkunden um ein Fünftel auf 6100 Milliarden Forint. (TK)