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21.12.02 / Leserbriefe

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 21. Dezember 2002


Leserbriefe

Anfrage an den Volksbund

Betr.: "Jämmerliches Trauerspiel" (Folge 47)

Als Mitglied des "Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V." war ich sehr empört, daß der Volksbund sich im Vorfeld des Volkstrauertages von Herrn Thierse so unter Druck setzen ließ und tatsächlich kein Rückgrat zeigte. Ich habe meinen Protest an den Volksbund geschrieben. Daraufhin erhielt ich folgende Antwort:

"Einige Wochen vor der Aufführung der 10. Symphonie ,Letzte Briefe aus Stalingrad' von Aubert Lemeland meldete ein Berliner Historiker der Humboldt-Universität Berlin Bedenken gegen die nach seiner Meinung nach ,nicht authentischen Briefe' an. Inzwischen haben verschiedene historische Institute festgestellt, daß die Briefe von einem Mitarbeiter des Reichspropagandaministeriums als Material zur Erstellung eines ,Heldenbuches' über Stalingrad verändert wurden. Doch wurde das Ergebnis vom Propagandaministerium als ungeeignet empfunden und verboten. Herr Thierse hatte auch nach unserem Verständnis keine andere Möglichkeit, als dieses bedenkliche Material abzulehnen. Auch alle anderen Bundesverfassungsorgane stimmten dem Bundespräsidenten zu. Dies hätte dann wirklich zu einem Eklat am Volkstrauertag geführt, denn weder der Volksbund noch der Bundestag dürfen unter den Verdacht gestellt werden, bedenkliche Texte in die Gedenkveranstaltung einzubeziehen. Deshalb entschloß sich der Volksbund in Absprache mit dem Komponisten Herrn Lemeland, die belasteten Briefe auszutauschen. Nur dadurch war letztlich eine würdige Gedenkfeier möglich. Wir hoffen, daß Sie diesen Schritt verstehen und uns weiterhin unterstützen."

Zum besseren Verständnis dieses Briefes sollte man allerdings wissen, daß in der DDR-Zeit die Humboldt-Universität eine berüchtigte "rote" Uni war. Was sich da wahrscheinlich noch heute für Historiker tummeln, die der Volksbund zu Rate zog, kann man sich denken.

Christiane Niemann, Rostock

 

 

Dem Gefreiten Steets unrecht getan

Betr.: "Leben leichtfertig riskiert" (Folge 45)

Der Leserbriefschreiber nimmt meinen Bericht "Die wohl letzte Reise" in Folge 39 im Ostpreußenblatt ´über die Fahrt des Fallschirmpanzerkorps (Kameradschaftsbund) kritisch unter die Lupe. Ich bin der Sohn eines gefallenen HG-Soldaten, der dem Fallschirmpanzergrenadierregiment 3 angehörte. Danach war ich in den Abwehrkämpfen in Ostpreußen als Zeitzeuge nicht dabei. Meinem Bericht liegt eine sehr sorgfältige Recherche zugrunde. Ich berufe mich dabei auf das Buch von Kurowski: "Fallschirmpanzerkorps Hermann Göring", auf die vorhandenen Unterlagen im Traditionsraum "Fallschirmpanzerkorps" der Panzertruppenschule der Bundeswehr in Munster und insbesondere auf die zahlreich geführten Gespräche mit überlebenden Veteranen dieser Einheit.

Ich bin dafür bekannt, daß ich in dieser Hinsicht ständig die alten HG-Soldaten, die in Ostpreußen kämpften, ausfrage. Ist doch damit das Schicksal meines Vaters verbunden. Was der Leserbriefschreiber über die Ritterkreuzverleihung an den Gefreiten Steets und an den Hauptmann Stuchlik schreibt, kann nicht stimmen. Hier wird insbesondere dem Gefreiten Steets bitter unrecht getan, wenn geschrieben steht, er sei beim Angriff betrunken gewesen. Dadurch nimmt man diesem Soldaten die Ehre. Hauptmann Stuchlik befand sich auch nicht "weit hinten in der Etappe". Beide Soldaten haben ihr Ritterkreuz ehrlich verdient erhalten. Die Veteranenaussagen, die Dokumentation bei der Panzertruppenschule in Munster und auch das Buch von Kurowski sagen übereinstimmend über beide Ritterkreuzverleihungen folgendes aus:

Neben den Panzerverbänden waren es die Panzergrenadiere, die die Hauptlast der Abwehrkämpfe trugen. Einer dieser Männer war Hauptmann Werner Stuchlik, Bataillonskommandeur II./FschPz GrenRgt2HG. Als zahlenmäßig weit überlegene Feindkräfte in seinem Bataillon einen Einbruch erzielten, raffte Stuchlik die Angehörigen seines Stabes, eine Pioniergruppe und drei Sturmgeschütze zusammen und stieß mit dieser 30 Mann starken Kampfgruppe tief in die Masse des angreifenden Feindes hinein. Mit den Sturmgeschützen bildeten diese Soldaten dann weit vor der eigenen HKL mit 15 Mann einen Igel, den Stuchlik drei Stunden lang hielt. Erst als er den Befehl zum Rückzug erhielt, zog er sich unter Mitnahme aller Verwundeten auf die eigene HKL zurück. Stuchlik kämpfte meist mit seiner MP inmitten seiner Soldaten, im Einsatz war er immer vorn.

Bataillonsmelder Konrad Steets im II./FschPzGrenRgt 2 HG hatte sich schon vorher in den Kämpfen an der Weichsel durch schnelle und selbständige Entschlüsse ausgezeichnet. Längst trug er beide Eiserne Kreuze. Am 19. Oktober 1944 vernichtet er mit einigen Kameraden eine Pak-Stellung mit Sprengmitteln. Am 24. Oktober hielt er mit seinem MG 42 eine Angriffswelle der Russen auf, über 100 Tote blieben vor seinem MG liegen. Danach vernichtete er einen auf ihn angesetzten Stoßtrupp mit dem MG im Hüftanschlag. Diese Einsätze waren immer mit einem Meldegang verbunden. Es ist richtig, daß Steets als Einzelkämpfer feindliche Panzer mit der Panzerfaust abgeschossen hat. Er hat es nicht verdient, seine vielfach bewiesene Tapferkeit mit Trunkenheit im Einsatz in Verbindung zu bringen.

Bernd Dauskardt, Hollenstedt

 

 

Massiv gegen Konservative

Betr.: "Das Ende der Bonner Republik" (Folge 46)

In diesem Artikel ist die Kritik an Rudolf Augstein noch zu oberflächlich. Es hätte erwähnt werden müssen, daß sein Magazin nichtlinken Zeitungen wie der Jungen Freiheit die Solidarität verweigerte, wenn sie angegriffen wurden oder ihre Druckereien brannten. Augstein eröffnete linksradikale Denunziationen gegen konservative Historiker (Hellmut Diwald), Journalisten und Politiker. So beschimpfte Augstein den renommierten Historiker Andreas Hillgruber während des Historikerstreits als "konstitutionellen Nazi". Der Spiegel wurde geradezu zu einem publizistischen Sprachrohr der Wiedervereinigungsgegner sowie der 1968er, deren zersetzendes Wirken er als "Befreiungsschlag" feierte. Schließlich kompromitierte Augstein Franz Josef Strauß mit dem vom KGB gefälschten Material. 

Friedrich Karl Pohl, Lüneburg

 

 

Wie eine Karawane

Betr.: "Michels Stammtisch" (Folge 47)

Mit unterschiedlicher Geschwindigkeit haben in den letzten Jahrzehnten alle tonangebenden Parteien gleich welcher Couleur Deutschland in Wirtschaft, Bildung und sittlichem Verhalten immer weiter und möglichst "unumkehrbar" in die Sackgasse manövriert. Wegen des daraus resultierenden allgemeinen Niedergangs und zunehmenden Finanzdesasters wird nun dem bewußt hinters Licht geführten Deutschen der Gürtel immer enger geschnallt. Für politisch korrekte Internationalismen, die bodenlosen Fässern gleichen und die den Interessen Deutschlands meist radikal entgegengesetzt sind, werden jedoch ganz selbstverständlich und ohne den sogenannten mündigen Bürger zu informieren oder ihn gar um seine Meinung zu fragen, unentwegt Gelder mit vollen Händen ausgestreut. Dies betrifft nicht zuletzt die Ausgaben für die EU im allgemeinen und die Osterweiterung im besonderen, für Asylanten, für militärische Auslandseinsätze, für die Gedenkbauten "Wider das Vergessen", um nur einiges zu nennen. Gleichzeitig werden Verluste in zig-Milliarden Höhe durch die Wirtschaftsspionage "befreundeter Staaten" vasallenhaft toleriert.

Angesichts des wachsenden Tohuwabohus scheint die Duldsamkeit der Deutschen allerdings langsam zu Ende zu gehen, da es ihnen zunehmend dämmert, wie sie in der "Weiterziehenden Karawane" (Helmut Kohl) nur die Lasten tragenden Kamele zu spielen haben, genasführt von einer "Fiktiven Demokratie", von einer "Politik ohne Verantwortung - am Volke vorbei" (Hans Herbert von Arnim).

Bonifaz Ullrich, Blieskastel

 

 

Fair und sachlich verfasst

Betr.: "Ein Dreiteiler mit Programm" (Folge 47)

Über die "politische Richtung" bei der ARD muß man leider nicht streiten. Aber dem Tenor Ihres Artikels, wonach Rommel mit diesem Dreiteiler mehr oder weniger abqualifiziert werden soll, kann ich nicht teilen.

Die von den Briten verfaßte Sendung zeigt - in Folge eins und zwei - den Soldaten und Menschen Rommel sachlich und fair. Keiner wollte Rommel "vom Sockel holen", wie Sie schreiben; auch Montgomery wurde kritisch behandelt.

Der vorhandenen, auch deutschen Literatur können Sie sehr wohl entnehmen, daß Rommel sehr skeptisch gewürdigt wird und daß die Schattenseiten seines Charakters schon beträchtlich waren. Rommel war nie ein "Stratege", wie Sie behaupten, er war ein typischer "Troupier", ein mitreißender Soldat, aber immer ein besserer Stoßtruppführer, auch noch als General, der eigentlich "führen sollte". Seine Befehlsführung war manchmal haarsträubend! 

Christoph Nehring, Essen

 

 

Falsches Datum

Betr.: "Der rettende Schmalztopf" (Folge 46)

In Ihrem Beitrag wird angeführt, daß Königsberg im November 1944 von den Sowjets eingeschlossen war und man nur über See hinaus konnte. Dieses Datum ist falsch, denn damals standen die Russen noch nördlich der Memel. Ich war als Soldat bis zum 4. Januar 1945 in Königsberg in Urlaub und habe danach die Stadt mit dem Zug Richtung Süden verlassen. 

Herbert Lemke, Laboe

 

 

Zu viele Superlative für Augstein

Betr.: "Das Ende der Bonner Republik" (Folge 46)

Vor etlichen Jahren nahm ich an einer Trauerfeier teil, an der anschließend die Teilnehmer der Meinung waren, daß der Verstorbene doch ein wenig zu viel gelobt worden sei! Nach der Lektüre des Spiegels Nr. 44 kann man zu einer ähnlichen Ansicht gelangen. Aber nicht nur Augsteins Hausblatt, auch andere Medien berichteten in dieser Art. Dagegen unser Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung: kritischer und distanziert!

Es sind Superlative und posthume Huldigungen ... größer geht's nimmer. Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung stellt die richtigen Fragen: Wie konnte ein 23Jähriger ein solches auflagenstarkes Blatt aus dem Boden stampfen? Es waren damals wohl etliche Bedingungen mit dem Erhalt einer Lizenz verknüpft. Wir Spiegelleser wissen, daß es nicht eine einzige Ausgabe gab, in der nicht Negatives oder Verdammenswertes über das Dritte Reich zu lesen war. Bildfälschungen über jene Zeit waren an der Tagesordnung. Wer mit offenen Augen die Berichte im Spiegel verfolgte, muß unweigerlich zu folgender Meinung kommen: Augstein war in erster Linie fremden Mächten untertan! 

K. W. Looft, Heide

 

 

Richtig bissig!

Betr.: Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung

Der Wochenrückblick von Hans Heckel ist ja super! Richtig bissig mit Sarkasmus. Weiter so!

Ludger Heinz, Mainz

 

 

Ostpreussische Lieder bearbeitet

Betr.: Ostpreußen in Noten

Ich bin zwar ein Bekenntnis-Ostpreuße, lese jedoch das Ostpreußenblatt sehr intensiv. 1995 unternahmen meine Frau und ich unsere erste Campingreise nach Ostpreußen. Die von der Eiszeit geformte und von den Menschen gestaltete Landschaft beeindruckte mich derart, daß ich es irgendwie ausdrücken mußte. Das habe ich getan, indem ich mir zwei ostpreußische Lieder erwählte, sie für Gitarre bearbeitete. Es schwingt darin die Heiterkeit lichter Sommertage, aber auch ein Schmerz darüber, daß unsere deutsche Muttersprache nur selten in Reinheit zu hören war, obgleich die jetzigen Bewohner durchaus gastfreundlich und hilfsbereit sind.

Bei der Auswahl habe ich die bekanntesten Lieder nicht berücksichtigt, sondern "Hör im Wald den Kuckuck rufen" und "Ja da fahren viele Wagen den Berg hinauf" gewählt.

Wer Interesse an den für Gitarre bearbeiteten Liedern hat, kann sie bei Hermann Lechleder, Wiedstraße 7, 57627 Hachenburg, beziehen.

Hermann Lechleder, Hachenburg