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05.04.03 / Prozess im Fall Elf-Leuna / Hoffnung auf Klärung

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 05. April 2003


Prozess im Fall Elf-Leuna / Hoffnung auf Klärung

Seit dem 17. März läuft vor dem Pariser Landgericht ein zweiter Prozeß in der Elf-Affäre. Dabei werden siebenunddreißig Beschuldigte erscheinen, die bis zum Anfang Juli für Veruntreuung von mehreren Hundert Millionen Euro zur Verantwortung gezogen werden sollen. Von Afrika bis Venezuela über die Leuna-Affäre werden die vorsitzenden Richter versuchen, zu erklären, wie zwischen 1989 und 1993 so gewaltige Geldsummen haben verschwinden können. Hauptbeschuldigte sind der damalige Vorstands- vorsitzender des Elf-Konzerns, Loik Le Floch-Prigent (der von Francois Mitterrand in diese Position berufen worden war), sein Beigeordneter, Alfred Sirven, der auf den Philippinen gefaßt wurde, und der Herr "Afrika!" des Erölkonzerns, André Tarallo, der zur Zeit auf freiem Fuß ist und offensichtlich hofft, freigesprochen zu werden. Die Sparte "Leuna" wird erst Ende April behandelt werden. Seit dem Beginn des Prozesses hat man bislang nur die afrikanische Seite der Sache behandelt. Obwohl er aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht jeder Sitzung des Gerichts beiwohnt, hat Loik Le Floch-Prigent jüngst gestanden, daß in der Buchhaltung des Konzerns "schwarze Kassen" zu finden waren.

Noch schwerwiegender als das System der schwarzen Kassen erscheint jedoch dasjenige der persönlichen Bereicherung, wie sie von den Elf-Managern praktiziert wurde. Das Untersuchungsverfahren, wie es vom Nachfolger Le Floch-Prigents nach der Machtübernahme durch die Konservativen 1993 eingeleitet wurde, dauerte acht Jahre. Obschon die ganze Angelegenheit wahrscheinlich nie aufgeklärt wird und der Elf-Skandal lange mysteriös bleiben wird, hat der französische Durchschnittsbürger erfahren können, daß zum Beispiel Alfred Sirven für seinen eigenen Bedarf rund 1,5 Milliarden Francs veruntreut habe. Diese Summe hätte der "Nummer zwei" erlaubt, unter anderem ein Schloß in der französischen Provinz und Immobilien in Belgien zu erwerben. P. Campguilhem