19.01.2022

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26.04.03 / Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 26. April 2003


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied und Freunde unserer Ostpreußischen Familie, heute geht es so richtig querbeet durch unseren Familiengarten. Mit Fragen und Wünschen unterschiedlichster Art, die das bunte Spektrum unserer Kolumne wieder einmal breit auffächern.

Klaus Amrhein, Mitarbeiter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, veröffentlichte vor vier Jahren ein "Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898-1998". Mittlerweile hat er das Handbuch weiter aktualisiert, erweitert und bis 2002 vervollständigt, so daß darin auf über 1.000 Seiten mehr als 10.000 Leichtathleten, Funktionäre etc. mit ihren Lebensdaten, Erfolgen und weiteren Angaben verzeichnet sind. Gerade aus der Zeit vor 1945 fehlen Herrn Amrhein noch einige Lebensdaten und Vornamen von Leichtathleten und Verbandsangehörigen aus Königsberg und ganz Ostpreußen, so daß wir nun "die letzte Rettung" für ihn sind. Er bittet noch lebende Leichtathleten, deren Nachkommen oder andere Verwandte, Verbandsangehörige und alle, die mit diesem Sport in Ostpreußen irgendwie zu tun hatten, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, damit er weitere Ergänzungen vornehmen kann. Ein Beispiel: Über den Olympiateilnehmer Dr. phil. Karl Bechler, * 15. Februar 1886, der auch dem ASC Königsberg angehörte, besitzt er viele Angaben, es fehlen ihm aber der Geburtsort und Sterbedaten. Zuschriften an Klaus Amrhein, Deutscher Leichtathletik-Verband (Archiv), Alsfelder Straße 27 in 64289 Darmstadt.

Kürzlich hatten wir nach Malern gefragt, die unsere Heimat in ihren Bildern bewahrt haben. Heute gesellt sich ein Danziger Maler hinzu: Otto Herdemertens, *1881 in Langfuhr. Sein Sohn Ottfried Herdemertens bereitet eine Ausstellung über seinen Vater vor und sucht nun so viele Informationen wie möglich über den Künstler und seine Werke zusammenzutragen.

Diese dürften vor allem aus dem norddeutschen Raum kommen, denn Herdemertens lebte nach der Flucht aus Danzig bis zu Beginn der 50er Jahre in Lübeck, dann in Hamburg, wo er 1960 verstarb. Er galt als Meister der Aquarelltechnik, die als "brillant" bezeichnet wurde. Der Maler hatte sich ganz der Natur verschrieben. Seine Landschaftsbilder und Stadtansichten sind von einer dichterischen Poesie, die entfernt an Caspar David Friedrich erinnert. Ausstellungen mit seinen Werken gab es unter anderem in Danzig, Graudenz, Posen und Lübeck. Sein Sohn hofft nun, aus unserem Leserkreis Hinweise über Bilder seines Vaters zu bekommen, die sich im Privatbesitz oder in Museen, Galerien und öffentlichen Gebäuden befinden. Er würde sich aber auch über Zuschriften freuen, die über Begegnungen mit Otto Herdemertens berichten oder auf Veröffentlichungen über den Maler und seine Werke hinweisen. (Ottfried Herdemertens, Kirchgasse 26 in 56357 Auel, Telefon 0 67 71/22 79.)

Der nächste Suchwunsch scheint mir im Hinblick auf Erfolg vielversprechend. Er kommt von Tatjana Gräfin Dönhoff, Enkelin von Sissi Gräfin Lehndorff, geboren auf Schloß Preyl. Sie möchte mehr über ihre Großmutter erfahren, die 1933 Dietrich Graf Dönhoff heiratete und nach Schloß Skandau zog. Gräfin Dönhoff sucht vor allem Menschen, die mit ihrer Großmutter in Preyl oder Skandau zusammen waren, dort gelebt und gearbeitet haben und aus jener Zeit erzählen können. Sissi Gräfin Lehndorff ging 1945 von Skandau aus auf die Flucht. Vielleicht kann auch jemand von jenen schweren Tagen berichten. Besonders interessiert ist die Enkelin natürlich an alten Aufnahmen. (Tatjana Gräfin Dönhoff, Altonaer Poststraße 13 a in 22767 Hamburg.)

So manchen Wunsch haben wir unserem jungen Leser Holgar Uschkereit schon erfüllen können, das erhofft er sich nun auch für seine neue Suchbitte. Vor einigen Monaten lernte er eine Polin kennen, die im Raum Guttstadt geboren wurde und auch dort in Seubersdorf lebt. Sie kennt aber das Dorf nur aus der Jetztzeit und weiß nichts über seine deutsche Geschichte, für die sie sich sehr interessiert. Herr Uschkereit möchte nun auch das Dorf und seine Umgebung kennenlernen und fragt, ob ehemalige Bewohner aus dem Raum Guttstadt-Heiligenthal-Seubersdorf ihm helfen könnten. Vor allem bittet er die Seubersdorfer um einen Übersichtsplan ihres Heimatdorfes. (Holgar Uschkereit, Erzbergerstraße 36 in 46145 Oberhausen.)

Nicht mehr im Buchhandel erhältlich ist das Buch von Jutta Joseph "Im Schatten der Türme von Pillau", erschienen in Rinteln 1987, das sich unsere Leserin Frau Ott wünscht. Aber sicher läßt es sich irgendwo auffinden. (Mathilde Ott, Straße des Fortschritts 11 in 04565 Regesbreiten.)

Zum Schluß eine Frage von Eh-rentraud Stierle: Wer kennt den vollen Wortlaut des Gedichtes "Nun gehe ich wieder den gleichen Pfad, den wir zusammen gegangen ..."? Ihrer 84jährigen Freundin ist es seit 1939 im Gedächtnis geblieben. Sie kennt noch zwei Verse, sind es mehr? (Ehrentraud Stierle, Joseph-Haydn-Straße 41 in 33604 Bielefeld.)

So, das sind wieder allerhand Wünsche - und sie sind doch wirklich bunt und vielseitig, nicht wahr?

Eure

Ruth Geede