17.01.2022

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24.05.03 / Integration ist keine "Einbahnstrasse"

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 24. Mai 2003


Hans-Jürgen Mahlitz: 
Integration ist keine "Einbahnstrasse"

Deutschland ist ein überaus gastfreundliches Land. Wir haben viele "Gäste", acht Millionen, neun Millionen, vielleicht auch noch mehr. Ganz genau wissen wir es nicht. Wie das eben so ist bei Gästen: Sie kommen, sie gehen - letzteres eher selten.

Unter all diesen "Gästen" sind allein über zwei Millionen Türken. Und unter diesen ist uns in den letzten Wochen ein "Gast" besonders aufgefallen: Tuncer Kilinc, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats in Ankara. Nahezu unbemerkt von der veröffentlichten Meinung bereiste er kürzlich Deutschland und weitere türkisch besiedelte Länder Westeuropas, um - wie die Stuttgarter Nachrichten zutreffend formulierten - "die politischen Truppen der Türkei zu mustern".

Der General visitierte Kulturvereine und politische Gruppierungen, religiöse Organisationen und Sportvereine. Seine immer gleiche Botschaft: Haltet zusammen in der Fremde, zeigt nationale Identität, vertretet die nationalen Anliegen und Ziele eures - türkischen - Vaterlandes "wie eine einzige Faust"! Das Gegenteil also von Integration...

Zur Ehrenrettung des Generals soll aber auch erwähnt werden, daß er mit Vertretern der von Köln aus operierenden islamistischen Organisation "Milli Görüs" heftig aneinandergeriet: Sie seien "Frömmler und Fanatiker". Solche Leute sind den tradi- tionell laizistisch orientierten türkischen Militärs ebenso suspekt wie dem deutschen Verfassungsschutz.

Die Regierung in Ankara freilich sieht das ganz anders. Sie wies ihre Botschaften in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten an, die Zusammenarbeit mit Milli Görüs enger zu gestalten, was man durchaus auch als "Unterstützung einer terroristischen Vereinigung" interpretieren kann.

Milli Görüs, im Verfassungsschutzbericht als "extremistisch" eingestuft, will nach eigenem Bekunden "den deutschen Staat mit neuem muslimischem Selbstbewußtsein von Grund auf umkrempeln" und bedient sich dabei aller möglichen örtlichen Organisationen, zum Beispiel der "Islamischen Föderation" in Berlin. Zumindest behauptet dies FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte in seinem Buch "Der Krieg in unseren Städten". Prompt wurde der mutige Journalist mit Klagen überzogen, so daß eine zweite Auflage des inzwischen vergriffenen Buches vorerst nicht möglich ist.

Der "Islamischen Föderation" geht es um Macht, Einfluß und Geld. Sie ist als Religionsgemeinschaft anerkannt, ein Status, den sie sich laut taz mit "Lügen im Namen Gottes" vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht erschlichen hat. Das bedeutet im Klartext: Sie darf an 20 Schulen etwa 3.500 Kindern islamischen Religionsunterricht erteilen, großzügig finanziert aus den ansonsten leeren Kassen des rot-roten Berliner Senats.

Während also diese Organisation, unterstützt von einem deutschen Gericht, Zensur durch die Hintertür praktiziert, während ein türkischer General seine hier lebenden Landsleute zu engstirnigem Nationalismus aufhetzt, debattiert unser Bundestag über Zuwanderung und Integration (siehe Dokumentation Seite 8). Den Herren Volksvertretern sei in Erinnerung gerufen: Integration ist keine Einbahnstraße! Und wer als Gast in unser Land kommt, wer als solcher behandelt werden will, der soll sich auch wie ein Gast benehmen!